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Fekker-Chilbi in Brienz - Fahrende und Sesshafte im Dialog

Schweizer Fahrende treffen sich am kommenden Wochenende in Brienz zur traditionellen Fekker-Chilbi.

Ein Feuer mit einem Topf Kaffee lockte an der Fekker-Chilbi 2011 auf dem Quai Brienz viele Gäste an. Das soll auch heuer wieder so sein.
Ein Feuer mit einem Topf Kaffee lockte an der Fekker-Chilbi 2011 auf dem Quai Brienz viele Gäste an. Das soll auch heuer wieder so sein.
Susanna Michel

Das Fest soll auch Rahmen für den Austausch mit Sesshaften bieten und mithelfen, Vorurteile abzubauen. Denn mit Vorurteilen haben die seit 1998 in der Schweiz als Minderheit anerkannten Fahrenden noch immer zu kämpfen. Stand- und Durchgangsplätze sind nach wie vor rar.

Gerade dieser Mangel schränke den «Jenischen Lebensraum ein», schreibt die Radgenossenschaft der Landstrasse, eine Interessengemeinschaft des Fahrenden Volks, in einer Mitteilung.

Ein Ziel sieht die Radgenossenschaft darin, Berührungsängste abzubauen und die Schweizer Bevölkerung für die Anliegen der Fahrenden zu sensibilisieren.

Musik, Marktstände und ein altes Spiel

Eine Gelegenheit dazu bietet die Fekker-Chilbi in Brienz. Und dort dürfte es, wie der Name erahnen lässt, durchaus auch gemütlich zugehen. An Marktständen bieten die Fahrenden Waren feil und geben Einblick in traditionelles Handwerk. Nicht fehlen wird auch die Musik, die in ihrer Kultur eine wichtige Rolle spielt.

Lange Zeit waren viele Musiker Fahrende, die an Festen und Anlässen zum Tanz aufspielten. Bekannt wurde etwa der Bündner Geiger Franz Josef Waser (1858-1895) mit seiner «Fränzli-Musig». Er und viele andere drückten der populären Tanzmusik in der Schweiz ihren Stempel auf und prägten das mit, was wir heute gängig als «Ländler» bezeichnen.

Erleben lässt sich in Brienz auch ein altes jenisches Spiel, das «Bootschnen». Es ist vergleichbar mit Boccia oder Pétanque. Beim «Bootschnen» kommen jedoch eckige Steine zum Einsatz. Die Spieler müssen versuchen, ihren eigenen «Bootsch» möglichst nahe an das «Plamp», den Zielgegenstand zu werfen. An der Fekker-Chilbi wird der neue Schweizer Meister im «Bootschnen» erkoren.

Zum vierten Mal in Brienz

Die Ursprünge der Fekker-Chilbi reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Allen voran der Innerschweizer Ort Gersau gewährte den Fahrenden jeweils Gastrecht für ihre Landsgemeinde, eben die Fekker- Chilbi. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Anlass verboten.

In den 1980-er Jahren entsann man sich des Festes wieder. In loser Folge fanden solche Anlässe statt. Zum vierten Mal wird die Fekker-Chilbi nun in Brienz durchgeführt. Eröffnet wird sie am Freitagabend.

SDA/toc

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