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FC Thun: Fraktionen mit Goodwill und Skepsis

Am Donntag startet der FC Thun in die zweite Saisonhälfte. Die Ausgangslage ist sportlich verheissungsvoll, finanziell aber schwierig. Es stellt sich die Frage: Wie kann und soll die Stadt dem FC helfen? Eine Umfrage bei den Stadtratsfraktionen.

Der FC Thun in Rücklage: Hier kassiert er im Derby gegen YB ein Tor. Finanziell sieht es für den Fussballklub derzeit alles andere als rosig aus.
Der FC Thun in Rücklage: Hier kassiert er im Derby gegen YB ein Tor. Finanziell sieht es für den Fussballklub derzeit alles andere als rosig aus.
Manuel Lopez
«Der Stellenwert des FC Thun für Stadt und Region ist sehr hoch – er ist einer der wenigen Botschafter mit überregionaler Bedeutung», sagt Lukas Lanzrein, Präsident der Stadtratsfraktion SVP/FDP (im Bild). Nebst dem Profibereich streicht Lanzrein auch die Nachwuchsarbeit hervor – als «wichtigen Dienst an der Gesellschaft».Zur Frage nach der Unterstützung des FC durch die Stadt sagt Lanzrein: Nachwuchsseitig solle die Stadt für gute Rahmenbedingungen und Infrastrukturen sorgen, was auch geschehe. Im Profibereich könne sich die Fraktion SVP/FDP vorstellen, dass die Stadt  zwischen Genossenschaft und Fussballklub eine Vermittlerrolle übernehme – «das wird im Hintergrund auch gemacht», hält Lanzrein fest. Für zusätzliche Hilfe gebe es derzeit keine konkreten Anfragen an die Politik.«In der Stadionfrage ist die Stadt nicht direkt beteiligt – sie ist weder Eigentümerin noch in der Genossenschaft», betont Lanzrein. Daraus leite sich ab, dass die Stadt sich darauf beschränken könne, unparteiisch ihre guten Dienste anzubieten. Zu allfälligen Anfragen für finanzielle Leistungen betont Lanzrein: «Es gab zwei Stadionabstimmungen. Eine mit Steuergeldern mitfinanzierte Arena wurde klar abgelehnt. In der zweiten Abstimmung versprach die Stadt, dass keine Steuergelder verwendet werden.» Das habe auch für den Betrieb gegolten. Ergebe sich eine neue Lagebeurteilung, könne der Gemeinderat dieses politische Versprechen sicher nicht einfach überdenken: «Da müsste das Volk wieder mitentscheiden können, sonst hätten wir ein Glaubwürdigkeitsproblem.»mik
«Der Stellenwert des FC Thun für Stadt und Region ist sehr hoch – er ist einer der wenigen Botschafter mit überregionaler Bedeutung», sagt Lukas Lanzrein, Präsident der Stadtratsfraktion SVP/FDP (im Bild). Nebst dem Profibereich streicht Lanzrein auch die Nachwuchsarbeit hervor – als «wichtigen Dienst an der Gesellschaft».Zur Frage nach der Unterstützung des FC durch die Stadt sagt Lanzrein: Nachwuchsseitig solle die Stadt für gute Rahmenbedingungen und Infrastrukturen sorgen, was auch geschehe. Im Profibereich könne sich die Fraktion SVP/FDP vorstellen, dass die Stadt zwischen Genossenschaft und Fussballklub eine Vermittlerrolle übernehme – «das wird im Hintergrund auch gemacht», hält Lanzrein fest. Für zusätzliche Hilfe gebe es derzeit keine konkreten Anfragen an die Politik.«In der Stadionfrage ist die Stadt nicht direkt beteiligt – sie ist weder Eigentümerin noch in der Genossenschaft», betont Lanzrein. Daraus leite sich ab, dass die Stadt sich darauf beschränken könne, unparteiisch ihre guten Dienste anzubieten. Zu allfälligen Anfragen für finanzielle Leistungen betont Lanzrein: «Es gab zwei Stadionabstimmungen. Eine mit Steuergeldern mitfinanzierte Arena wurde klar abgelehnt. In der zweiten Abstimmung versprach die Stadt, dass keine Steuergelder verwendet werden.» Das habe auch für den Betrieb gegolten. Ergebe sich eine neue Lagebeurteilung, könne der Gemeinderat dieses politische Versprechen sicher nicht einfach überdenken: «Da müsste das Volk wieder mitentscheiden können, sonst hätten wir ein Glaubwürdigkeitsproblem.»mik
zvg
«Aus unserer Sicht ist der FC Thun der grösste und beste Werbeträger der gesamten Region, er dürfte wertvoller als die gesamten übrigen stadtmarketingtechnischen Bemühungen sein», sagt Andrea de Meuron, Präsidentin der Fraktion der Grünen (im Bild). Der FC Thun leiste neben seinen erfolgreichen Auftritten in der Super League wichtige Arbeit im Nachwuchsbereich und biete jungen Spielern ein Sprungbrett.«Das zu diskutierende Engagement für den FC Thun müsste eher vergrössert statt verkleinert werden», folgert sie.  Aber: «Uns ist nicht klar, wie die Unterstützung für andere Thuner Sportklubs wie etwa die Handballer von Wacker genau aussieht. Hier wäre eine saubere Auslegeordnung seitens der Stadt angezeigt.» Danach könne man darüber diskutieren, ob und wie sich die Stadt stärker beim FC Thun einbringen könne.Probleme ortet de Meuron beim Unterhalt der Sportstätten durch die Vereine – und erinnert an den kürzlich erfolgten Heimfall der  MUR-Halle und der Curlinghalle an die Stadt sowie an  die 1,1 Millionen Franken teure Sanierung der Leichtathletikanlage Lachen. «Es scheint für die Sportklubs generell ein Problem zu sein, teure Infrastrukturbauten, insbesondere deren Sanierungen, zu finanzieren, und da stellt sich grundsätzlich die Frage nach der nötigen Unterstützung durch die öffentliche Hand.» Und: « Die Stadt müsste sich überlegen, in der Genossenschaft Arena Thun (die Stadionbesitzerin, die Red.) Einsitz zu nehmen», sagt de Meuron weiter, «und zwar besser jetzt als in der letzten Sekunde.»sgt
«Aus unserer Sicht ist der FC Thun der grösste und beste Werbeträger der gesamten Region, er dürfte wertvoller als die gesamten übrigen stadtmarketingtechnischen Bemühungen sein», sagt Andrea de Meuron, Präsidentin der Fraktion der Grünen (im Bild). Der FC Thun leiste neben seinen erfolgreichen Auftritten in der Super League wichtige Arbeit im Nachwuchsbereich und biete jungen Spielern ein Sprungbrett.«Das zu diskutierende Engagement für den FC Thun müsste eher vergrössert statt verkleinert werden», folgert sie. Aber: «Uns ist nicht klar, wie die Unterstützung für andere Thuner Sportklubs wie etwa die Handballer von Wacker genau aussieht. Hier wäre eine saubere Auslegeordnung seitens der Stadt angezeigt.» Danach könne man darüber diskutieren, ob und wie sich die Stadt stärker beim FC Thun einbringen könne.Probleme ortet de Meuron beim Unterhalt der Sportstätten durch die Vereine – und erinnert an den kürzlich erfolgten Heimfall der MUR-Halle und der Curlinghalle an die Stadt sowie an die 1,1 Millionen Franken teure Sanierung der Leichtathletikanlage Lachen. «Es scheint für die Sportklubs generell ein Problem zu sein, teure Infrastrukturbauten, insbesondere deren Sanierungen, zu finanzieren, und da stellt sich grundsätzlich die Frage nach der nötigen Unterstützung durch die öffentliche Hand.» Und: « Die Stadt müsste sich überlegen, in der Genossenschaft Arena Thun (die Stadionbesitzerin, die Red.) Einsitz zu nehmen», sagt de Meuron weiter, «und zwar besser jetzt als in der letzten Sekunde.»sgt
Patric Spahni
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Der FC Thun ist im Hoch. Eigentlich. Er startet am Sonntag um 13.45 Uhr in der Stockhorn-Arena gegen Aarau als guter Fünfter der Super League in die Rückrunde. Eine Studie der Swiss Football League hat kürzlich die wirtschaftliche Bedeutung des Klubs aufgezeigt – er habe in der untersuchten Saison 2013/2014 mit seinen Gesamtaktivitäten allein im Kanton Bern einen Umsatz von rund 31 Millionen Franken ausgelöst.

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