Er will die Tschentenalp wecken

Adelboden

Norbert Brune hat seine erste Wintersaison als Gastrochef auf der Tschentenalp fast hinter sich. Wie sehen seine Erfahrungen aus? Und wie gehts mit dem Adelbodner Hausberg weiter?

Der Leiter der Tschentenalp-Gastronomie, Norbert Brune, auf der Terrasse seines Berghauses.<p class='credit'>(Bild: Hans Rudolf Schneider)</p>

Der Leiter der Tschentenalp-Gastronomie, Norbert Brune, auf der Terrasse seines Berghauses.

(Bild: Hans Rudolf Schneider)

Die Tschentenalp hat in den letzten Jahren vor allem mit rasch aufeinanderfolgenden Wechseln der Wirte im Berghaus für Aufmerksamkeit gesorgt. Seit Dezember ist jetzt der frühere Blausee-Chefkoch Norbert Brune am Werk. Er zieht eine erste durchzogene Bilanz, da der schneearme Winter mit stark rückläufigen Skifahrerzahlen die Arbeit als neuer Chef nicht vereinfacht habe. Im Winter habe man vor allem den Expressgast, der sein Skiabo intensiv nutzen wolle, rasch zufriedenzustellen – eine Herausforderung, die für nächste Wintersaison neue Lösungen für die Verpflegung fordere.

Grundsätzlich sei die klare Positionierung des Adelbodner Hausberges ein Thema. Erfreut betont Brune «die gute Zusammenarbeit mit den Bähnlern und die grossartige Unterstützung durch die langjährigen Gastroangestellten» – sonst hätte er den Winter sicher nicht geschafft. Mit Blick auf die erwarteten Finanzzahlen sagt er motiviert: «Der bisherige Winterschlaf des Tschenten muss beendet werden.»

Stammkunden und Neue

Ein Beispiel, wie sich der Deutsche den Tschenten im kommenden Sommer vorstellt, ist die Aktion unter dem Motto «Ein Freund zu Gast». Francis Hadorn («Chez Francis») wird diese Woche als Gastkoch seine legendären Cordons bleus auftischen. Mit Themenabenden soll das Bergrestaurant weiter von sich reden machen: «Donnerstags mit Käse, freitags und samstags mit Grillangeboten. Sonntags gibt es Brunch, und ich möchte neu einen Sonntagsbraten anbieten», präzisiert Brune.

Im Gegensatz zum Winter sei im Sommer der Geniesser sein Kunde. Dass neues Leben auf dem Tschenten erweckt werde, diene ganz Adelboden. «Wenn wir attraktiv sind, kommen die Gäste gern ins Engstligental. Immer wieder!» ist er überzeugt. Mit neuen Angeboten – sanft eingeführt – wolle man sowohl Stammkundschaft halten als auch neue Tschentenfreunde anlocken.

Mit Lust auf den Berg

Im ersten Winter habe er vor allem reagieren können. Jetzt sei es an der Zeit zu agieren. Aber Norbert Brune ist realistisch: «Es braucht Zeit, von heute auf morgen ist der Erfolg nicht machbar.» Das seien seine Erfahrungen als langjähriger Gastronom. Der 47-jährige Deutsche ist seit über 22 Jahren in der Schweiz tätig, seit Dezember auf der Tschentenalp. Dass Brune stolze 14 «Gault Millau»-Punkte hat, spielt auf dem Tschenten keine Rolle: «Ich habe keine Ambitionen, hier oben ein Punkterestaurant aufzubauen.

Aber: Wir werden nicht billig sein, denn gute Qualität und regionale Produkte haben ihren Preis.» Für ihn das Wichtigste: «Es muss vor allem Lust machen, auf diesen Berg heraufzukommen.»

Von Donnerstag, 20.März, bis Samstag, 22.März, kochte Francis Hadorn («Chez Francis») seine Cordons bleus auf der Tschentenalp. Reservation/Infos unter www.tschentenalp.ch.

Berner Oberländer

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