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Ein Marketing für vier Tourismusregionen

Adelboden-Frutigen, Ferienregion Lötschberg, Lenk-Simmental sowie Thunersee Tourismus treten ab 2010 gemeinsam am Markt auf: Mit der Unterstützung des Kantons und unter der Dachmarke Berner Oberland.

Marketingkooperation Berner Oberland: Peter Dütschler, Präsident von Thunersee Tourismus, stellte am Mittwoch das gemeinsame Projekt der vier Destinationen vor.
Marketingkooperation Berner Oberland: Peter Dütschler, Präsident von Thunersee Tourismus, stellte am Mittwoch das gemeinsame Projekt der vier Destinationen vor.
Markus Hubacher

«Gemeinsam sind wir stärker»: Unter diesem Motto wollen die vier Tourismusdestinationen Adelboden-Frutigen, Ferienregion Lötschberg, Lenk-Simmental und Thunersee Tourismus ab 2010 ein gemeinsames Marketing betreiben. Mit der Kooperation folgen sie der kantonalen Tourismuspolitik, die längerfristig eine Verdichtung der touristischen Destinationen im Oberland auf drei bis vier anstrebt.

Durch die grösseren Einheiten im touristischen Marketing sollen die Effizienz des Mitteleinsatzes und die Wirkung an den Märkten verbessert werden. «Der Kanton fördert das Projekt mit einer Startfinanzierung von 600'000 Franken, verteilt über die Jahre 2009 bis 2011», erklärte gestern in Thun Peter Dütschler. Als Präsident der Marketingkooperation informierte er am Medienanlass weiter: «Unsere vier Destinationen erbringen dazu gesamthaft Eigenleistungen von mindestens 800'000 Franken.» Für die Arbeit der Marketingkooperation stünden somit 2010 und 2011 (inklusive Manpower) jeweils nahezu 700'000 Franken bereit.

Ein erster machbarer Schritt

Es sei kein grosser Wurf, bloss ein erster Schritt in der touristischen Mitte des Berner Oberlands – dafür ein machbarer, sagte Dütschler. Fritz Jost, Präsident der Destination Ferienregion Lötschberg, meinte: «Es isch dr chlinscht gmeinsam Nenner, wo mir hei chönne userangge.» Die Touristiker waren sich punkto Zukunft einig: «Darauf lässt sich aufbauen.» Mit der Marketingkooperation Berner Oberland entstehe zwischen den Destinationen Jungfrau und Gstaad-Saanenland eine dritte starke Kraft. Das Gewicht soll dazu eingesetzt werden, im stetig härter werdenden Wettbewerb um die Gäste zusätzliche Marktpotenziale zu erschliessen.

Die Organisation (in der juristischen Form einer Einfachen Gesellschaft) nutzt als Dachmarke die bekannte – in den vergangenen Jahren aber vom Tourismus eher vernachlässigte – Marke Berner Oberland. Unter diesem Signet werben die vier Destinationen mit ihrer eigenen Marke. Eigentümerin der Dachmarke ist weiterhin die Volkswirtschaft Berner Oberland.

Die vier heutigen Tourismusorganisationen und -vereine bleiben bestehen und nehmen vor Ort weiterhin wichtige Kernaufgaben wie Gästebetreuung und -information wahr. Zudem übernehmen sie an Stelle des bisherigen eigenen Marketings jeweils einen definierten Teil der Aufgaben der neuen Kooperation. Die eigentlichen Ressortverantwortlichen von Thunersee Tourismus werden die Medienarbeit, Lötschental die Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus, Lenk-Simmental die Finanzen und Adelboden die Webseite betreuen. Sie wird auf 2010 unter www.berneroberland.travel aufgebaut. Es werde somit keine zusätzliche Organisationsebene geschaffen.

«Kalte Betten» füllen

Dütschler betonte in Thun: «Unsere neue Organisation sieht ihre Hauptaufgabe im Bearbeiten wichtiger Tourismusmärkte. In der Steigerung der Übernachtungszahlen mittels Rekrutierung neuer Gäste, insbesondere auch aus dem süddeutschen Raum», informierte Dütschler. Daneben gelte den wichtigen Städten Basel und Zürich ein besonders Augenmerk. Die zweijährige Startphase der Kooperation solle eingehend ausgewertet werden und darüber Aufschluss geben, ob sie fortgesetzt oder in eine bereits angedachte Destinationsmanagement-Gesellschaft (eine AG) übergeführt werden könnte.

Mit «Real» verglichen

Roland Huber, Direktor von Adelboden Tourismus und Präsident der Kooperationsprojektleitung, zog an der Präsentation einen Vergleich zum Fussball: «Selbst eine Mannschaft wie Real Madrid, die aus lauter Alphatieren besteht, reüssiert nur als Team. Mit gutem Willen, grösserem Budget und der konsequenten Anwendung des gemeinsamen visuellen Auftritts gewinnen auch wir an Stärke.» Was auf Führungsebene erreicht worden sei, müsse jetzt mit der Basis umgesetzt werden. Dazu gehörten die Mitarbeiterschulung und eventuell die Schaffung einer Jobbörse.

Keine Trittbrettfahrer

Was passiert mit den «weissen Flecken», den heutigen Alleingängern im Gebiet der touristischen Mitte? «Aeschi Tourismus wird sich wohl bald wieder einer Destination anschliessen. Dann erfolgt die Integration automatisch», erklärte Dütschler. Und: «Diemtigtal Tourismus zeigte Interesse, dort fehlt aber die politische Absicherung. Als Trittbrettfahrer wollen wir sie nicht – vielleicht lassen sie sich später integrieren.

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