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Ein Holländer als erster auf der neuen Brücke

Bergkäse für den ersten Automobilisten, der die Stägmattbrücke überquerte: Regierungspräsidentin Barbara Egger-Jenzer weihte das Bauwerk ein und überreichte dem ersten Brückenbenutzer ein Geschenk.

Käse zum Abschluss der Ferien: Ein holländischer Gast aus Grindelwald erhielt gestern auf der neu gebauten Stägmattbrücke ein Geschenk von der Regierungspräsidentin Barbara Egger-Jenzer. «Ein Bergkäse von der Alp Hintisberg», sagte sie beim Überreichen des Geschenks dem verdutzten Fahrer, der zuerst nicht richtig wusste, wie ihm geschah. Denn neben Gemeindevertretern und Bauleuten waren eine ganze Anzahl Zuschauer auf der Brücke anwesend, die den beiden Holländern zujubelte, dazu klickten und blitzten Fotoapparate.

Katastrophe als Chance

Am Einweihungsfest wurde auch die Ortsdurchfahrt übergeben, nun hat Lütschental neben der Brücke eine Sitzgelegenheit mit Baum und Brunnen erhalten. Vor der Ansprache von Barbara Egger-Jenzer sangen die Schulkinder von Lütschental passenderweise «Sur le pont d’Avignon».

Egger erklärte in ihrer Rede, dass nach der schweren Zeit im August 2005 alle, die Schäden erlitten hätten, wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken könnten. «Ich werde den Tag nie vergessen», so Egger, «als ich das Ausmass der Zerstörung zum ersten Mal sah.» Häuser seien weggerissen worden, Strassen, Brücken und die Eisenbahnline zerstört worden. «Grindelwald war plötzlich von der Umwelt abgeschnitten.» Der Lütschentaler Gemeinderat habe aber bald erkannt, dass die Katastrophe auch Chancen biete, nämlich beim Wiederaufbau zu korrigieren und neu zu gestalten. Das habe man nun auch getan, denn die Brücke sei 15 Meter oberhalb des alten Standorts erbaut worden. Mit neuen Mittelinseln und Fussgängerstreifen soll die Brücke auch für Fussgänger sicherer sein. Die Fahrbahn wurde verbreitert, und neue Rad- und Gehwege wurden angelegt.

Die Kosten für die gesamten Bauten bezifferte Barbara Egger- Jenzer auf rund neun Millionen Franken.

Das vergessene Dorf

Zu Wort kam gestern auch der Gemeindepräsident von Lütschental, Paul Häsler. Er sagte, dass im Unwettersommer 2005 Lütschental neben Brienz oder Diemtigen fast vergessen worden wäre. «Damals wurde ein Dokumentarfilm gedreht mit dem Titel: ‹Das vergessene Dorf Lütschental›.» Doch die Aufräumarbeiten und die Solidarität aus der ganzen Schweiz habe gezeigt, dass man Lütschental doch nicht vergessen gehabt hätte.

Urs Kessler, CEO Jungfraubahnen, betonte die Wichtigkeit der Erschliessung: «Jährlich passieren 1,3 Millionen Touristen per Bahn oder Auto das Lütschental.» Das Unwetter habe gezeigt, dass nur die Zusammenarbeit aller Parteien, von Gemeinde, Kanton und Unternehmen, zum Erfolg führe. Man sei im 2005 auf einen Schlag zur Schicksalsgemeinschaft geworden.

Nach rund drei Jahren Bauzeit mit Verkehrsbehinderungen und Lärm zahlreicher Baumaschinen bemerkte eine Zuschauerin: «Gut, dass die Bauarbeiten zu Ende sind. Jetzt kehrt wieder Ruhe im Dorf ein.»

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