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Durchgangszentrum: Ende Februar ist Schluss

Das Durchgangszentrum für Asylbewerber in Uetendorf geht Ende Februar zu, weil die Zahl der Gesuche stark zurückgegangen ist.

Hinter jedem Bild ein Schicksal: Im Büro der Zentrumsleitung.
Hinter jedem Bild ein Schicksal: Im Büro der Zentrumsleitung.
Marc Imboden

Als die Asylgesuche im letzten Quartal 2008 rasant anstiegen, eröffnete der Kanton mehrere Durchgangszentrum – eines in der Sanitätshilfsstelle unter dem Altersheim Turmhuus in Uetendorf. «Leute unterirdisch einzuquartieren ist problematisch. Der Betrieb des Zentrums in Uetendorf war deshalb von Anfang an für höchstens zwei Jahre konzipiert», sagt Florian Düblin, Leiter des Migrationsdienstes bei der kantonalen Polizei- und Militärdirektion. «Weil Asylbewerber nun aber keine Zweitgesuche in der Schweiz mehr stellen können, ist die Zahl der Gesuchsteller so stark zurückgegangen, dass wir die Unterkunft in Uetendorf Ende Februar schliessen können.» Dazu habe auch beigetragen, dass in den bernischen Gemeinden mehr oberirdische Plätze für die Unterbringung der Asylsuchenden geschaffen wurden. Zwischen Dezember 2008 und heute sind in Uetendorf 272 Frauen, Männer und Kinder betreut worden. Der Betrieb des Durchgangszentrums lag bei der Organisation Asyl Biel Region.

Besser als anderswo

«Aus unserer Sicht ist der Betrieb in Uetendorf gut gelaufen», sagte Düblin weiter. Das begann bereits, als die Eröffnung des Zentrums öffentlich kommuniziert wurde. «In anderen Gemeinden sind wir auf politischen Widerstand gestossen – in Uetendorf jedoch konnten wir mit den Gemeindebehörden gut zusammenarbeiten.» Als der Betrieb einmal angelaufen war, habe es keine grossen Probleme in der Nachbarschaft gegeben, die eine Intervention erfordert hätten.

«Wir haben im Grossen und Ganzen gute Erfahrungen mit dem Durchgangszentrum und dessen Betreibern gemacht», sagt auch Uetendorfs Gemeindepräsident Hannes Zaugg-Graf (SP). Kurz nachdem das Zentrum im Dezember 2008 eröffnet worden war, gab es Probleme mit Georgiern, die mehrere Diebstähle begangen hatten, worauf die Polizei intervenierte. Was in der Bevölkerung für eine gewisse Irritation sorgte, waren aber keine Delikte, sondern die Anwesenheit der Fremden im Dorf und deren Verhalten. Frech seien sie, bisweilen anmassend und ohne richtige Manieren, wurde hinter vorgehaltener Hand herumgeboten. «Für jüngere Frauen war und ist es nicht einfach», sagt Zaugg. «Weil sie häufig angesprochen werden, gehen sie am Durchgangszentrum nicht gerne vorbei.»

Bevor die frühere Sanitätshilfsstelle bezogen werden konnte, musste die Gemeinde sie herrichten. Alle Installationen werden vorerst bleiben – denn es ist unklar, was dann mit der Anlage geschieht. Das Altersheim Turmhuus möchte die Räume kaufen und zu einer Tiefgarage umgestalten. Doch in nächster Zeit dürfte dieses Projekt laut Zaugg nicht umgesetzt werden.

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