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Die Schliessung der Empa ist vom Tisch

Die Empa baut in Thun ein Laser-Zentrum auf. Die drohende Schliessung ist damit kurz- und mittelfristig vom Tisch.

Das General Herzog Haus an der Feuerwerkerstrasse: Die Thuner Zweigstelle der Empa wird nicht ausziehen müssen.
Das General Herzog Haus an der Feuerwerkerstrasse: Die Thuner Zweigstelle der Empa wird nicht ausziehen müssen.
Archiv TT/Imboden

«Neuer Empa-Direktor Bona stellte sich Wirtschafts- und Politik-Vertretern vor.» So lautet der Titel der Medienmitteilungen, welche die Stadt Thun gestern verschickt hat. Im Rahmen eines Anlasses, welcher durch die Stadt Thun und die Wirtschaftsförderung des Kantons Bern organisiert wurde, stellte der neue Empa-Direktor Gian-Luca Bona mit dem Direktionsmitglied Pierangelo Gröning und der Marketingleiterin Gabriele Dobenecker seine Institution vor Vertretern aus Wirtschaft und Politik vor.

Gewichtiger ist jedoch Bonas Ankündigung, dass in Thun ein Laser-Zentrum aufgebaut wird. Die Leserinnen und Leser dieser Zeitung erinnern sich: In der Empa-Führungsetage dachte man lange laut darüber nach, die Thuner Zweigstelle nach Freiburg zu verlegen. Ist diese Verlegung nun definitiv vom Tisch? Wer in einer Zweigstelle eine neue Anlage einrichtet, denkt ja normalerweise nicht daran, die Zweigstelle dicht zu machen. Definitiv im Sinn von «für alle Zeiten» wohl nicht, sagte Marketingleiterin Gabriele Dobenecker gestern auf Anfrage, sicher aber «kurz- und mittelfristig».

Pläne der alten Riege

«Es war die Führungsriege unter dem Vorgänger von Bona, die mit dem Gedanken spielte, die Empa von Thun wegzuverlegen», ergänzte Philippe Häberli, Leiter der Abteilung Stadtmarketing in Thun, zu welcher auch das Wirtschaftsamt gehört. «Der neue Direktor hat uns aber versichert, dass seine Crew zum Standort Thun steht und ihn sogar noch ausbauen will.» Es würden bloss ein paar wenige Arbeitsplätze nach Dübendorf verlagert.

«Dass die Empa am Standort Thun festhält, ist natürlich eine ganz erfreuliche Nachricht», sagt Gemeinderätin Ursula Haller (BDP). Als Nationalrätin hat sie sich mit Vorstössen mehrfach für den Verbleib der Forschungsanstalt in der Kyburgstadt eingesetzt. «Denn die Empa hat eine Leuchtturm-Funktion, sie kann ähnlich gelagerte Unternehmen dazu bewegen, sich ebenfalls in Thun niederzulassen.»

Stadtpräsident Hansueli von Allmen (SP), unter anderem für die Wirtschaft zuständig, ist froh, dass sich der Kampf gelohnt hat: «Zusammen mit dem Kanton haben wir uns dafür eingesetzt, dass die Empa in Thun bleibt – diese Arbeitsplätze erhielt die Stadt seinerzeit als Kompensation für jene Jobs, die in der Rüstungsindustrie verloren gegangen waren.» Das Treffen zwischen Berner Wirtschaftsbossen, Politikern und Empa-Chefs sei sehr fruchtbar gewesen: «Wir müssen nun keine Bedenken mehr haben, dass hinter unserem Rücken etwas beschlossen wird, das nicht in unserem Sinn ist», sagte von Allmen weiter.

Ein Super-Laser

Beim Laser-Zentrum, das die Empa in Thun einrichten will, handelt es sich um eine Anlage, die es so bloss zwei weitere Male auf der Welt gibt. Ihre Spezialität ist ein Ultraviolett-Laserstrahl, der nanometerdünne Schichten abtragen kann, und zwar auf bis zu drei Quadratmeter grossen Oberflächen. Dadurch lassen sich auf den Oberflächen neue physikalisch-mechanische Effekte erzielen. Ob die Anzahl Arbeitsplätze von derzeit rund 80 durch den neuen Laser erhöht wird, ist noch unklar.

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