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Die Kandidaten unterscheiden sich in Details

Vor vollem Haus liessen sich die drei Kandidaten für das Steffisburger Gemeindepräsidium am einzigen Podium vor den Wahlen löchern. Die über 200 Zuhörer mussten feststellen: Die Unterschiede liegen im Detail.

«Sie alle sind für die Jungen. Sie sind für die Senioren, setzen sich für die Umwelt ebenso wie fürs Gewerbe ein, und die Sicherheit ist Ihnen ein Anliegen. Sagen Sie mir: Wo unterscheiden Sie sich?» Christian Strübin, Moderator des Regionaljournals Bern-Freiburg-Wallis auf DRS1, fühlte den Kandidaten für das Steffisburger Gemeindepräsidium am Dienstag Abend auf den Zahn – und lockte sie mit Aussagen wie dieser immer wieder aus der Reserve.

Wirtschaftsfreundlich

«Mein Schwerpunkt ist die Finanzpolitik», erklärte Jürg Marti (29, SVP), «denn nur mit einer soliden finanziellen Basis hat eine Gemeinde Handlungsspielraum.» Auch SP-Frau Ursulina Huder (50) outete sich als wirtschaftsfreundlich.

«Durch meine Tätigkeit beim Kaufmännischen Verband habe ich einen guten Zugang zur Wirtschaft», erklärte sie den gut 200 Anwesenden im randvollen Singsaal der Schulanlage Zulg. «Wichtig ist, dass die Gemeinde das Gewerbe dort unterstützt, wo sie die Möglichkeit hat, etwa mit dem raschen Abwickeln von Baugesuchen.» Lorenz Kopp (40, EVP), einst bei der Post Personalchef von 16000 Briefträgern, erklärte: «Ich will Eigeninitiative unterstützen. Wer selber anpackt und etwas bewegen will, dem soll die Gemeinde zur Seite stehen.» Das gelte sowohl für die Wirtschaft, wie für andere Angebote, etwa im Bereich der Nachbarschaftshilfe.

NetZulg-Verkauf: Skepsis

Mit Blick auf die nicht immer rosige Finanzlage der Gemeinde, neckte Gesprächsleiter Strübin die Kandidaten mit der Aussicht auf ein «verlockendes» Kaufangebot der BKW für die gemeindeeigene NetZulg AG. Während Jürg Marti sich bereit zeigte, «über alles zu reden», lehnte Ursulina Huder einen Verkauf rundweg ab: «Es muss nicht jede Milchkuh verkauft werden!» Lorenz Kopp richtete den Blick derweil in die Zukunft und mahnte, dass sich in einem liberalisierten Strommarkt eine neue Ausgangslage ergeben könnte. «Derzeit ist das aber kein Thema, das zur Diskussion steht.»

Für Steffisburg einstehen

Im Singsaal Zulg debattierten die Gemeindepräsidiumskandidaten aber auch über eine mögliche Steuersenkung – die zumindest im Moment für keinen der drei ein Thema ist –, die Lebensqualität im Dorf oder die Entwicklungsperspektiven, auch mit Blick auf den Bypass Thun Nord. Letzterer wurde insbesondere in der abschliessenden Fragerunde aus dem Publikum mehrmals thematisiert, und es war spürbar: Betroffene wünschen sich, dass der neue Gemeindepräsident oder die neue Gemeindepräsidentin sich gegenüber den kantonalen Planern beherzt für ihre Anliegen einsetzt.

Zu jung, zu nett, zu religiös?

Während SP-Mann Peter Maurer aus dem Publikum die Frage stellte, ob Marti mit knapp 30 nicht zu jung sei, um Gemeindepräsident zu werden, wollte Markus Häsler als Zuhörer wissen, wen er nun wählen soll, wenn er «etwas gegen den Stil der SVP, etwas gegen Linke und Nette und etwas gegen Pfarrer» habe. «Das Amt des Gemeindepräsidenten ist nicht primär von der Partei, sondern von der Person gefärbt. Und wichtiger als das Alter, ist die Motivation für das Amt», antwortete Marti. Ursulina Huder wies darauf hin, dass sie es in den letzten Jahren immer wieder geschafft habe,?Mehrheiten zu finden. «Ich habe bewiesen, dass ich verbindend politisiere.» Lorenz Kopp wies schliesslich mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass es etliche Ratings gebe, die belegten, dass Pfarrer das höhere Vertrauen in der Bevölkerung geniessen als Politiker.

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