Der neue Wanderweg ist eröffnet

Kiental

Fast zehn Jahre hat es gedauert, bis der vom Unwetter im August 2005 zerstörte Wanderweg von der Griesalp über Brüggersbärgli nach Ramslauenen am Samstag offiziell wiedereröffnet wurde.

Der Wanderweg Griesalp–Ramslauenen führt durch den Wald, über Blumenwiesen und Gräben.

Der Wanderweg Griesalp–Ramslauenen führt durch den Wald, über Blumenwiesen und Gräben.

(Bild: Rösi Reichen)

«Wir wollten eigentlich eine andere Wanderung machen. Als wir hörten, dass dieser Wanderweg jetzt offen ist, haben wir umdisponiert, und er gefällt uns», sagte ein Wanderer am Samstag über den dreistündigen Marsch, die auch mit Kindern begehbaren Wege und Stege. Die Gruppe der offiziellen Gäste wurde unterwegs über die Arbeiten, den Blick auf die Berge, zum Thunersee und bis zum Jura, die blühenden Orchideen, die Türkenbundknospen und den kreisenden Adler orientiert. Gemeindepräsident Willy Matti sagte, dass noch Geld aus dem Unwetterfonds für die zum Teil reparierte und teilweise neue Weganlage verwendet werden könne. Die Baukosten sind aber noch nicht alle abgerechnet, die Bausumme darum nicht bekannt.

Eine Idee wird wahr

Der einstige Präsident des Verkehrsvereins Kiental, Konrad Aellig, und der Bergführer und frühere Wart der Hohtürlihütte, Bernhard Mani, trafen sich 2009 auf der Sefinenfurgge, genossen die Aussicht auf die andere Talseite und diskutierten über Möglichkeiten, den früheren Wanderweg von der Griesalp nach Ramslauenen wieder begehbar zu machen. Es brauchte viele Touren im unwegsamen Gelände, Vermessungen, Verhandlungen mit Alp- und Waldbesitzern, bis eine durchführbare Variante via Gure, Brüggersbärgli geplant werden konnte. Die Reparatur des tiefer gelegenen früheren Weges wurde wegen des rutschigen Geländes und einer geplanten Hängebrücke aus Kostengründen nicht weiterverfolgt.

Schwierige Bedingungen

Der Forstwart und Baggerführer Jonathan Ryter von der Firma H.R.Bachmann, Reichenbach, erzählte der Berichterstatterin, wie er im Sommer 2013 mit dem einen Tonne schweren Bagger die Arbeit auf der Baustelle von Brüggersbärgli her begonnen habe. Für das neue Wegstück hat er die eigenhändig gefällten Tannen und die ausgebaggerten Steine beim Wegbau wiederverwendet. Einmal ist der Bagger im steilen Gelände umgekippt. Er konnte abspringen, blieb unverletzt, und zu dritt konnten sie den Bagger aufstellen und weiterarbeiten. Die schlimmste Zeit sei im letzten Sommer bei der Fortsetzung der Bauarbeiten angebrochen: «Es war matschig, rutschig, die Gummiraupen des Baggers verklebt, und jeden Abend kehrten wir klitschnass nach Hause zurück.» Dennoch liebt er den Nervenkitzel und wünscht sich auch in Zukunft solche Spezialarbeiten.

Der Unterhalt des neuen Weges obliegt dem Gemeindeangestellten Niklaus Wäfler, der schaut, schaufelt und organisiert, wenn nach einem Gewitter die Gräben unpassierbar sind. Der neue Weg ist eine Bereicherung des über 220 Kilometer grossen Wanderwegnetzes im Kiental.

Berner Zeitung

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