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Der Landvogt und die Chlummler

Der Mittelalterverein Berner Oberland lud zu einer Brauchtumspremiere ins Schloss ein. Wie anno 1613 forderten Chlummler vom Landvogt die Gutjahresgaben.

Auf der Laube beim Schloss Interlaken: Der Schreiber und das Landvogtehepaar mit seinen Musikanten und den vermummten Chlummlern im Hintergrund.
Auf der Laube beim Schloss Interlaken: Der Schreiber und das Landvogtehepaar mit seinen Musikanten und den vermummten Chlummlern im Hintergrund.
Anne-Marie Günter

«Wir haben Holz geschlagen, Schwellen gebaut und Reben geschnitten.» Ein Grüppchen «verbutzte Chlummler» aus Unterseen zog in den Schlosshof Interlaken ein. Leicht mit Besen und schwer mit Hellebarden bewaffnet, forderte das maskierte Volk vom bernischen Landvogt den Lohn für seine Arbeit, wie es ihn vor der Reformation von den Mönchen des Klosters erhalten hatte. Die gnädigen Herren von Bern entschieden 1613, dass der Landvogt den Brauch der Gutjahresgaben wieder aufnehmen dürfe. Gott habe Pest und Hungersnot, seine Strafe für sittenwidriges Verhalten über die Neujahrszeit, ja auch gemildert und eingestellt, argumentierte der damalige Interlakner Landvogt Hieronimus Stettler zugunsten des Volks. Der Briefwechsel zwischen dem Landvogt und den gnädigen Herren von Bern ist historisch: Die beiden Dokumente sind im Staatsarchiv.

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