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Der Fulehung verteilte Süsses

Nachdem am Sonntag noch 64 kleine Fulehüngli durch die Stadt zogen, hatte gestern das Original seinen grossen Auftritt: Der Fulehung verteilte am Thuner Ausschiesset Hiebe, ehe er sich von seiner «süssen» Seite zeigte.

Ohren zu, Kamera raus: Am Sonntag kurz nach 12.30 Uhr und beobachtet von vielen Zuschauern wurde beim Rex-Kreisel die Kanone abgefeuert. Der Ausschiesset war eröffnet.
Ohren zu, Kamera raus: Am Sonntag kurz nach 12.30 Uhr und beobachtet von vielen Zuschauern wurde beim Rex-Kreisel die Kanone abgefeuert. Der Ausschiesset war eröffnet.
Markus Hubacher
Der Traktor mit Anhänger zeigte es an: Die Stadtschützen Thun gibt es mittlerweile seit 475 Jahren.Umzug.
Der Traktor mit Anhänger zeigte es an: Die Stadtschützen Thun gibt es mittlerweile seit 475 Jahren.Umzug.
Markus Hubacher
Wahrzeichen von Thun: der Fulehung und das Schloss im Hintergrund.
Wahrzeichen von Thun: der Fulehung und das Schloss im Hintergrund.
Patric Spahni
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Morgenstund hat bekanntlich Gold im Mund. Das ist in der Kyburgstadt nicht anders. Was den Thunerinnen und Thunern Gold wert ist, vernahm, wer gestern in den frühen Morgenstunden genau hinhörte. Hundertfach ertönten in der Innenstadt «Fule-hung-hung»-Rufe. Ab 5 Uhr morgens drückte der maskierte Narr dem zweiten Ausschiesset-Tag seinen Stempel auf und jagte sowohl Wachgebliebene wie auch Frühaufsteher durch die engen Gassen rund um den Rathausplatz. Nach der Tagwache um 6 Uhr versammelten sich kurz vor 7.30 Uhr bei immer noch kühlen Temperaturen um sechs Grad Eltern, Bekannte und Freunde der Kadettinnen und Kadetten zur feierlichen Fahnenübergabe – und alle hielten für einen Moment lang inne.

Ruhelos Hiebe ausgeteilt

Beim anschliessenden Umzug durchs Bälliz und die Hauptgasse galt die Aufmerksamkeit dann wieder vermehrt dem Fulehung. Ruhelos verteilte der Gejagte Hiebe mit Schyt und Söiplaatere. Manch einer, der den Schlägen nicht ausweichen konnte, rieb sich amüsiert, aber mit schmerzverzerrtem Gesicht, die getroffene Körperstelle.

Auf der Sinnebrücke suchte plötzlich ein Störefried für Sekundenbruchteile den Nahkampf mit dem Narr, doch die freiwilligen Helfer und Beschützer des Fulehungs nahmen den Mann sofort zur Seite und schickten ihn mit einem «So nid!» weg. Insgesamt verlief der zweite Ausschiesset-Tag jedoch friedlich. Korpsleiter Urs Balmer, der während des Umzugs neben Hauptmann Ivo Kämpf lief, fand nur lobende Worte: «Das Korps hat sich hervorragend präsentiert. Ich bin sehr zu frieden.»

Nachwuchs ist garantiert

Balmer zeigte sich auch erfreut, dass der Nachwuchs gesichert ist. In der Tat waren am Umzug viele jüngere Kadettinnen und Kadetten – wegen der kühlen Witterung teilweise mit blauen Jacken über ihrer Uniform – zu sehen.

Nach dem Böllerschuss vor dem Viehmarktplatz, mit dem das Schaulaufen des Korps endete, sputete Jung und Alt in die Untere Hauptgasse, wo sich der Fulehung am Fenster oberhalb des Bistro «Chez Amis» nochmals zeigte – dieses Mal von seiner grosszügigen und «süssen» Seite.

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