Das ganze Dorf war im Schlittenhundefieber

Gadmen

Am Wochenende wurde Gadmen wieder zum Mekka der Musher und der Schlittenhunde. Das ganze Dorf steht bei dem jährlichen Rennen jeweils hinter dem jungen OK rund um Präsident Thomas Huber.

Ein Musher ist mit seinen Hunden auf der Strecke in Gadmen unterwegs.

Ein Musher ist mit seinen Hunden auf der Strecke in Gadmen unterwegs.

(Bild: Sandra Huegli-Landheer)

In Gadmen unterhält der Nordische Skiclub Oberhasli (NSCO) eine 15 Kilometer lange Loipe. Seit rund vierzig Jahren gehört das Herz der langlaufbegeisterten 240 Einwohner jedoch auch dem Schlittenhundesport. Hier oben Schlittenhunderennen zu organisieren, sei damals wegen Gastronom und Initiant Heinz Jossi realisiert worden, sagt Mathias Krump, der frühere NSCO-Eliteläufer und seit den Siebzigerjahren Loipenchef. Das ganze Dorf stehe mittlerweile hinter dem Anlass, freut sich OK-Präsident Thomas Huber. Er und sein junges OK sowie rund sechzig Helfer führen die Veranstaltung jeweils durch.

Am letzten Wochenende war es schliesslich wieder so weit. Gadmen wurde erneut zum Mekka der Musher und der Schlittenhunde. Mit der früheren Helferin Linda Kehrli nahm nun auch eine Gadmer Musherin mit ihrem Zweiergespann teil. Im Stake-out (Camp der Musher) heulten und bellten die Huskys, Samojeden, Grönlandhunde, Malamutes und nicht rassenreine Hunde um die Wette. Neunzig Gespanne aus Deutschland, Holland, Frankreich und der Schweiz kämpften in zwei Wertungsläufen in zahlreichen Kategorien um den Tagessieg.

Absage wegen Sturm

Am Samstag jedoch meinte es der älteste Oberhasler, der Föhn, nicht gut mit den Organisatoren und Mushern. Es stürmte so heftig, dass der Wettkampf nach einer Stunde Unterbruch definitiv abgebrochen werden musste. Weil der Föhn rechtzeitig zusammenfiel, konnte die abendliche Gadmen Trophy aber durchgeführt werden. «Dieser Plauschwettbewerb ist jeweils das Herzstück unserer Veranstaltung. Das gibt es sonst nirgends», sagte der OK-Präsident.

Die Husky Bar im Startgelände, bei der man neben Hochprozentigem auch Chäsbrätel bekommt, und die grosse Festwirtschaft in der Mehrzweckhalle werden vom Verein Flyinghirsch geführt. Oberster «Fliegender Hirsch» ist Präsident Remo von Weissenfluh. Er bildet zusammen mit Christian Abplanalp seit nunmehr fünf Jahren ein fideles Platzspeaker-Duo. Die beiden Humoristen wissen vor dem Start der Gespanne über die Musher und ihre Hunde allerhand Wissenswertes zu berichten.

Kein Gehör für die nette Vorstellung scheinen die bellend dem Start entgegenfiebernden Hunde zu haben. Damit die Gespanne mit Höchstgeschwindigkeit durch die Kurven fahren können, bringt Streckenchef Mathias Krump auf dem Skating Trail jeweils Steilwandkurven an. Nach dem Schlittenhunderennen würden die Trails sofort wieder in Langlaufloipen umgewandelt, so der 64-Jährige. Reklamationen der Langläufer, weil die Hunde auf dem Rundkurs ja auch einmal müssen, gebe es jeweils keine, war von OK-Präsident Huber zu erfahren. Er freute sich, dass am zweiten Wettkampftag der Zuschaueraufmarsch riesig war und echt nordische Verhältnisse herrschten. >

Berner Oberländer

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