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Damit der Sagibach künftig keine Gefahr mehr darstellt

Die Schwellenkorporation Lauterbrunnen bewilligte 1,05 Millionen Franken für ein Hochwasserschutzprojekt in Isenfluh und einen Planungskredit von 92'000 Franken für die Erhöhung des Geschiebefängers Gryfenbach Lauterbrunnen.

Der Sagibach (gestrichelte gelbe Linie) soll oberhalb des Dorfes Isenfluh ein Murgangrückhaltenetz und einen Geschiebesammler erhalten.
Der Sagibach (gestrichelte gelbe Linie) soll oberhalb des Dorfes Isenfluh ein Murgangrückhaltenetz und einen Geschiebesammler erhalten.
Ferdinand Waespe (Grafik Huggler+Porta)

«In Isenfluh besteht Handlungsbedarf für Massnahmen gegen die Murgang- und Steinschlagrisiken», schreibt die Geotest AG Zollikofen im technischen Bericht zum Wasserbaubewilligungsverfahren Sagibach. Laut der Gefahrenkarte lägen sechs Wohn- und Ferienhäuser sowie das Restaurant im roten, die meisten übrigen Gebäude im blauen oder gelben Gefahrenbereich (siehe Kasten Naturgefahren).

Bewilligung im 2008

Die Schwellenkorporation Lauterbrunnen hatte 2008 einen Kredit von 690'000 Franken für das Verbauungsprojekt Sagibach Isenfluh bewilligt. «Als Schutzziel gilt neu ein Rückhalten des Geschiebematerials eines 300-jährlichen Murgangs von rund 2000 Kubikmetern, anstatt eines 100-jährlichen Ereignisses», informierte Präsident Ruedi Janzi an der Schwelli-Versammlung. Alle Liegenschaften in Isenfluh sollen ausserhalb oder mindestens in einem gelben Gefahrenbereich zu liegen kommen.

Netz geplant

Nebst dem beschlossenen Geschiebesammler (Rückhaltevolumen 800 Kubikmeter) sei neu ein Murgangrückhaltenetz (850) geplant, sagte Ruedi Janzi. Zusammen mit je einem Ablagerungsplatz und Rückhalteraum soll ein Geschieberückhaltvolumen von total 2150 Kubikmetern erreicht werden. Eine zu rodende Fläche von 726 Quadratmetern kann an Ort und Stelle wieder aufgeforstet werden. Die ausserordentliche Versammlung hiess mit sieben Stimmen bei drei Enthaltungen 1'050'000 Franken für das überarbeitete Projekt der Huggler+Porta AG Interlaken gut. Man könne mit etwa 68 Prozent Subventionen rechnen, mutmasst Ruedi Janzi. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Frühling beginnen. Das vom kantonalen Tiefbauamt publizierte Wasserbaugesuch mit Waldrodung im Namen der Schwellenkorporation liegt bis am 31.Januar beim Bauamt Lauterbrunnen auf.

Sperre höher?

«Es ist das Ziel, dass unterhalb des Geschiebefängers kein Wohnhaus mehr in der roten oder blauen Gefahrenzone liegt», erklärte Ruedi Janzi zum Projekt Schutzmassnahmen Gryfenbach 2, Lauterbrunnen. Der 2005 fertig gestellte Geschiebesammler oberhalb des Dorfteiles Gässli weist ein Rückhaltevolumen von 4500 Kubikmetern auf – rund 500 zu wenig, um einen 100-jährlichen Murgang zurückzuhalten. Für ein 300-jährliches Ereignis wird sogar ein Rückhaltevolumen von 15'000 Kubikmetern benötigt.

«Auf der Gefahrenkarte ist noch viel rot und blau – ein sehr unbefriedigender Zustand», sagte Ruedi Janzi. Er betonte, bei der favorisierten Ausbauvariante (S2+N6) handle es sich erst um ein Vorprojekt mit mutmasslichen Kosten von 1,27 Millionen Franken. Diese Variante sieht eine Erhöhung der bestehenden Betonsperre um 2 Meter plus ein Murgangrückhaltenetz mit einer Höhe von 6 Metern vor.

Zweifel an Tauglichkeit

Aus der Mitte der Versammlung wurden Zweifel über die Tauglichkeit des Projektes geäussert. Für den Planungskredit von 92'000 Franken stimmten neun Mitglieder, bei einer Enthaltung.

Heinz Feuz, Stechelberg, ersetzt Hanspeter Gertsch, Wengen, als Vizepräsident der Korporation.

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