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«Casa Alpina» wird im September geschlossen

Das im Oberhasli umstrittene Sachabgabezentrum «Casa Alpina» auf dem Brünigpass wird am 30. September geschlossen. Der Kanton ist zum Schluss gekommen, dass sich dieses Gebäude für die Unterbringung von abgewiesenen Asylsuchenden «nicht besonders eignet».

Wird im September geschlossen: das Sachabgabezentrum auf dem Brünigpass.
Wird im September geschlossen: das Sachabgabezentrum auf dem Brünigpass.
Bruno Petroni

Deshalb habe das Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern den Vertrag zur Führung dieses Zentrums mit dem Verein Asyl Biel und Region gekündigt, teilte die kantonale Polizei- und Militärdirektion am Donnerstag mit.

Nicht besonders geeignet ist die «Casa Alpina» für den Kanton, weil einerseits die öffentliche Sicherheit und Ordnung «nicht vollumfänglich gewährleistet» werden könnten. Anderseits seien die Bewohner des Zentrums zu weit von den für sie zuständigen Institutionen entfernt.

Zurzeit leben auf dem Brünigpass 30 Personen mit abgewiesenem Asylgesuch. Sie werden nun bis Mitte September nach Aarwangen und Gampelen umplatziert, wenn sie weiterhin Nothilfe in Anspruch nehmen wollen.

Bei Razzia Drogen gefunden

Nach dem Asylgesetz des Bundes müssen rechtskräftig Weggewiesene die Schweiz selbständig verlassen und haben keinen Anspruch mehr auf ordentliche Sozialhilfe.

Mitte Dezember 2010 hatte die Kantonspolizei in der «Casa Alpina» eine Razzia durchgeführt und danach 13 Personen wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel- und das Ausländergesetz verzeigt. Sechs weitere Personen wurden in Ausschaffungshaft genommen.

Die Gemeinden Meiringen und Hasliberg forderten in der Folge die Schliessung des Zentrums.

Jaunpass: Truppenlager wird Asylunterkunft

Der bernische Polizeidirektor Hans-Jürg Käser verknüpfte im Juni dieses Jahres die Schliessung der «Casa Alpina» mit dem Angebot an den Bund, Militärunterkünfte auf dem Jaunpass und in der Nähe des Brünigpasses - im Gebiet Tschorren - für die Beherbergung von Asylsuchenden zur Verfügung zu stellen.

Dass die «Casa Alpina» nun geschlossen werde, habe mit diesem Angebot nichts zu tun, sagte Käser am Donnerstag auf Anfrage.

Auf dem Jaunpass wird die Unterkunft nun tatsächlich eröffnet: Ende August ziehen dort rund 50 Männer aus Nordafrika ein. Joachim Gross, Mediensprecher des Bundesamts für Migration, bestätigte auf Anfrage entsprechende Angaben der Gemeinde Boltigen. Mitte August übernahm das Bundesamt respektive die Betreiberin ORS Service AG die Räumlichkeiten.

Noch kein Entscheid liege bezüglich Tschorren vor, sagte Gross weiter. Alles sei noch offen. Der Entscheid falle wahrscheinlich im Oktober.

SDA/js

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