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Bucher Hydraulics: Gegen 30 neue Arbeitsplätze jährlich

Die neue Produktionshalle ist fertig, bereits werden darin Grossserien gefertigt: Bucher Hydraulics in Frutigen hat ein starkes jährliches Wachstum zu verzeichnen.

Gefragt sind ausgebildete Fachleute wie auch fähige Lehrlinge. Mit der neuen Produktionshalle hat die Firma Bucher Hydraulics beim Flugplatz Frutigen eine Produktionsfläche von heute 16'500 Quadratmeter. Innert vier Jahren wurde der Personalbestand auf 280 Angestellte verdoppelt, pro Jahr sind 25 bis 30 neue Arbeitsplätze entstanden. «Das hat zur Folge, dass wir immer Leute suchen. Die technischen Berufe werden in den Schulen bei der Berufswahl oft vernachlässigt, das spüren wir jetzt auf dem Arbeitsmarkt. Vom Lehrling bis zum ausgebildeten Fachmann können wir neue Leute brauchen.» Aurelio Lemos, der den Standort Frutigen der Bucher Hydraulics leitet, ist durchwegs zurückhaltend, hier jedoch wird er deutlich: «Technische Berufe, vom Konstrukteur bis zum Polymechaniker, wird es immer brauchen. Jemand muss ja produzieren.» Für das Frutiger Unternehmen – 1997 aus der Hydrotechnik hervorgegangen – bedeutet es, dass mit derzeit 25 Lehrstellen die Fachleute selber ausgebildet werden. «Unser Ziel ist, mehr als 30 Lehrstellen anzubieten. Wir stehen zum Standort Schweiz, das bedeutet auch, hier Ausbildungen anzubieten.»

Investitionen: 30 Millionen Die neue, über 80 Meter lange, Halle ist schon heute mit mehreren Fabrikationszentern belegt. Im 2009 sind weitere hochmoderne Produktionsanlagen geplant. 30 Millionen Franken wurden in den letzten vier Jahren in Frutigen investiert, vor allem in die Halle und neue Maschinen. Und für die nächsten Jahre sind bereits weitere Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe – ebenfalls für Maschinen – geplant. «Eine weitere Halle ist derzeit kein Thema, jedoch wären wir vorbereitet, sollte diese Erweiterung nötig werden», erklärt Aurelio Lemos. Was aber wird in Frutigen produziert? Immerhin erwirtschaftet Bucher Hydraulics mit den verschiedenen Standorten (siehe Kasten) einen Jahresumsatz von 386 Millionen Franken. Es handelt sich bei den Produkten um Antriebs- und Steuerungstechnik, die in mobilen Anwendungen sowie in der Industrie zum Einsatz kommt. Es sind konkret Hydraulikventile in verschiedenen Formen und Varianten zur Steuerung und Regelung in mobilen und stationären Maschinen Neben einem Normprogramm werden zur Erweiterung des Lieferspektrums komplette Funktionsbausteine in Form von Steuerblöcken angeboten, welche für die verschiedenen Hydraulikfunktionen eingesetzt werden. Die produzierten Stückzahlen gehen von Kleinserien bis zu Grössenordnungen von mehreren zehntausend Stück pro Jahr. Stark bei Traktoren Eingesetzt werden die Produkte «made in Frutigen» zum Beispiel von zahlreichen Herstellern von Baumaschinen und Landwirtschaftsmaschinen, im Energiesektor bei Wind- und Solaranlagen, bei der Steuerung von Flugsimulatoren oder in Kommunalfahrzeugen wie Putzmaschinen oder Kehrichtwagen. Ein sehr breites Feld kann mit den Frutiger Teilen abgedeckt werden, wobei der grösste Teil speziell nach Kundenwunsch hergestellt respektive zusammengestellt wird. «Wir lassen einen grossen Anteil der Drehteile auswärts herstellen. Unsere Kernkompetenz ist die Bearbeitung von Ventil-blöcken für Gross- und Kleinserien. Wir könnten gar nicht alle Drehmaschinen hier aufstellen, die für uns arbeiten», erklärt der Geschäftsführer, um den Umfang der Produktion aufzuzeigen. Die Serienproduktion in Frutigen läuft hochautomatisiert rund um die Uhr das ganze Jahr. Präzision als Sicherheit Sicherheit und Präzision hat für das Unternehmen einen sehr hohen Stellenwert. Der Arbeitsdruck in Hydrauliksystemen ist sehr hoch, die Anforderungen an Material und Produktion sind entsprechend. «Dies spricht auch für den Werkplatz Schweiz und den Standort Frutigen», so Lemos.

Viel Arbeit wird zudem in die Entwicklung und das Prüfen der Produkte gesteckt. Nicht erkannte Fehler können teuer kommen, da die Ventile oft wichtige Sicherheitsfunktionen übernehmen. Mit der Expansion von Bucher Hydraulics ins Ausland – beispielsweise nach Nordamerika, China und Indien – würden Arbeitsplätze in Europa und der Schweiz gesichert. Kunden würden vor Ort betreut. Dank diesen ausländischen Standorten können wichtige Aufträge geholt werden. Das nötige Fachwissen über die Produkte und die Entwicklung bleibe aber hier. In Frutigen wird von der Entwicklung über den Prototypenbau bis zur Serienfertigung alles unter einem Dach gemacht. Dies bietet attraktive Arbeitsplätze. 70 Prozent der Angestellten kommen aus dem Amt Frutigen, weitere 20 Prozent aus der Region Spiez-Simmental und der Gegend Interlaken. Aurelio Lemos: «Die Rahmenbedingungen hier sind gut. Wir schätzen die Qualifikation und das Engagement der Oberländer. Eine Auslagerung von Arbeitsplätzen ist kein Thema.»

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