Bleibt die Künstlerbörse in Thun?

Thun

Bleibt die Schweizer Künstlerbörse in Thun? Der Stadtrat entscheidet an seiner nächsten Sitzung über die Vertragserneuerung.

Kleinkunst im Kultur- und Kongresszentrum KKThun: Die Schweizer Künstlerbörse ist für Künstlerinnen – im Bild der Clown Camilo, der dieses Jahr aufgetreten ist – Veranstaltern, Vertreterinnen von Agenturen und das Publikum – jedes Jahr ein kultureller Höhepunkt.

Kleinkunst im Kultur- und Kongresszentrum KKThun: Die Schweizer Künstlerbörse ist für Künstlerinnen – im Bild der Clown Camilo, der dieses Jahr aufgetreten ist – Veranstaltern, Vertreterinnen von Agenturen und das Publikum – jedes Jahr ein kultureller Höhepunkt.

(Bild: Markus Hubacher)

Die Schweizer Künstlerbörse weist einen Bedarf an öffentlichen Geldern von mindestens 500'000 Franken aus; exklusive Dienstleistungen und Gebühren. «Für den Gemeinderat ist klar, dass dieser Anlass mit den Thunerseespielen zu den national ausstrahlenden Kulturanlässen gehört, die in Thun durchgeführt und mit massgeblichen Beiträgen unterstützt werden sollen.»

So begründet der Gemeinderat dem Stadtrat in den Unterlagen für die nächste Sitzung seinen Antrag für die Erneuerung der Vereinbarung mit der Organisatorin, der KTV ATP (Vereinigung KünstlerInnen – Theater – VeranstalterInnen, Schweiz, vgl. auch Kasten «Der Anlass»).

Trotzdem würde das Kostendach um jährlich 25'000 Franken von 190'000 auf 165'000 Franken reduziert. In diesem Betrag enthalten sind unverändert 15'000 Franken in Form von Dienstleistungen und Gebühren. Zudem soll die Vertragsdauer neu auf vier statt sechs Jahre festgelegt werden. Dies entspricht laut Gemeinderat derjenigen mit dem Kanton Bern. Die Vereinbarung würde demnach für die Jahre 2016 bis 2019 gültig sein.

25'000 Franken weniger

«Die 25'000 Franken entsprechen dem Betrag, den die KTV ATP aufgrund der Abrechnung in den letzten Jahre nie in Anspruch nehmen musste», begründet Marianne Flubacher, Leiterin Kulturabteilung der Stadt Thun, die Reduktion auf Anfrage. Künftig würden 110'000 Franken aus der Stadtkasse als Verpflichtungskredit fliessen.

Darüber hinaus könnte die Stadt, vergleichbar einer Defizitgarantie, maximal 40'000 Franken aus dem Fonds Verband Thuner Amtsanzeiger entnehmen. «Der genaue Betrag wird wie bisher erst nach Vorliegen der KTV-Abrechnung festgelegt», ergänzt sie. Bislang waren es fix 30'000 Franken aus dem Fonds, und die restliche Beteiligung floss aus der Stadtkasse.

Dem Gemeinderat liegt am Herzen, dass der Grossanlass auch weiterhin in Thun durchgeführt werden kann. «Dieser traditionelle Kulturanlass geniesst in unserer Stadt insofern einen derart hohen Stellenwert, als dass er einmal jährlich das kulturelle Epizentrum der Schweiz darstellt, in seiner Art einzigartig ist und eine enorme Ausstrahlung hat», wirbt der zuständige Gemeinderat Roman Gimmel (SVP) für die neue Vereinbarung.

KTV-ATP-Geschäftsführerin Anne Jäggi ist dankbar für die erfolgten Verhandlungen und den Vorschlag. «Unser Wunsch und Ziel ist es, die Schweizer Künstlerbörse weiterhin in Thun durchzuführen – und mit dem neuen Vertrag ist dies bis auf Weiteres gewährleistet.»

Zu 45 Prozent selber finanziert

Finanziert wird die Schweizer Künstlerbörse zu rund 55 Prozent mit öffentlichen Geldern, zu mindestens 45 Prozent mit selbst erwirtschafteten Einnahmen der KTV ATP. Nebst der Stadt Thun subventionieren den Grossanlass jedes Jahr der Kanton Bern (250'000 Franken), die Konferenz der kantonalen Kulturbeauftragten (maximal 100'000 Franken) und die Kulturstiftung Pro Helvetia (50'000 Franken).

Der Thuner Stadtrat wird am 11. Juni über die Vereinbarung und den Verpflichtungskredit entscheiden.

Berner Zeitung

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