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Beoblitz erscheint nicht mehr

Das Telefonbuch und Branchenverzeichnis «Beoblitz» erscheint definitiv nicht mehr: Das Anfang Juli eröffnete Konkursverfahren wurde nun mangels Aktiven eingestellt.

Endgültig begraben: Es gibt keine weiteren Ausgaben des «Beoblitz».
Endgültig begraben: Es gibt keine weiteren Ausgaben des «Beoblitz».
Susanna Michel

Der 2008 erstmals erschienene «Beoblitz» dient vielen Haushalten der Region als Telefonbuch und lokales Branchenverzeichnis. Letzten Herbst erschien die fünfte Ausgabe. Wie sich nun herausstellt, war es auch die letzte. Gemäss Publikation im neusten «Thuner Amtsanzeiger» hat das Konkursamt Berner Oberland am 29.Juli das am 3.Juli eröffnete Konkursverfahren eingestellt. «Es waren zu wenig Aktiven vorhanden, um die Kosten eines Konkursverfahrens zu decken», sagte Heinz Aebi, Leiter des Konkursamtes.

Das Verfahren wird einzig durchgeführt, wenn ein Gläubiger bis zum 17.August für die Deckung der Kosten einen Vorschuss von 38000 Franken leistet. Pfandgläubiger können noch bis zum 17.August ihre Forderungen einreichen und die Verwertung ihres Pfandes verlangen. Konkret geht es dabei aber nur um die Büroeinrichtungen. Dieses sogenannte Retentionsgut steht gemäss Aebi dem Vermieter der Räumlichkeiten zu. Andere Pfandwerte oder gar verwertbare Liegenschaften gebe es nicht.

Einfluss der «Beozeitung»?

Der Konkurs des «Beoblitzes» hatte sich in den letzten Monaten abgezeichnet. «Beoblitz»-Gründer Jürg Künzle war als Initiant, Verwaltungsrat und Inseratechef auch massgeblich bei der Gratiszeitung «Beozeitung» involviert. Diese musste Anfang dieses Jahres, am 26.Februar, ebenfalls Konkurs anmelden. Künzle schied bereits Mitte Januar bei der Beozeitung AG aus, begründet wurde dies mit «gesundheitlichen Gründen».

Obwohl das Zeitungsprojekt keinen direkten Zusammenhang mit dem «Beoblitz» hatte, gab es Reaktionen. «Viele Lieferanten und Partner verlangten plötzlich eine Vorauszahlung. Das strapazierte unsere Liquidität massiv», sagte «Beoblitz»-Geschäftsführerin Angela Künzle Ende Juli gegenüber der «Jungfrau Zeitung». In den letzten Monaten habe man sich selbst keine Löhne mehr ausbezahlen können.

Jürg Künzle schied vorher aus

Ihr Vater Jürg Künzle war bereits letzten April als Teilhaber und Geschäftsführer der Beoblitz GmbH ausgeschieden, seither waren noch Ehefrau Silvia und Tochter Angela an der GmbH beteiligt. Damals verlegte die Firma auch ihren Geschäftssitz von Hilterfingen nach Uetendorf an die Glütschbachstrasse 61. Nötig wurde der Umzug laut Angela Künzle, weil der Vermieter die Geschäftsräume selber benötigte. Man habe sich mit dem Umzug in günstigere Räume zudem eine Kostensenkung erhofft.

Zuletzt habe man noch versucht, statt drei regionale ein einziges Telefonbuch zu realisieren. «Doch als die Zusammenarbeit mit der Post nicht zustande kam, mussten wir Ende April abbrechen», sagte Angela Künzle. Sie räumte ein, dass zuvor noch Rechnungen für «Beoblitz»-Inserate verschickt worden seien. Diverse Firmen aus der Region haben dadurch Geld verloren.

Berner Oberländer/rdh

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