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Bashkim-Strafmass soll neu überprüft werden

Der Fall einer Schiesserei mit tödlichem Ausgang vor vier Jahren im Club Bashkim in Uetendorf ist noch immer nicht abgeschlossen. Das Bundesgericht wies ihn zur Neubeurteilung an das Berner Obergericht zurück.

Ein folgenschwerer Streit, der sich am 10. Dezember 2004 im Club Bashkim an der Glütschbachstrasse in Uetendorf zwischen mehreren Kosovo-Albanern zutrug, war von einem äusserst komplizierten Ablauf gekennzeichnet und bedarf deswegen der Vereinfachung: Der nachmalige Angeklagte L. begab sich in den erwähnten Club, wo er mit drei weiteren Personen Karten spielte. Wegen des Spieleinsatzes mit Bargeld kam es zum Streit. In der Folge wurde L. von M., dem mehrere Helfer zur Seite standen, mit Billardstöcken und Stühlen angegriffen und mit einem heftigen Schlag auf den Hinterkopf verletzt. L. telefonierte seinem Kollegen G., der im Lokal erschien. M. drohte L. erneut und schlug ihm mit einem Revolver auf die bereits lädierte Stirn. L. bangte um sein Leben, ergriff die eigene Pistole und schoss in Richtung des Angreifers. Er traf diesen am Oberkörper, worauf das Opfer trotz sofortiger Erster Hilfe noch im Lokal verstarb. Ein weiterer Besucher, der sich in das Getümmel einmischte, bedrohte G., der ebenfalls schoss und den anderen verletzte.

Unterschiedliche Strafen

G. wurde im September 2006 vom Kreisgericht Thun wegen versuchter vorsätzlicher Tötung in unerlaubtem Notwehrexzess zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, L. dagegen wegen erlaubter Notwehr freigesprochen. Gegen beide Sanktionen appellierte die Staatsanwaltschaft. Bei L. lautete der Antrag auf Schuldspruch wegen vorsätzlicher Tötung in Notwehrexzess auf fünf, bei G. auf sechs Jahre Freiheitsstrafe. Die 1. Strafkammer des Berner Obergerichts folgte weitgehend den Anträgen des oberinstanzlichen Anklägers und diktiert gegen beide Angeklagten sechs Jahre Freiheitsstrafe. Während G. nicht anfocht, führte L. Beschwerde an das Bundesgericht und forderte Freispruch. Bundesgericht siehts anders Die Frage stellte sich, welche Bewandtnis es mit der Notwehr hatte. Die Strafrechtliche Abteilung des Bundesgerichts erwog, dass die Situation von L. vom Obergericht ungenügend gewichtet wurde. Es sei unterblieben, dass L. gedemütigt und mehrfach geschlagen wurde. Den Sachverhalt bewerteten die drei Bundesrichter als lückenhaft. Obschon die Überschreitung der Notwehrgrenze ausser Zweifel stehe, müsse neu überprüft werden, ob womöglich ein entschuldbarer Notwehrexzess vorliege, was Freispruch ergäbe. So oder so, befand das oberste Gericht, sei eine Strafe von sechs Jahren eindeutig zu hoch. Die Beschwerde von L. wurde somit teilweise gutgeheissen und der Fall vom Bundesgericht zur Neubeurteilung an das kantonale Obergericht zurückgewiesen.

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