Asylbewerber ziehen bald ins Ferienzentrum

Aeschiried

Schon in wenigen Wochen werden Asylsuchende ins Ferienzentrum einziehen. Die Stiftung Blaukreuzheim hat dem Kanton einen Grossteil ihrer Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, Platz hat es für 100 Personen. Die Gemeinde wurde über die Vorhaben erst vor wenigen Tagen informiert.

Das Ferienzentrum Aeschiried: Schon bald werden bis zu hundert Asylsuchende hier ihr neues, vorübergehendes Zuhause finden.

Das Ferienzentrum Aeschiried: Schon bald werden bis zu hundert Asylsuchende hier ihr neues, vorübergehendes Zuhause finden.

(Bild: Markus Hubacher)

Nachdem der Gemeinderat von Hasle (Burgdorf) dem Kanton das leer stehende Schulhaus Schafhausen als Kollektivunterkunft für Asylsuchende zur Verfügung gestellt hat, öffnet auch das Ferienzentrum Aeschiried seine Tore: Unterkunftsplätze für hundert Asylsuchende werden dort angeboten. Einziehen sollen diese schon in den nächsten Wochen. Wann genau könne zurzeit aber noch nicht gesagt werden, sagt Claudia Ransberger, stellvertretende Leiterin des Migrationsdienstes des Kantons Bern. Fakt ist, dass das Ferienzentrum ab Ende Oktober geschlossen sein wird.

Die Gemeinde wusste von den Vorhaben des Ferienzentrums nichts, wie Brigitte Berger, Gemeinderätin von Aeschi, sagt. «Wir sowie die Bevölkerung wurden vor vollendete Tatsachen gestellt.» Erst gestern seien die Einwohner informiert worden. Claudia Ransberger: «Bekommen wir ein Angebot eines Privaten, klären wir dieses zuerst ab. Erst wenn ein positiver Entscheid gefällt worden ist, wird die Gemeinde informiert.» Dies sei der normale Ablauf.

«Wir werden nun versuchen, die Spielregeln aufzustellen», sagt Brigitte Berger. Vor allem die Sicherheit der Kinder würde der Gemeinde am Herzen liegen. Und dafür will sie sich auch einsetzen: «Wir werden zum Beispiel fordern, dass die Busse, welche auch für den Schultransport verwendet werden, nicht auch von den Asylbewerbern genutzt werden», sagt sie. Schulhausplätze sollen zudem abgegrenzt werden, und die Gemeinde wolle sich auch für eine 24-Stunden-Hotline einsetzen, über welche Probleme der Bevölkerung seitens der Betreiber abgeklärt und Fragen entgegengenommen werden können. «Und wir hoffen, dass die zukünftigen Betreiber, die Grundeigentümer und der Migrationsdienst die Bevölkerung genaustens über die neue Situation informieren werden.»

Ein längerfristiges Objekt

Wie lange das Ferienzentrum Aeschiried vermietet werden soll, sei nicht klar, sagt Claudia Ransberger. «Da es sich aber um oberirdische Unterkunftsplätze handelt, ist das Objekt für uns von längerfristiger Bedeutung.» Auch nicht klar sei, wie viele Asylsuchende demnächst einziehen werden. «Wir bekommen die Personen vom Bundesamt für Migration zugewiesen», sagt Ransberger. In den letzten Wochen seien dem Kanton wöchentlich rund 75 neue Asylsuchende zugewiesen worden. Man rechne in Aeschiried mit Asylsuchenden aus Syrien und Eritrea, aber auch aus anderen Herkunftsländern. Die Situation könne sich aber in wenigen Wochen wieder verändern.

Tiefrote Zahlen geschrieben

«Die saisonalen Schwankungen der letzten Jahre haben unseren Betrieb hart getroffen», begründet Jürg Kuhn, Stiftungsratspräsident des Blaukreuzheims Aeschiried, den Entscheid, das Zentrum an den Kanton vermietet zu haben. «Wir schrieben tiefrote Zahlen.» Und so habe sich der Stiftungsrat Ende Juni für eine Pause entschieden, die voraussichtlich zwei bis drei Jahre dauern werde, «bis wir wieder startklar sein werden». Vermietet werde jedoch nicht das ganze Ferienzentrum: «Der Hotelneubau sowie das Restaurant werden vorerst ungenutzt bleiben.»

Noch nicht geregelt ist der Betrieb der zukünftigen Asylunterkunft. «Wir befinden uns zurzeit in Verhandlungen mit den zuständigen Asylsozialhilfestellen», sagt Ransberger. Wie viel die Ferienunterkunft den Kanton kostet, will sie nicht preisgeben.

Berner Zeitung

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