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Anlage soll Strom für rund 140 Haushalte liefern

Das Baugesuch für die erste Biogasanlage im Haslital ist eingereicht. Viel Rindermist und -gülle, Pferdemist und Schweinejauche, Grüngut aus Gärten, Alpmolke und Abfälle aus Gastrobetrieben werden künftig in die Ey transportiert – als Rohstoff für die Stromproduktion. Profitieren sollen davon jährlich etwa 140 Haushalte.

In der Ey, weitab vom Meiringer Wohngebiet, auf dem Landwirtschaftsbetrieb von Arnold und Heidi Glatthard, wird im Herbst eine Biogasanlage die Stromproduktion aufnehmen.
In der Ey, weitab vom Meiringer Wohngebiet, auf dem Landwirtschaftsbetrieb von Arnold und Heidi Glatthard, wird im Herbst eine Biogasanlage die Stromproduktion aufnehmen.
André Hug

Stehen der turmförmige Fermenter, der ihm ähnliche, etwas kleinere Nachgärer und das aus Gasmotor und Generator bestehende Blockheizkraftwerk, erzeugt die Biogasanlage Meiringen jährlich rund 500'000 Kilowattstunden Strom. Er wird ins Netz der Elektrowerke Reichenbach AG eingespeist – die Produktion vermag den Jahresbedarf von etwa 140 Haushalten zu decken. Die Anlage gibt zudem circa 450000 Kilowatt Wärm her. Sie wird zum Teil direkt für den Betrieb der Anlage eingesetzt, überschüssige Wärme kann für die Heubelüftung , fürs Heizen von Gebäuden oder fürs Erzeugen von Warmwasser verwendet werden. Übrig bleiben sogenannte Gärungsrückstände, hochwertiger Dünger , der in der Landwirtschaft sehr begehrt ist.

Der Anstoss zu diesem Projekt kam vonseiten der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO), die die umweltfreundliche Stromproduktion nach Kräften unterstützt und fördert – zum Beispiel über ihr Programm «Partnerschaft KWO – Oberhasli». Die von ihr in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zeitigte positive Ergebnisse. Den Ball «Landwirtschaftliche Biogasanlage mit Nassvergärung» aufgenommen hat schliesslich der Bauer und Viehzüchter Arnold Glatthard. «Ich sah hier eine Möglichkeit, meinem Betrieb ein drittes Standbein zu verschaffen», sagte er gestern anlässlich eines Mediengesprächs. Für die nächsten Schritte tat sich Glatthard mit einer Hundertprozenttochter der BKW FMB Energie AG zusammen – mit der schweizweit tätigen Sol-E Suisse AG. Es entstand die gemeinsame Besitzer-Betreibergesellschaft Biogasanlage Meiringen. Die Projektleitung liegt in der Hand von Johannes Vogel von der Sol-E Suisse AG.

Bauer bringen ihren Mist

Parallel zu den eigentlichen Projektierungsarbeiten verliefen das Einholen des Umweltverträglichkeitsberichts und die Rohstoffbeschaffung: Zehn Landwirte der Region wollen künftig den Mist und die Gülle aus ihren Betrieben in die Biogasanlage bringen; dazu bereit sind auch die grösseren Gastrobetriebe sowie die Gemeinden – sie können in der Ey die Grünabfälle aus den Gärten ihrer Einwohner loswerden. Insgesamt rund 6500 Tonnen dieser Substrate oder Biomasse werden so pro Jahr zusammenkommen, in der Anlage aufbereitet, gemischt und in den Fermenter gegeben.

Kosten rund 1,3 Millionen Franken

Liegt in zwei, drei Monaten die Baubewilligung vor, sollte die Biogasanlage im Herbst den Betrieb aufnehmen. Die Bauherrschaft rechnet mit Investitionskosten von rund 1,3 Mio Franken, die Betriebskosten werden sich auf gut 100'000 Franken jährlich belaufen. Zum Funktionieren der Anlage braucht es nicht nur eine gehörige Menge Biomasse: «Wir konnten deren Realisierung an die Hand nehmen, weil wir seit Juli letzten Jahres wissen, dass die von unserer Biogasanlage erzeugte Bandenergie über die kostendeckende Einspeisevergütung verbilligt wird», stellte Projektleiter Vogel klar.

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