Zum Hauptinhalt springen

Am 4.10.1991 schloss die SLT

August 1989: Der SLT-Verwaltungsrat erteilt der Revisionsstelle Berner Regionalbanken den Auftrag, zusätzliche Prüfungen im Bereich Kredite vorzunehmen. Resultat: formelle Mängel in Kreditgeschäften.

August 1989: Der SLT-Verwaltungsrat erteilt der Revisionsstelle Berner Regionalbanken den Auftrag, zusätzliche Prüfungen im Bereich Kredite vorzunehmen. Resultat: formelle Mängel in Kreditgeschäften.

Frühjahr 1990: Das Institut für Bankenwirtschaft St.Gallen stellt das Gutachten «Überlebensstrategie SLT» vor. Fazit: Wegen der einseitigen Ausrichtung auf dem Immobiliensektor würden sich ab 1993 wegen der teurer werdenden Refinanzierung Ertragsprobleme abzeichnen.

Mai 1991: Die SLT feiert mit über 1000 Gästen ihr 125-Jahr-Jubiläum in Thun.?Mai 1991: Die Revisionsstelle stellt im Geschäftsbericht 1990 Mängel in der Kreditorganisation fest und kritisiert Limitenüberschreitungen. Die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) ruft eine Sitzung mit dem Verwaltungsrat ein.

4.Oktober 1991: Die EBK schliesst die Schalter und sperrt die Gelder, die SLT stellt ihre Geschäftstätigkeit ein. Die 14-tägige Frist für eine Lösung verstreicht, die Nachlassstundung wird eingeleitet. Betroffen sind der Hauptsitz im Bälliz in Thun, die Filialen in Dürrenast, Heimberg, Hünibach, Spiez und Gstaad, die Agenturen im Lerchenfeld, in Heiligenschwendi und an der Lenk sowie die erst kürzlich übernommene Filiale Niedersimmental in Wimmis.

10.Oktober 1991:70 SLT-Angestellte wappnen sich für den Andrang der Bankkunden, die bis zum 18.Oktober 500 Franken abheben dürfen.

18.Oktober 1991: Die EBK setzt die Atag als Liquidatorin ein und verfügt den Bewilligungsentzug.

Dezember 1991: Die erste Zahlung von 45 Prozent der ursprünglichen Guthaben beginnt; 1996, 2000 und 2002 erfolgen drei weitere Auszahlungen.

Oktober 1996:Gläubiger lassen vor dem einstigen SLT-Eingang ein Mahnmal in Form eines grossen Granitsteines platzieren. Beim Verkauf des SLT-Gebäudes im Jahr 2001 wird er entfernt.

Januar 1999: Im Verantwortlichkeitsverfahren wird mit 11 SLT-Verantwortlichen ein Vergleich über total 6,2 Millionen abgeschlossen. Unbekannt bleibt, wie die Summe aufgeteilt wird.

Oktober 1999: Im wohl grössten Schadenersatzprozess der Schweiz wird der Ex-SLT-Kreditchef Alfred Schmid von strafrechtlichen Vorwürfen freigesprochen.

Januar 2006: Die Nachlassliquidation ist nach 14 Jahren abgeschlossen. Insgesamt wurden den Gläubigern 899 Millionen Franken zurückgezahlt. Schulden von 223 Millionen Fr. konnten dagegen nicht beglichen werden. Es wurden 467 Millionen an pfandversicherte und privilegierte Gläubiger, 86 Millionen an Kleingläubiger und 346 Mio an 5.-Klass-Gläubiger überwiesen. Vom Crash betroffen waren 5000 Kleingläubiger. In Anrechnung bereits früher ausbezahlter Beträge belief sich die Gesamtdeckung auf 60,7 Prozent.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch