Allplast: Erfolg mit Pools nach Mass

Thun

Die Thuner Allplast AG leidet unter dem starken Franken. Rund die Hälfte der aus Kunststoffen gefertigten Pools und Behälter gehen ins Ausland.

Ein halber Swimmingpool steht in der Montagehalle der Allplast AG im Gwatt: Die beiden Geschäftsinhaber Jörg Lauber (links) und Markus Trachsel möchten diesen Bereich  der Kunststoffverarbeitung weiter ausbauen.<p class='credit'>(Bild: Patric Spahni)</p>

Ein halber Swimmingpool steht in der Montagehalle der Allplast AG im Gwatt: Die beiden Geschäftsinhaber Jörg Lauber (links) und Markus Trachsel möchten diesen Bereich der Kunststoffverarbeitung weiter ausbauen.

(Bild: Patric Spahni)

Bei der Firma Allplast ist nicht alles Plastik, sondern fast alles Polypropylen. «Das ist ein hochwertiger und rezyklierbarer Kunststoff, der äusserst resistent ist und sich durch Schweissen zu den verschiedensten Elementen verbinden lässt», erzählt Jörg Lauber. Er ist zusammen mit seinem Geschäftspartner Markus Trachsel Inhaber und Geschäftsleiter der Allplast AG (vgl. Kasten). In der grossen Montagehalle, die erst letzten März bezogen wurde, steht ein halbes Schwimmbecken.

Etwa 15 Meter lang und 5 Meter breit. «Das ist eine Massanfertigung für einen privaten Kunden in Bern», erzählt Lauber. Boden und Wände des grossen Pools mit verschiedenen Treppen, Sitzbänken und Einlässen für Massagedüsen werden in der Halle aus zugekauften Platten und Profilen hergestellt. Die beiden fertigen Schwimmbadhälften werden dann mit einem Spezialtransport nach Bern gefahren und dort vor Ort zusammengeschweisst.

Pool für den Deltapark

«Schwimmbäder und Massagepools aus Polypropylen sind wegen ihrer Langlebigkeit und Robustheit immer gefragter», erzählt Lauber. Im letzten Jahr machte der Anteil am Geschäft erst 11 Prozent aus, dieses Jahr soll er aber schon 20 Prozent betragen. Unter anderem kann Allplast auch den Aussenpool für den Wellnessbereich des Hotels Deltapark (Gwatt-Zentrum) liefern. Die Pools werden nach Mass gefertigt und auf die Kundenwünsche angepasst. Der erste Pool wurde 2012 ausgeliefert und war für das Solbad Sigriswil bestimmt.

Behälter für die Industrie

Damit spricht Lauber einen weiteren Vorteil des Polypropylens an. Der aus Erdöl hergestellte Kunststoff ist korrosions- und säureresistent. So kommen die Behälter der Allplast AG vor allem auch in der Industrie zum Einsatz. Die Behälter, die momentan gerade im Gwatt produziert werden, gehen nach Deutschland in eine Galvanikanlage (Metallveredelung) in Bayern. Um das eh schon robuste Material noch weiter zu verstärken, werden die Behälter zusätzlich mit kunststoffverkleideten Stahlträgern versehen. «Unsere grössten Behälter haben ein Volumen von 25000 Litern», ergänzt Markus Trachsel. Ein wichtiger Abnehmer sind dabei Gerbereien.

Die zwei neuen Montagehallen, die früher von der Firma Nobs und später von Meyer Burger genutzt wurden, würden die Produktion vereinfachen. Mit dem Umzug an die Eisenbahnstrasse 62 konnten die beiden früheren Standorte am Moosweg und in Uetendorf zusammengelegt werden. Für einen weiteren Ausbau könnten am neuen Standort noch weitere Hallenflächen dazugemietet werden. Denn die benachbarte Firma Garaventa zügelt nächstens nach Uetendorf (wir berichteten).

Rückgang wegen Frankenkurs

Doch Jörg Lauber mahnt zur Vorsicht. «Durch die Aufhebung des Euromindestkurses müssen wir mit einem Rückschlag rechnen», sagt er. Da rund die Hälfte der Produktion in den Euroraum exportiert wird, wirke sich der starke Franken wesentlich auf den Geschäftsgang aus. Da die meisten Aufträge langfristig geplant würden, sei die Auslastung momentan noch gut. Fürs letzte Quartal sei jedoch ein Rückgang spürbar. «Aufs ganze Jahr gesehen müssen wir mit einer Umsatzeinbusse von 5 Prozent rechnen», sagt Lauber. Doch Schwankungen beim Umsatz, der sich auf 2,5 bis 4 Millionen Franken pro Jahr beläuft, würden zum Geschäft gehören. Deshalb arbeite man bei der Bewältigung grösserer Aufträge nebst den 15 fest angestellten Kunststofftechnologen auch mit temporären Fachkräften zusammen.

Für die Zukunft sind die beiden Firmeninhaber aber optimistisch eingestellt. Die Allplast AG sei zurzeit die einzige Firma in der Schweiz, die im grösseren Stil Pools aus Polypropylen herstelle. «Dazu braucht es gelernte Fachleute, die wir bei uns auch ausbilden», ergänzt Trachsel. Zudem entdecke man immer wieder neue Marktlücken und könne Speziallösungen offerieren. Eine Möglichkeit sieht Lauber auch im Gartenbau, zum Beispiel für Teiche oder kleinere Stützmauern. «Ich habe das in meinem eigenen Garten getestet, das funktioniert bestens», freut sich Lauber.

Thuner Tagblatt

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