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Akutspital wird doch nicht gebaut

Das in Saanenmöser geplante neue Akutspital für 20 Mio. Franken wird nun doch nicht gebaut. Stattdessen entstehen in Saanen und Zweisimmen zwei Gesundheitszentren. Das hat der Verwaltungsrat der Spital Thun-Simmental (STS) AG beschlossen.

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Der Verwaltungsrat zog mit diesem Entscheid die Konsequenz aus einem Gutachten des Gesundheitsökonomen Willy Oggier aus Küsnacht ZH, wie die STS AG am Dienstag in einem Communiqué bekanntgab.

Dieses Gutachten wurde in Auftrag gegeben, nachdem der ursprüngliche Entscheid des STS-Verwaltungsrats im Simmental und im Saanenland Opposition hervorgerufen hatte. Dieser Entscheid bestand darin, die heutigen Spitäler in Zweisimmen und Saanen zu schliessen und stattdessen in Saanenmöser ein neues Akutspital zu bauen.

Nachdem der Berner Regierungsrat eine Mediation in Auftrag gegeben hatte, einigten sich alle Beteiligte darauf, die Beschlüsse des STS-Verwaltungsrats vom Herbst 2007 durch Oggier überprüfen zu lassen.

Opposition wiegt zu stark

Das Gutachten habe nun ergeben, dass die Grundlagenarbeit des STS-Direktors und die Entscheidfindung durch den Verwaltungsrat gut gewesen sei, heisst es in der Medienmitteilung. Oggier lehne den Neubau in Saanenmöser aber ab, weil er ihn für kaum realisierbar halte. Dies, weil mit Einsprachen der Baubeginn stark verzögert werden könnte.

Auch seien die beiden Regionen Saanenland und Zweisimmen in der Standortfrage so weit auseinander, dass auch eine Evaluation eines neuen Standorts oder ein Entscheid zu Gunsten eines der heutigen Standorte kaum mehrheitsfähig sei. Nicht neu zu beurteilen hatte der Gutachter den baulichen Zustand der beiden Spitäler.

In der Mediation war vereinbart worden, dass die STS AG der Empfehlung des Gutachters zu folgen habe. Das tue er denn auch, schreibt der STS-Verwaltungsrat. Er werde nun unter Beizug der lokalen Gesundheitsanbieter ein Konzept für zwei Gesundheitszentren entwickeln.

Gerade weil der Begriff Gesundheitszentrum noch nicht abschliessend definiert sei, berge diese Ausgangslage Chancen für die Zukunft, schreibt er.

Chance für die Region

Das noch nicht abschliessend definierte Gefäss «Gesundheitszentrum» müsse nun mit innovativen Ideen gefüllt werden. Das könne durchaus eine Chance sein für die Region, sagte die Zweisimmer Gemeinderatspräsidentin Anne Speiser am Dienstag auf Anfrage.

Für Speiser, die seinerzeit eine Petition zur Erhaltung des Akutspitals Zweisimmen mitlancierte, lässt das Gutachten aber noch diverse Fragen offen, so etwa zur Bausubstanz. Das Petitionskomitee werde die Resultate aber wie versprochen akzeptieren, führte Speiser aus.

STS sah grosses Sparpotenzial

Der STS-Verwaltungsrat begründete im Herbst 2007 die geplante Schliessung der beiden heutigen Spitäler mit baulichen und strukturellen Gründen. Er wollte das Spital Zweisimmen zu einem Zentrum für Langzeitpflege umwandeln und im Spital Saanen sollten Wohnungen eingebaut werden. Der Spareffekt hätte mehrere Mio. Franken pro Jahr betragen.

Das kantonale Spitalamt bezeichnete seinerzeit den Entscheid als innovativen Lösungsansatz. Der Schritt entspreche der kantonalen Spitalversorgungsplanung. Das Spital Saanenmöser hätte 2011 den Betrieb aufnehmen sollen.

Im Obersimmental formierte sich gegen diese Pläne Widerstand. Ein Komitee lancierte eine Petition. Der Neubau müsse in Zweisimmen und nicht in Saanenmöser zu stehen kommen, wurde darin gefordert. In Zweisimmen bestehe eine eingezonte Landreserve, in Saanenmöser komme das Spital «auf die grüne Wiese».

SDA/mus

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