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Aktion gegen Bettler trägt Früchte

Die Aktion Adios von Stadt und Kantonspolizei trägt Früchte: In Thun gibts so gut wie keine Bettler, Rosenverkäufer und Pseudostrassenmusikanten mehr. Die Aktion läuft derzeit nur noch auf Sparflamme.

Ende Juni: Ein Bettler vor der Kantonalbank am Maulbeerplatz in Thun. Solche Bilder gibt es seit dem Start der Aktion Adios kaum mehr zu sehen.
Ende Juni: Ein Bettler vor der Kantonalbank am Maulbeerplatz in Thun. Solche Bilder gibt es seit dem Start der Aktion Adios kaum mehr zu sehen.
Archiv TT/Imboden

«Die Stadt greift durch» titelte das Thuner Tagblatt am 4. Juli auf der Frontseite. Es ging in dem Artikel um den härteren Kurs, den Thun gegenüber der organisierten Bettelei einzuschlagen gedachte. «Bereits nach dieser Ankündigung stellten wir fest, dass in der Innenstadt viel weniger Bettler unterwegs waren», sagt Thuns Gewerbeinspektor Reto Keller.

Knapp drei Wochen später, am 22. Juli, doppelte die Stadt nach. Sie verkündete öffentlich den Start der Aktion Adios. Dieses Präventionsprojekt, das in Zusammenarbeit mit der Polizei Thun ins Leben gerufen wurde, hat zum Ziel, die Bettelei und deren Begleiterscheinungen zu bekämpfen. Dazu gehört das aggressive Auftreten von Bettlern und Rosenverkäufern, deren Verhalten bisweilen die Grenzen zur Nötigung berührt oder überschritt, sowie Taschendiebstähle und Kinderausbeutung.

Schweizweit beachtet

Nachdem die Stadt den Bettlern Adios gewünscht hatte, sagten auch diese Adieu. «Allein die Ankündigung der Aktion reichte, um die Bettelei praktisch auf Null zurückzufahren», sagt Keller. «Unsere Aktion wurde schweizweit beachtet, die Sendung 10vor10 beispielsweise brachte ein Interview mit Gemeinderat Peter Siegenthaler.» Wenn die Mitarbeiter des Gewerbeinspektorats doch hin und wieder einen Bettler, Pseudostrassenmusikanten oder Rosenverkäufer erblicken, machen sie der Polizei Meldung, und diese weist die Leute weg.

Aus Osteuropa

Die Bettler stammen fast ausschliesslich aus Osteuropa. Wegen den Bilateralen Verträgen II mit der EU können Angehörige aus jenen Staaten in die Schweiz kommen und hier arbeiten. Dafür erhalten sie eine Art Reisenden-Karte. Betteln gilt jedoch nicht als Arbeit; wer sein Geld nur auf diese Weise verdient, muss das Land verlassen. «Wir nahmen deshalb mehreren Personen diese Karte ab», so Gewerbeinspektor Reto Keller. Zurzeit sei die Aktion Adios auf Sparflamme. Sollte es aber nötig werden, könne die Flamme jederzeit wieder aufgedreht werden.

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