Abgehoben bei der Glecksteinhütte

Grindelwald

Chrigel Maurer aus Unterseen will in diesem Jahr sämtliche 152 SAC-Hütten besuchen. Ein knappes Viertel davon hat er schon geschafft.

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Bruno Petroni

Am Mittwochmittag auf 2317 Meter über Meer: Nach zweistündigem Aufstieg sitzt Christian «Chrigel» Maurer mit seinem Kunden Moritz Herrmann auf der Sonnenterrasse der SAC-Glecksteinhütte bei Kaffee und leckerem Zwetschgenkuchen, liebevoll und frisch zubereitet von Hüttenwartin Rosmarie Bleuer. Moritz Herrmann, seit elf Jahren Gleitschirmpilot aus Thun, hat Chrigel für den heutigen Tag als «Lehrer für höhere Ansprüche» für sich gebucht. Will heissen, «dass ich mir erhoffe, von Chrigels Erfahrungsschatz profitieren und künftig die Thermik besser ‹riechen› zu können», so Herrmann.

Es warten noch 112 Hütten

Chrigel Maurer, der zurzeit beste Gleitschirmpilot der Welt, kombiniert diesen Ausflug mit seinem Gast gleichzeitig mit seiner Hütten-Sammelaktion. Der 31-jährige Unterseener hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, in diesem Jahr sämtlichen 152 SAC-Hütten einen Besuch abzustatten und in jeder Hütte einen Kaffee zu trinken und ein Stück Kuchen zu essen. Die Glecksteinhütte hoch über Grindelwald ist die 40.Hütte. Bereits abgehakt sind populäre Refugien wie die Blümlisalp-, Konkordia-, Mutthorn- oder Geltenhütte. Aber auch abgelegene Exoten wie die Bergli- oder Linardhütte, die Chrigel Maurer als bisher einzige gemeinsam mit seinem Freund und Betreuer Thomas Theurillat bestiegen hat.

Noch warten also 112 Berghütten auf Chrigel Maurer. Er gibt sich aber zuversichtlich, dass er auch diese noch schaffen wird. «Vor allem im Wallis sind die Hütten teilweise so nahe beieinander, dass ich da gleich mehrere an einem Tag schaffen kann.» Dass Chrigel Maurer bei all seinen Touren auch stets einen Gleitschirm am Rücken trägt und nach dem Hüttenbesuch fliegend ins Tal zurückkehrt, versteht sich von selbst. Natürlich bezweckt Chrigel Maurer mit seinen Hüttentouren, seine Fitness für bevorstehende Herausforderungen zu erhalten: In einem Monat nimmt er am X-Pyr teil, einem 440 Kilometer langen Biwakrennen in den Pyrenäen. Und 2015 wird er zum vierten Mal am X-Alps starten. Dieses Rennen von Salzburg nach Monaco gewann Maurer bekanntlich schon dreimal in Folge.

«Die Augen geöffnet»

Nach dem Bilderbuchstart neben der Glecksteinhütte und einem langen Streckenflug via Waldspitz, Männlichen und Schilthorn landet das Biplace-Duo Maurer-Herrmann auf der Höhematte in Interlaken. Das Fazit von Moritz Herrmann: «Chrigel hat mir heute die Augen geöffnet. Er hat mir gezeigt, wie ich die Thermik besser spüren und optimale Thermikkanten erkennen kann.»

Berner Oberländer

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