Südländisches Flair auf dem Thuner Viehmarktplatz

Thun

Pétanque, Billard und Schach spielen auf dem Viehmarktplatz in Thun: Das soll ab Juni möglich sein. Das Projekt der Funkhouse-Betreiberin und ihres Partners beinhaltet zudem ein Bistro mit 15 Aussentischen. Die Stadt steht hinter der Zwischennutzung, die den Platz beleben soll.

Initiantin Jeannette Hänni und ihr Partner Marc Zwahlen auf dem Viehmarktplatz. Die Profile zeigen an, wo die Elemente zu stehen kommen.

Initiantin Jeannette Hänni und ihr Partner Marc Zwahlen auf dem Viehmarktplatz. Die Profile zeigen an, wo die Elemente zu stehen kommen.

(Bild: Patric Spahni)

Eine öde, leere Stelle direkt bei der historischen Thuner Stadtmauer: Nein, zum Verweilen lädt der Viehmarktplatz wahrlich nicht ein. Das liesse sich ändern – davon ist Jeannette Hänni überzeugt. Die Betreiberin der Funkhouse-Musikbar am Rathausplatz, die von ihrer Wohnung aus direkt auf den Viehmarktplatz blicken kann, sieht täglich, wie dieser brachliegt. Und so reifte die Idee, die Hänni und ihr Partner, Architekt Marc Zwahlen, jetzt umsetzen wollen: «Gestaltung des ungenutzten Viehmarktplatzes zu einem Freizeitplatz für die Stadtbevölkerung», heisst es im Baugesuch, das im «Thuner Amtsanzeiger» publiziert wurde.

Jeannette Hänni erklärt, was dahintersteckt: «Wir starten im Juni ein Pilotprojekt.» Dieses sieht einen Container vor, um den 15 Tische gruppiert werden. Dort werden Getränke und Snacks serviert. Neben diesem Bistro sind Pétanque-Bahnen, Outdoorbillard- und Schachtische geplant. Jeannette Hänni schwebt eine Stimmung vor, wie sie etwa in Südfrankreich herrscht: Junge und Alte spielen gemeinsam in gemütlicher, friedlicher Atmosphäre. Anlocken soll das Angebot explizit auch Familien und Jugendliche.

Spieltische auf Blechpodest

Zu stehen kommen die Elemente auf dem Blechpodest, das 2001 errichtet worden war. «Für die Pétanque-Bahnen installieren wir Abgrenzungen aus Holz, legen ein Vlies auf das Blechpodest und eine Schicht Sand darüber», führt Jeannette Hänni aus. Die Spieltische werden in der Nacht möglichst vandalensicher abgedeckt. Investieren muss Hänni zudem in die weitere Infrastruktur im Bistro sowie in einen Toilettencontainer, die Begrünung mit Pflanzen et cetera. Sie geht von Kosten im tiefen fünfstelligen Bereich aus.

Die Restaurantbetriebe in der Umgebung will Hänni nicht konkurrenzieren – sondern im besten Fall mit einbeziehen: «Ich suche das Gespräch mit ihnen.» Die Idee: Wenn jemand auf dem Viehmarktplatz essen möchte, könnte ein benachbartes Restaurant die Speisen liefern.

Ab 22 Uhr ist Ruhe

Am 1. Juni soll der Betrieb starten. Die Funkhouse-Betreiberin hofft, dass es keine Einsprachen geben wird – die Frist läuft bis zum 18. Mai. «Die Öffnungszeiten von 10 bis 22 Uhr haben wir bewusst so festgelegt, dass die Anwohner am Abend ihre Ruhe haben», betont Hänni. Und: Musikalische Beschallung erlaubt die Stadt ebenso wenig wie etwa Werbebanner.

Die Stadt macht zudem Vorgaben in Bezug auf die Verkehrssicherheit – so werden Abschrankungen zur Strasse hin aufgestellt. Als Grundeigentümerin hat sie aber das Baugesuch mitunterzeichnet – «und der Gemeinderat steht hinter dem Projekt», sagt Stadtingenieur Rolf Maurer. Er führt aus, dass es immer die Idee gewesen sei, den Platz nach Möglichkeit zu beleben – Anfragen seien aber zuletzt keine mehr eingegangen.

Klar ist für die Stadt, dass es sich um eine Zwischennutzung handelt. Bekanntlich wurde der geplante Ideenwettbewerb für die künftige Nutzung sistiert, weil die Grabenstrasse und der Berntorkreisel im Rahmen des Bypass Thun-Nord ebenfalls umgestaltet werden. «Wir arbeiten mit Hochdruck an der Gestaltung der Innenstadtachsen», sagt Rolf Maurer. Die Inbetriebnahme ist für 2018 geplant. Der Verkehr – inklusive Fussgängerverbindungen – habe Priorität, danach komme die definitive Nutzung des Viehmarktplatzes wieder aufs Tapet.

Fortsetzung im Jahr 2016?

Wie gut das nun vorliegende Projekt mit Bistro, Pétanque-Bahnen und Spieltischen bei der Thuner Bevölkerung ankommt, weiss auch Initiantin Jeannette Hänni nicht: «Es ist ein Pilotprojekt – wir schauen einmal, wie es läuft.» Allerdings nehme sie die Thuner als neugierig wahr, wenn ihnen etwas Neues geboten werde.

Und so macht sich Hänni auch bereits Gedanken, ob es eine Fortsetzung im nächsten Jahr geben könnte. Falls ja, würde sie sich allerdings wünschen, «dass der langwierige Bewilligungsprozess einfacher über die Bühne gebracht werden könnte».

Thuner Tagblatt

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