Thun

Stadt Thun übernimmt die MUR-Halle

ThunDie Halle für Unihockey und Rollhockey an der Rütlistrasse gelangt in den Besitz der Stadt: Das Parlament bewilligte den vorzeitigen Heimfall und einen notwendigen Verpflichtungskredit von 584'000 Franken.

Szene aus dem Unihockeymatch UHC Thun gegen Zug in der MUR-Halle. Mit der Zustimmung des Stadtrats übernimmt nun die Stadt die Halle.

Szene aus dem Unihockeymatch UHC Thun gegen Zug in der MUR-Halle. Mit der Zustimmung des Stadtrats übernimmt nun die Stadt die Halle. Bild: Patric Spahni

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«Gibt es keine Alternativen?», nahm Gemeinderat Roman Gimmel (SVP) die Frage vorweg, die er aus den Reihen des Stadtrats erwartete. Seine Antwort: «Doch.» Anstelle des vorzeitigen Heimfalls der Mehrzweckhalle für Unihockey und Rollhockey (MUR) an die Stadt könnte das Gebäude zum Verkauf angeboten werden – nur gebe es keinen echten Markt dafür. Oder die Genossenschaft MUR-Halle könnte Insolvenz anmelden – aber die Stadt würde trotzdem «mit beiden Beinen mittendrin stehen» (vgl. Kasten). Reibungslos ging das Traktandum aber nicht über die Bühne: Die FDP stellte einen Rückweisungsantrag. Zwar betonte Hanspeter Aellig, der Konkurs sei keine Option – aber in der vorliegenden Form gebe es von der FDP keine Zustimmung zum Geschäft. Offene Punkte müssten in einem neuen Bericht berücksichtigt werden: «Wir erwarten ein Betriebs- und Nutzungskonzept und eine Definition der Trägerschaft.»

Nur SVP unterstützte die FDP

Die SVP sagte der FDP Unterstützung zu, da es um viel Geld gehe – und: «Andere Varianten wurden vernachlässigt. Wenn es sie nicht gibt, muss die vorhandene auf ein solides Fundament gestellt werden», sagte SVP-Vertreter Philipp Deriaz. Die anderen Parteien boten dazu nicht Hand: Der Rückweisungsantrag scheiterte mit 13 zu 21 Stimmen (1 Enthaltung). Argumentiert wurde etwa damit, dass mit dem Heimfall das von der Stadt investierte Geld nicht verloren gehe. Oder dass die betroffenen Vereine ja irgendwo trainieren müssten und bei einem Wegfall der MUR bei der Stadt anklopfen würden. Oder dass die von Roman Gimmel aufgezeigten Alternativen nicht infrage kämen. Konrad Hädener, CVP-Stadtrat und Präsident der Vereinigung Sport Thun, betonte: «Es macht Sinn, dass Anlagen, die von der Finanzierung her an der Stadt hängen, auch der Stadt gehören.» Schliesslich fand der Antrag des Gemeinderats eine klare Mehrheit: 25 Ja-Stimmen standen 12 Enthaltungen gegenüber. Damit sagte der Stadtrat auch Ja zu einem Kredit von 584'000 Franken – 264'000 Franken für die Rückvergütung des Investitionshilfedarlehens sowie 320000 Franken als Buchwert für das Land. Die jährlichen Mehrkosten belaufen sich auf rund 136'000 Franken.

Keine grösseren Investitionen

Mit dem vorzeitigen Heimfall werden der Boden und die MUR-Halle ins Eigentum der Stadt überführt. Es ist vorgesehen, dass die Stadt die Halle nun selber betreibt und an die Hauptnutzer SC Thunerstern und UHC Thun vermietet – wobei Stadtrat Hädener erklärte: «Dass die Stadt die Halle betreibt, ist nicht in Stein gemeisselt.» Verbessert werden soll die Auslastung durch Schulsport sowie Vermietungen an Drittnutzer. Mit grösseren Investitionen muss laut Gemeinderat in den kommenden fünf Jahren nicht gerechnet werden. Und Roman Gimmel wies darauf hin, dass die Stadt durchaus einen Gegenwert erhält: Nach einer Schätzung der Gebäudeversicherung aus dem Jahr 2003 hat die MUR-Halle nämlich einen Gebäudeversicherungswert von 2,88 Millionen Franken.

(Thuner Tagblatt)

Erstellt: 14.12.2013, 11:48 Uhr

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Die Vorgeschichte

Offiziell eröffnet wurde die MUR-Halle an der Rütlistrasse 19 im August 2000. Vorgesehen war eine Nutzung durch die Vereine SC Thunerstern (Rollhockey) und UHC Thun (Unihockey) am Abend und an den Wochenenden sowie tagsüber durch die Armee. Die finanzielle Lage der Genossenschaft MUR-Halle verschlechterte sich in den folgenden Jahren aber zunehmend: So fiel die Armee als Dauermieterin weg. «Im schlimmsten Fall muss die Genossenschaft Insolvenz anmelden», hiess es in den Stadtratsunterlagen. Die Stadt war bisher durch eine Gemeindegarantie, mehrere Investitionsbeiträge, einen jährlichen Betriebsbeitrag und als Mehrheitsgenossenschafterin finanziell an der Halle beteiligt.

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