Spiez

Schauspieler kritisiert Verwaltungsgericht

SpiezKlaus Wildbolz kritisiert das Verwaltungsgericht, das eine Beschwerde von Eigentümern des Tellerguts abgewiesen hat. Ob der Schauspieler bis ans Bundesgericht geht, ist noch offen.

Schauspieler Klaus Wildbolz hat das Lachen zwar noch nicht verlernt, ärgert sich nun aber über ein Urteil des Verwaltungsgerichtes.

Schauspieler Klaus Wildbolz hat das Lachen zwar noch nicht verlernt, ärgert sich nun aber über ein Urteil des Verwaltungsgerichtes. Bild: zvg

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Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern hat im vergangenen Monat eine Beschwerde der Eigentümer des Tellerguts gegen die Wegführung entlang des Ufers abgelehnt. Zu den 15 Miteigentümern gehört auch der bekannte Schauspieler Klaus Wildbolz, der das Vorgehen der Behörden während der langen Planungsgeschichte hart kritisiert hatte. In einer Stellungnahme macht Wildbolz nun seinem Ärger über das neue Urteil in einer E-Mail Luft.

«Über den Tisch gezogen»

Er kritisiert unter anderem, dass im Dorf Einigen eine ufernahe Wegführung (entlang der Dorfstrasse) genehmigt wurde, auf dem Tellergut hingegen nicht. Auch bemängelt er, dass die Aspekte des Natur- und Vogelschutzes zu wenig berücksichtigt worden seien.

Als Teilerfolg wertet Wildbolz, dass der Naturschutz wenigstens eine direkte Uferwegführung durch den Waldstreifen im nordwestlichen Teil der Parzelle habe verhindern können. Der Schauspieler moniert auch, dass sich der ehemalige Regierungsrat Werner Luginbühl in unzulässiger Art und Weise ins Verfahren eingemischt habe. Das Fazit von Wildbolz: «Wir werden das Gefühl nicht los, dass uns alle Ämter über den Tisch ziehen wollen.»

Jetzt ans Bundesgericht?

Nach Einholung verschiedener Gutachten und Besichtigungen mit den Beteiligten vor Ort sieht das Verwaltungsgericht die Situation anders. Im 37 Seiten umfassenden Urteil wird bestritten, dass die für das Plangenehmigungsverfahren zuständigen Behörden beim Entscheid über die Wegführung in unzulässiger Weise beeinflusst worden seien.

Das Gericht widerspricht auch dem Vorwurf, dass der ehemalige Direktor der JGK, Alt-Regierungsrat Werner Luginbühl, das AGR und die Gemeinde unzulässig beeinflusst habe. Schliesslich kam das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass ein allgemeines öffentliches Interesse an einem unmittelbar am Ufer entlangführenden Weg bestehe, das privaten Interessen vorgehe.

Der Gerichtsentscheid ist noch nicht rechtskräftig. Er kann vor Bundesgericht angefochten werden. Ob dies der Fall sein wird, ist offen. Der Anwalt der Miteigentümergemeinschaft Tellergut, ein Berner Fürsprecher, verwies auf telefonische Anfrage auf den Ablauf der 30-tägigen Beschwerdefrist hin.

Pläne stammen von 2003

Noch zur Erinnerung: Schon 2003 hatte die Gemeinde Spiez die Pläne öffentlich aufgelegt. Damals wollte sie den Weg noch hinter dem Tellergut – einer Landwirtschaftszone – hindurchführen. Dies hätten auch die Eigentümer akzeptiert. Anderer Meinung war das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), welches die Spiezer Planung als nicht genehmigungsfähig bezeichnete. Daraufhin sah die Gemeinde eine Wegführung direkt am Ufer vor. 2007 genehmigte der Spiezer Souverän an der Urne die Uferschutzplanung in diesem Gebiet.

Doch die Eigentümer des Tellerguts erhoben gegen die Genehmigung dieser Pläne Beschwerde bei der Justiz-, Gemeinden- und Kirchendirektion (JKG). Diese wiederum stützte die Uferwegplanung im Bereich des Tellerguts, und die Eigentümer fochten auch diesen Entscheid an, sodass die Angelegenheit vor dem Verwaltungsgericht landete. (Berner Oberländer)

Erstellt: 11.06.2014, 07:56 Uhr

Zusätzliche Biotopschutz- und Ersatzmassnahmen

Die Gemeinde Spiez, zu der Einigen und das Tellergut gehören, muss zusätzliche Biotopschutz- und Ersatzmassnahmen auf dem Gebiet des Tellerguts ergreifen. «Da der Uferbereich vor allem durch den Betrieb auf dem Uferweg beeinträchtigt wird, dürften Schutzmassnahmen im Vordergrund stehen», ist im Urteil zu lesen. Zu denken sei etwa an eine Leinenpflicht oder ein Zutrittsverbot für Hunde auf dem betreffenden Wegstück oder ausgeschilderte Hinweise auf die Pflanzen- und Tierwelt sowie die Aufforderung, den Uferweg nicht zu verlassen. Sollte die Gefahr bestehen, dass auch Radfahrerinnen und -fahrer den Uferweg benutzen, bestehe die Möglichkeit, ein Verbot für Fahrräder und Motorräder zu signalisieren. Schliesslich werde die Gemeinde für Ersatz des durch den Uferweg leicht beeinträchtigten Halbtrockenrasens zu sorgen haben. Es sei in erster Linie Sache der Gemeinde, zu entscheiden, welche der vorgesehenen Massnahmen in Betracht kämen. Der Gemeinderat Spiez behandelt das Geschäft am 16.Juni und wird entscheiden, ob die Gemeinde das Urteil des Verwaltungsgerichtes beim Bundesgericht anfechten will, wie Ueli Schneider von der Bauverwaltung auf Anfrage mitteilte.

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