Piraten nehmen die Kameras ins Visier

Thun

Jetzt ist klar, wer die beiden Beschwerden gegen die Videoüberwachung in Thun eingereicht hat: eine Privatperson – und die Piratenpartei. Diese moniert einen zu starken Eingriff in die Privatsphäre. Die Stadt ist trotzdem zuversichtlich, dass die Kameras im Frühling installiert werden können.

Rechnet sich der Vertreter der Piratenpartei Chancen aus, mit der Beschwerde Erfolg zu haben?

Die Piraten entern die Diskussion um die Videoüberwachung in Thun: Gestern teilte der für die Sicherheit zuständige Gemeinderat Peter Siegenthaler (SP) gegenüber dieser Zeitung mit, dass die beiden Beschwerden gegen die sieben Kameras an fünf Standorten von einer Privatperson und einer Partei eingereicht worden waren. Bei letzterer handelt es sich um die Piratenpartei des Kantons Bern, die sich am Nachmittag mit einem Communiqué zu Wort meldete. Präsident Pascal Fouquet erklärte die Beweggründe der Partei wie folgt: «Studien haben gezeigt, dass die Videoüberwachung Kriminalität nicht verhindert, sondern einfach den Schwerpunkt verlagert.» Fouquet spricht von Symptombekämpfung. Und für ihn und seine «Mitpiraten» ist der Fall klar: «Eine solche Überwachung ist ein enormer Eingriff in die Privatsphäre und die Grundrechte der Leute. Sie kostet viel und bringt nichts.» Aus diesen Überlegungen habe die Piratenpartei, die in Thun keine Sektion, aber einen 14-täglichen Stammtisch hat, ihre Beschwerde bei der kantonalen Polizei- und Militärdirektion eingereicht. Diese hatte bereits am Montag mitgeteilt, dass zwei Beschwerden eingegangen waren – allerdings ohne Angaben zu den Absendern und zum Inhalt zu machen.

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