Oberländer helfen Japanern

Grindelwald

Das von der Gemeinde Grindelwald gespendete Geld ist in Japan angekommen. Der Spatenstich für ein Gemeinschaftshaus für Erdbebenopfer steht bevor.

Ein Überlebender des verheerenden Tsunamis vom März legt in der Präfektur Miyagi Blumen nieder und verharrt im Gebet. Im Hintergrund erkennt man ein gestrandetes Schiff.

Ein Überlebender des verheerenden Tsunamis vom März legt in der Präfektur Miyagi Blumen nieder und verharrt im Gebet. Im Hintergrund erkennt man ein gestrandetes Schiff.

(Bild: Keystone)

Nun soll gebaut werden in Japan, auch mit Geldern aus dem Berner Oberland. Das Gebäude mit dem Namen «Tenohiranitaiyo no ie» wird in Toyoma-Machi in der Stadt Tome City erstellt. Die Stadt liegt in der Präfektur Miyagi, die ebenfalls von den Auswirkungen des Erdbebens stark betroffen ist. Das geht aus einer Mitteilung des Outdoorherstellers Montbell hervor, der auch in Grindelwald ein Geschäft betreibt. Die Organisationen Japan Forest Biomass Network und die Non-Profit-Organisation Kurikoma-Kogen Natural Education Institute haben das Bauvorhaben offiziell eröffnet, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Demnach wird mit dem Bau des von Monbell finanziell unterstützten Gebäudes im Oktober begonnen. Entstehen soll ein Gebäude für alte Menschen und Waisenkinder mit einer Schule. Später soll auch ein Businessbereich entstehen, der wirtschaftliche Möglichkeiten für die Bewohner bieten soll. Zwanzig Personen sollen mit dem Neubau wieder ein Zuhause erhalten.

Umgang mit Natur lernen

Der Gründer der japanischen Outdoorfirma Montbell, Isamu Tatsuno: «Ich beschloss, mich am Projekt finanziell zu beteiligen. weil ich dies als wahre Unterstützung für die Erdbebenopfer betrachtete. Zudem empfand ich Empathie für die Opfer dieser Katastrophe.» In der Schule sollen die Kinder auch den Umgang mit der Natur lernen. «Ich lernte viele Dinge von der Natur, als Mensch und als Geschäftsinhaber.»

Der Nordwandbezwinger

Isamu Tatsuno bestieg 1969 die Eigernordwand. Gleich nach dem jüngsten Erdbeben im März haben er und seine Mitarbeiter 300 Tonnen Hilfsgüter – darunter viele Zelte – für die Erdbebenopfer bereitgestellt und persönlich überbracht. Schon beim Erdbeben in Kobe vor 16 Jahren half er Überlebenden.

Im August überreicht der Gemeindepräsident von Grindelwald, Emanuel Schläppi, Tatsuno einen Check über 35'000 Franken. Die andere Hälfte der total 70'000 Franken, die seit letztem März gesammelt wurden, erhielt eine Delegation aus der Schwesterstadt Matsumoto, die kürzlich im Oberland zu Besuch war.

Berner Oberländer

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