Spiez

Nur ein Geschäft ärgert ihn wirklich

SpiezZwölf Jahre im Gemeinderat – das hinterlässt Spuren. Bei Stefan Kocherhans wirkt fast alles positiv nach. Was den abtretenden Gemeinderat aber fuchst, immer noch keine Lösung für den Uferweg im Tellergut Einigen zu haben.

Stefan Kocherhans bei Schreibarbeiten in seinem Klassenzimmer. Als Gemeinderat hört der FDP-Mann Ende Jahr auf, als beliebter Lehrer am Schulzentrum Längenstein wird der 62-Jährige aber  weiter mit Elan unterrichten.

Stefan Kocherhans bei Schreibarbeiten in seinem Klassenzimmer. Als Gemeinderat hört der FDP-Mann Ende Jahr auf, als beliebter Lehrer am Schulzentrum Längenstein wird der 62-Jährige aber weiter mit Elan unterrichten. Bild: Markus Hubacher

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Er hat vieles bewirkt in seinen zwölf Jahren als Planungsvorsteher der Gemeinde Spiez – und man spürt seine Zufriedenheit: Stefan Kocherhans (FDP) sitzt in seinem leeren Klassenzimmer im Oberstufenzentrum Längenstein und erzählt mit viel Freude und nur wenig Wehmut über eine bewegte Zeit. Er hatte einige grosse Themen, die ihn während seiner Zeit im Gemeinderat auf Trab hielten. Dazu gehörten: die Uferschutzplanung Einigen und Faulensee; die bevorstehende Umgestaltung der Bucht mit dem Masterplan; der Wärmeverbund, der nächstes Jahr in Betrieb genommen werden soll; die aufgegleiste Ortsplanrevision, die im Januar des neuen Jahres aufgelegt wird; das Gwatt-Zentrum, das mit den Hotel- und Wohnplänen der Hauenstein Invest AG auf gutem Weg ist und für Kocherhans eine Genugtuung bildet für das bachabgeschickte Hotelprojekt Schoneggpark in Spiez; das Gestaltungsprojekt «Let’s Swing» an der Oberlandstrasse, auf dessen Realisierung Kocherhans stark hofft.

Wenn nur das Volk wäre

Hinter jedem Geschäft verbergen sich Geschichten und Emotionen. Was Kocherhans freut: «Das Volk hat allen meinen Planungsgeschäften mit den Überbauungsordnungen zugestimmt. Dazu gehören das Gwatt-Zentrum, das Rössli Spiezwiler und die Uferschutzpläne Einigen und Faulensee.» Hätte nur das Volk zu bestimmen, wäre der Uferweg zwischen Gwattlischenmoos und dem Krattiggraben längst Tatsache. Weil aber die Erbengemeinschaft Tellergut mit dem in Wien wohnhaften Schauspieler Klaus Wildbolz gegen die Uferwegführung des Amtes für Gemeinden und Raumordnung (AGR) Beschwerde führt, bleibt die Situation in Einigen seit Jahren blockiert.

Jetzt liegt eine erneute Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sollte dessen Entscheid von den Beschwerdeführern erneut angefochten werden, kommt der Fall vor Bundesgericht. «Dass wir hier seit 2001 dran sind und wegen des Kantons (AGR) nicht weiterkommen, das ärgert mich», gibt sich der 62-jährige Stefan Kocherhans in dieser Sache unzufrieden. «Das ist der negativste Punkt meiner zwölf Jahre.»

Chance für Ländte Einigen

Wenn diese «Never Ending Story», wie sie Gemeindepräsident Franz Arnold an der letzten GGR-Sitzung bezeichnete, endlich mal abgeschlossen werden könnte, würde das auch neue Perspektiven für die Aktivierung der stillgelegten und sanierungsbedürftigen Ländte Einigen eröffnen. «150'000 Franken für die Instandstellung der Ländte, wenn nur ein Schiff verkehrt – das geht nicht», sagt Kocherhans. «Dann möchte ich von der BLS als Betreiberin fünf Kurse zwischen Spiez, Einigen und Gwatt-Zentrum – so könnte das untere Seebecken belebt werden.» Immerhin, so Kocherhans, «kann der Weg ins Ghei nächstes Jahr gebaut werden. Die Genehmigung ist erfolgt.» Dass Faulensee mit dem Uferweg erschlossen ist, wertet Kocherhans positiv. Dort ist nur der Steg vorne durch beim Seeblick noch nicht realisiert – eine Auflage vom Kanton. Die früheren Seeblick-Besitzer hatten sich dagegen gewehrt, die neuen sehen darin aber laut Kocherhans durchaus auch Chancen zur Belebung des Betriebs.

Was den abtretenden Planungsvorsteher freut: Dass es mit der Realisierung des Rundwanderwegs Spiez so gut klappte. Mit dem Fussgängerleitsystem (Stelen) zeigt er sich ebenso zufrieden wie mit dem Umbau und der Neugestaltung von Bahnhof und der Umgebung mit Plattform. «Und so, wie Spiez verkehrstechnisch erschlossen ist – das ist für mich etwas vom Besseren.»

Schöne Ostschweiz, aber

Überhaupt muss Spiez ja viele Trümpfe in der Hand haben. Denn für den Ostschweizer Kocherhans war es nie eine Frage, in Richtung Thurgau zurückzukehren: «Ich finde es nach wie vor sehr schön dort. Aber doch nicht so, dass ich auch dort wohnen möchte.» Jetzt freut sich der allseits beliebte Lehrer auf mehr Freizeit (siehe Kasten): «Für die Allgemeinheit habe ich relativ viel gemacht. Und für die Schule bin ich nach wie vor motiviert. Ich arbeite gerne mit jungen Leuten zusammen. Und besondere Freude habe ich, wenn ehemalige Schüler von mir die Wahl in den GGR schaffen.» Dort begann im Jahre 1986 auch die Politkarriere von Stefan Kocherhans, ehe er 2001 den Sprung in den Gemeinderat schaffte. (Berner Oberländer)

Erstellt: 05.01.2013, 09:14 Uhr

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