Thun

Neue Regeln für private Sicherheitsfirmen

ThunVier private Sicherheitsdienste sind im Auftrag der Stadt Thun unterwegs. Doch deren Ansehen ist nicht nur gut. Der Gemeinderat prüft nun eine Zentralisierung und plant ein Verbot.

Protectas-Mitarbeiter sorgen in der Thuner Innenstadt für Recht und Ordnung.

Protectas-Mitarbeiter sorgen in der Thuner Innenstadt für Recht und Ordnung. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein Beitrag in der Konsumentensendung «Kassensturz» des Schweizer Fernsehens SRF von Ende Dezember 2014 rief Thuns SP-Stadträtin Alice Kropf auf den Plan: «Es fällt auf, dass in der Stadt neben der Kantonspolizei zahlreiche private Sicherheitsunternehmungen für die unterschiedlichsten Aufgaben im Einsatz stehen», steht in ihrer Interpellation.

Zehn Fragen listet Kropf darin auf – unter anderem zu den Kosten, zu einer möglichen Zentralisierung und zu Subunternehmen. Letztere sorgten für Negativschlagzeilen, da diverse Sicherheitsfirmen die Leistungen bei anderen Privatanbietern eingekauft hatten. Dass dabei auch Sicherheitspersonal im Einsatz stand, dessen Leumund nicht einwandfrei war, sorgte landesweit für rote Köpfe.

Und Kropf greift ein weiteres Anliegen auf, wenn sie schreibt: «Etliche private Sicherheitsleute sind zudem nicht gerade zimperlich und überschreiten gerne mal ihre Kompetenzen.» Den Bürgern sei nicht immer klar, welche Rechte sie gegenüber diesen privaten Sicherheitsangestellten hätten.

Vier Sicherheitsfirmen

Im Hinblick auf die Sitzung des Stadtrats vom 1. April liegt die Antwort des Thuner Gemeinderats auf Kropfs Interpellation vor. Vier private Sicherheitsunternehmen sind derzeit im Auftrag der Stadt unterwegs – angestellt vom Amt für Stadtliegenschaften, vom Tiefbauamt sowie von der Abteilung Sicherheit:

  • Protectas SA im Rahmen des Ordnungsdienstes in der Innenstadt;
  • Securitas AG zur Überwachung der Nachtfahrverbote und des ruhenden Verkehrs (Parkplatzkontrollen);
  • Eagle Security GmbH für den Verkehrsdienst;
  • Berner Hunde Security GmbH zur Überwachung von öffentlichen Schul- und Sportanlagen, Parks und Wohnsiedlungen.

Total belaufen sich die Kosten dieser Unternehmungen in der Rechnung 2014 auf 745'100 Franken; im Vergleich dazu bezahlte der Thuner Steuerzahler rund 3,75 Millionen Franken für die Polizeiarbeit innerhalb der Stadt.

Angepasste Ausschreibungen

Dass die Polizeigewerkschaft die privaten Sicherheitsdienste gerne aus dem öffentlichen Raum verbannen würde, wie Alice Kropf schreibt, ist dem Gemeinderat zwar bekannt. Er betont jedoch in seiner Antwort auf die stadträtliche Interpellation: «Weil auch finanzielle und personelle Ressourcen im Zentrum stehen, kann auf die Zusammenarbeit mit privaten Sicherheitsunternehmungen wohl auch in Zukunft nicht verzichtet werden.» Ein Vorteil sei zudem die flexible Einsatzsteuerung in der Stadt Thun.

Klar ist aber auch der Stadtregierung, dass es Anpassungen in den kommenden Ausschreibungen und Vertragsverhandlungen mit den Sicherheitsfirmen braucht. So findet namentlich die Idee der SP-Stadträtin Alice Kropf, zwecks Kontrolle und Effizienzsteigerung alle Auftragnehmer der privaten Sicherheitsdienste nur noch über eine städtische Stelle laufen zu lassen, Anklang. «Der Gemeinderat hat der Abteilung Sicherheit einen entsprechenden Prüfungsauftrag bis Ende März 2016 erteilt», steht in der Antwort.

Die Stadtregierung geht noch weiter: «Bei den nächsten Ausschreibungen der Sicherheitsdienstleistungen wird ein gänzliches Verbot für die Beschäftigung von Subunternehmungen aufgenommen.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 29.03.2015, 18:59 Uhr

Artikel zum Thema

Die Sicherheitsbranche boomt – trotz schwarzen Schafen

Private Sicherheitsfirmen übernehmen in Bern immer mehr Aufgaben. Der Umsatz der Protectas, einer der Branchengrössen, ist in der Region im letzten Jahr zweistellig gewachsen. Doch die Branche gilt auch als Tummelplatz dubioser Gestalten. Mehr...

Jetzt prangert Protectas die SBB an

Die Security-Firma Protectas will nicht länger zuschauen, wie der Staatsbetrieb SBB Grossaufträge unter der Hand an Protectas-Konkurrentin Securitas vergibt. Mehr...

Nun verteilen Ittiger die Parkbussen in Bern

Bern Jahrelang ging die Securitas im Auftrag der Kantonspolizei in der Stadt Bern auf Bussenjagd. Ab dem 1. Januar übernimmt die kleine Sicherheitsfirma GSD Gayret Security AG diese Aufgabe. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Blogs

Serienjunkie Der Kampfevent
Foodblog Uneingelöste Versprechen

Service

Von Kino bis Festival

Finden Sie hier die schönsten Events in unserer Region.

Die Welt in Bildern

Dreifach bezopftes Pferd: Ein Haflinger wartet auf einer sonnigen Wiese in der Nähe von Döllsädt. (18. Oktober 2017)
(Bild: AP Photo/Jens Meyer) Mehr...