Mit der Rikscha ans Beachvolley-Turnier

Gstaad

Asiatische Fortbewegungsmittel am Beachvolleyball-Grand-Slam in Gstaad: Die Rikschafahrer treten zum Wohle der Gäste in die Pedale.

Beliebte Taxis: Mit jeweils zwei Passagieren schlängeln sich die Rikschafahrer durch die Gassen.

Beliebte Taxis: Mit jeweils zwei Passagieren schlängeln sich die Rikschafahrer durch die Gassen.

(Bild: Marius Aschwanden)

Marius Aschwanden

Nicht nur im Sand werden am Beachvolleyball-Grand-Slam-Turnier in Gstaad bis am Sonntag sportliche Höchstleistungen erbracht: Auf dem Asphalt legen zwischen zwei und fünf Fahrradtaxifahrer täglich je bis zu 70 Kilometer zum Wohl der Gäste zurück. Zwar auf einem Elektrovelo, dafür aber mit zwei zusätzlichen Passagieren. Einer dieser jungen Männer heisst Jonathan Menzi (20), kommt aus Grund bei Gstaad und ist normalerweise Landschaftsgärtner. Für fünf Tage pro Jahr fährt er Rikscha, wie die ursprünglich aus Asien stammenden Fortbewegungsmittel hiessen, und transportiert Sportfans und andere Gäste gratis vom Center-Court zu den Side-Courts und zurück. «Jeden Tag neue Menschen kennen zu lernen und die super Partystimmung machen den Job für mich attraktiv», sagt Menzi auf seiner Rikscha. Mit Beachvolley selber hat der Gstaader nicht viel am Hut.

Mit der Rikscha zum Palace

Die Arbeit sei aber auch finanziell lukrativ. «Es ist der bestbezahlte Job unter den Helfern», sagt Menzi. Dafür wird den Rikschafahrern einiges abverlangt, trotz Elektrofahrrad. «Nach fünf Tagen hat man richtig müde Beine.» Es komme zudem vor, dass der Akku aussteige, «und dann wird es anstrengend». Aber nicht nur dann: Manche Gäste hätten Extrawünsche, welchen wann immer möglich nachgekommen werde. «Im letzten Jahr wurde ich von einem reichen Vater und seinem Sohn gebeten, sie zum Palace rauf zu fahren, was ich natürlich auch versucht habe», sagt Menzi schmunzelnd. «Der Vater war aber übergewichtig und die Steigung zu gross. Als das Vorderrad vom Boden abhob, musste ich aufgeben.» Nichtsdestotrotz habe sich der Aufwand damals gelohnt: «Das Trinkgeld war entsprechend gut.» Während dieses pro Fahrt bei fünf bis zehn Franken liege, würden für einen solchen Sondereffort schon mal fünfzig Franken resultieren.

Bis zu fünf Fahrer unterwegs

Bei den vielen Leuten auf der Strasse sei es aber auch schon zu kleineren Unfällen gekommen, sagt Jonathan Menzi. Zwar dürfen die Fahrradtaxis nur 20 Kilometer pro Stunde schnell fahren, wenn die Leute aber hinten rumalbern würden, könne dies böse enden, weiss der Gstaader aus eigener Erfahrung.

Neben den Rikschas stehen den Besuchern hundert Elektrobikes gratis zur Verfügung. All das, um einen möglichst nachhaltigen Sportevent durchzuführen, so die Organisatoren. Beliebt jedenfalls sind sowohl Elektrovelos als auch die Rikschas: Praktisch nonstop treten die Fahrer während der Spiele in die Pedale. Unter der Woche würden häufig zwei Fahrer genügen, am Wochenende stehen dann aber meist fünf gleichzeitig im Einsatz. Und schon sitzen auch bereits die nächsten Gäste in Jonathan Menzis Rikscha. «Bitte einmal zu den Side-Courts.»

Berner Oberländer

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