In absehbarer Zeit ändert sich nichts auf dem Viehmarktplatz

Thun

Die Gesamtsanierung der Kunsteisbahn Grabengut sowie der Bypass Thun-Nord sind der Grund, dass sich bei der Gestaltung des Viehmarktplatzes beim Berntor in absehbarer Zeit nichts ändert. Ursprünglich war hierzu für 2011 ein Ideenwettbewerb geplant.

Der Ideenwettbewerb zum Viehmarktplatz ist vorerst verschoben.

Der Ideenwettbewerb zum Viehmarktplatz ist vorerst verschoben.

(Bild: Patric Spahni)

Bis vor drei Wochen präsentierte sich der Viehmarktplatz beim Berntor ungewohnt grün. Die zwei Vereine Gartengemeinschaft Ärdele Region Thun und Zukunft Wohnen hatten den Platz seit August in einen zwischenzeitlichen Hort für allerlei Gemüse, Kräuter und weiteren Pflanzen verwandelt. Mittlerweile ist der mobile Garten an die Ecke Schulhaus-/ Panoramastrasse beim Bahnhof gezogen (wir haben berichtet). Es stellt sich die Frage, was vor der historischen Stadtmauer nun als Nächstes passiert.

Seit die Stadt Thun im Jahr 2001 den damals öffentlichen Parkplatz in eine Carhaltestelle mit Kunstinstallation und Blechpodest umfunktionierte, gerät der Platz regelmässig ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik. Leserbriefschreiber äusserten in dieser Zeitung wiederholt ihren Unmut, und sogar der Thuner Gemeinderat räumte vor drei Jahren in der Antwort auf eine stadträtliche Motion ein, dass das Ziel, den Viehmarktplatz als Begegnungsort zu etablieren, «nicht erreicht» werden konnte.

Zuwarten wegen Bypass ...

Im September 2010 nahm der Stadtrat schliesslich ein Postulat an, wonach im Sommer 2011 ein Ideenwettbewerb für die Umgestaltung und die Umnutzung des Platzes stattfinden sollte. «Dieser Ideenwettbewerb wurde bis jetzt noch nicht durchgeführt», sagt Gemeinderat Roman Gimmel (SVP), Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften. Die Ursache des vermeintlichen Versäumnisses sind zwei Thuner Grossprojekte: einerseits der Bypass Thun-Nord, andererseits die Gesamtsanierung der Kunsteisbahn Grabengut.

Der Bypass erfordert eine Umgestaltung der Verkehrsachsen, welche die Aare queren. «Dies hat auch Auswirkungen auf die Zufahrten, insbesondere der Grabenstrasse ab Berntorkreisel», führt Gimmel aus. Da eine Umgestaltung des Viehmarktplatzes die Verkehrsführung an dieser Strasse tangieren könnte, muss die Stadt zuwarten. Sobald die Umgestaltung der Aarequerungen – es handelt sich um ein Bypass-Begleitprojekt – geklärt ist, sind laut Gimmel auch «die Projektgrenzen und Ansprüche für den Ideenwettbewerb des Viehmarktplatzes» bekannt.

... und der Eisbahn-Sanierung

Seit Januar 2012 und somit nach dem Stadtratsentscheid zum Viehmarktplatz steht zudem fest, dass die nah gelegene Kunsteisbahn Grabengut aus Kostengründen nicht nach Thun-Süd verlegt, sondern am alten Standort gesamtsaniert wird. Auch dieses Vorhaben wirkt sich auf die Zufahrten im Verkehrsraum des Viehmarktplatzes aus. «Die Sanierung der Kunsteisbahn ist aktuell noch nicht auf Vorprojektniveau», sagt Gimmel. Erst wenn dies der Fall sei, könnten Aussagen für den Aussenraum gemacht werden, was wiederum Folgen für den Viehmarktplatz habe. Der Bauvorsteher konstatiert zusammenfassend: «Ein Vorziehen des Ideenwettbewerbes ist nicht zielführend und schafft ein Präjudiz für die beiden laufenden Projekte.» Diese Entwicklung sei 2010, als noch Roman Gimmels Vorgängerin Jolanda Moser im Amt war, nicht vorhersehbar gewesen.

Im Advent wieder Parkplatz

Trotz der Verzögerung hat die Stadt nach wie vor das Ziel, den Platz mittel- und langfristig als öffentlichen Raum beizubehalten und ihn besser ins Fussgängernetz der Altstadt zu integrieren. Gimmel weist zudem auf die Möglichkeit zur Vermietung hin, so wie dies die Gartengemeinschaft Ärdele und Zukunft Wohnen gemacht haben. In den letzten paar Jahren konnte der Viehmarktplatz jeweils zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar vorübergehend als Parkplatz genutzt werden – dies, um die hohe Nachfrage während der Weihnachtszeit abzudecken. Auch dieses Angebot soll weiterhin bestehen bleiben, allerdings «nur zur Spitzenabdeckung in dieser Zeit», wie Gimmel erklärt.

Definitiv keine neue Heimat auf dem Viehmarktplatz finden wird dagegen das Riesenrad, das bislang jeden Sommer auf dem Mühleplatz seine Runden dreht. Ein Leserbriefschreiber dieser Zeitung hatte diesen Wechsel bereits vor geraumer Zeit angeregt, um die beengten Verhältnisse auf dem Mühleplatz während der warmen Jahreszeit zu entschärfen. Laut Roman Gimmel sei ein Standortwechsel schon mehrfach diskutiert und entsprechende Abklärungen getroffen worden. «Eine Verlegung des Riesenrads auf den Viehmarktplatz ist einerseits aus technischen Gründen nicht möglich, andererseits sprechen auch unternehmerische Gründe dagegen», so Gimmel. «Zudem soll der Mühleplatz nicht ausschliesslich gastronomischen Zwecken zur Verfügung stehen.»

Thuner Tagblatt

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