Gertsch erwartet in Wengen einen Grossaufmarsch

Wengen

Viktor Gertsch, seit 42 Jahren OK-Präsident der Internationalen Lauberhornrennen, rechnet dank den starken Schweizer Abfahrtscracks mit einem Zuschauergrossaufmarsch. Und er hat Pläne, wie die Super-Kombi attraktiver gestaltet werden könnte.

OK-Präsident Viktor Gertsch sieht den 82.Internationalen Lauberhornrennen mit Zuversicht entgegen.

OK-Präsident Viktor Gertsch sieht den 82.Internationalen Lauberhornrennen mit Zuversicht entgegen.

(Bild: Ueli Flück)

Viktor Gertsch, im Team von Swiss-Ski hat es gleich mehrere Fahrer, die die Lauberhornabfahrt gewinnen könnten. Bringt das mehr Zuschauer an den Pistenrand? Viktor Gertsch: Wenn die Schweizer bereits vor dem Lauberhornrennen gut fahren, bringt das jeweils einige Tausend Zuschauer mehr nach Wengen. Der Doppelsieg in Bormio kam also genau zur richtigen Zeit. Die schnellsten Schweizer kommen zudem aus verschiedenen Regionen des Landes, das ist gut für den Zuschaueraufmarsch.

Wer gewinnt die Abfahrt? Didier Défago könnte seinen Sieg von 2009 wiederholen. Didier Cuche wäre erstmals auf der Originalstrecke der Schnellste, er gewann 2004 die nach Garmisch verlegte «Lauberhornabfahrt». Beat Feuz und Patrick Küng sind auch podestverdächtig.

Ist es nicht so, dass die Leute weniger am Renngeschehen interessiert sind, sondern mehr wegen des Trubels denn des Jubels nach Wengen kommen? Es gibt schon solche. Aber es ist in Wengen nicht so extrem wie etwa in Garmisch oder Kitzbühel, wo viele gar nichts vom Rennen mitbekommen – und das anscheinend auch nicht wollen. Wer bei uns das Rennen beim Start, am Hundschopf, im Bereich Girmsch- biel und im Zielraum verfolgt, bekommt das sportliche Geschehen hautnah zu sehen.

Das Rahmenprogramm wurde in den letzten Jahren aber immer wichtiger... ...ja, seit wir unser Rahmenprogramm ausgebaut haben, ist der Zuschaueraufmarsch massiv angestiegen.

Der Aufwand wurde aber auch grösser. Sicher. Er verteilt sich etwa hälftig auf die Rennen und das Rahmenprogramm.

Was bringt das Rahmenprogramm finanziell? Das Eventprogramm, inklusive der dafür nötigen Infrastruktur, finanziert sich selber.

Das Budget beträgt 6 Millionen Franken. Wie hoch ist der Gewinn? Wir budgetieren immer ausgeglichen – wobei auch die Investitionen, die wir während des Sommers tätigen, inbegriffen sind. Wenn alles gut läuft und uns das Wetter keinen Streich spielt, schliessen wir in der Regel mit einem Gewinn ab.

Apropos Infrastruktur. Wegen viel Schnees, Sturms und nicht verkehrender Bahnen war es heuer wohl nicht ganz einfach, das nötige Material zum Beispiel auf die Wengernalp zu transportieren. Ja – die Logistik war gefordert und am Anschlag. Es kam vor, dass Material für die Inneneinrichtungen von Zelten eintraf, die noch gar nicht aufgebaut waren.

Sie besuchten in diesem Winter die Weltcuprennen in Gröden, Alta Badia, Zagreb und Adelboden. Haben Sie etwas gesehen, das für die Lauberhornrennen übernommen werden könnte? Nein. Aber beeindruckt hat mich zum Beispiel, wie gut in Zagreb die Logistik klappte. Man spürte auch, wie die ganze Stadt hinter dem Anlass steht, der ein nationales Ereignis ist. In Gröden fiel auf, dass es immer weniger Zuschauer hat. In Alta Badia boten einheimische Produzenten an Ständen in den Cateringzelten Produkte aus der Region an. Und das kostete die Organisatoren nicht einmal etwas.

Die Lauberhornrennen waren schon immer Trendsetter im alpinen Skisport. Ist wieder Neues in der Pipeline? Wir wollen die Super-Kombination unbedingt behalten, da wir mit drei Renntagen die Infrastruktur besser nutzen können. Aber wir suchen nach Möglichkeiten, sie attraktiver zu gestalten. Zum Beispiel mit der Abfahrt um die Mittagszeit und dem Slalom gegen Abend bei Flutlicht. Die Frage ist, was die Athleten zur Belastung – weniger Erholungszeit bis zur samstäglichen Abfahrt – sagen.

2010 wurde der Trägerverein Internationale Lauberhornrennen gegründet. Wie hat er sich entwickelt? Gut. Aber das Ganze ist noch immer im Aufbau. Wir waren bis jetzt in den Lütschinentälern und auf dem Bödeli aktiv, wollen das Gebiet aber ins Hasli und westliche Oberland ausdehnen.

Wie werden die Beiträge, die die Mitglieder zahlen, verwendet? Ein Drittel fliesst in die laufende Rechnung, der Rest in einen Fonds. Falls das OK Geld daraus will, muss es Antrag stellen.

Ein Lauberhornjahr endet am Sonntagabend nach dem Slalom, das neue beginnt am Montagmorgen danach... ...das stimmt. Ich habe schon ein Mäppli «Pendenzen 2013».

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...