Rychiger AG: Fertig gebaut

SteffisburgIn den letzten fünf Jahren hat die Rychiger AG in Steffisburg praktisch ihr ganzes Firmenareal neu gebaut. Jetzt nimmt man ein Rekordjahr in Angriff.

«Wir haben in den letzten Jahren praktisch unser ganzes Firmenareal umgegraben», sagt Axel Förster, Geschäftsführer und Mitinhaber der Rychiger AG in Steffisburg. In der Tat: 2006 wurde eine neue Montagehalle an der Bernstrasse eingeweiht; eine weitere Halle für die Produktion wurde 2009 gebaut und jetzt ist auch das neue Gebäude, das Büros sowie Forschung und Entwicklung beheimatet, an der Alten Bernstrasse in Betrieb. «Wir sind froh, dass auch die letzte Bauetappe seit dem März 2009 reibungslos und nach Plan verlaufen ist», sagt Förster. Insgesamt hat der Steffisburger Maschinenbauer allein in die Produktionshalle sowie in das Bürogebäude rund acht Millionen Franken investiert. Ausgeführt haben die Bauarbeiten ausschliesslich hiesige Firmen. Damit ist die Rychiger AG gewappnet, ein mögliches Rekordjahr in Angriff zu nehmen. «Wir rechnen für 2011 mit einem Umsatz in der Grössenordnung von 90 Millionen Franken», sagt Axel Förster. Und das, obschon der Umsatz 2010 von 60 Millionen im Jahr 2008 auf rund 50 Millionen zurückgegangen war. «Auch wir blieben von der Krise nicht verschont», sagt der Rychiger-Geschäftsführer. Immerhin: Die Firma beschäftigt heute mit 144 Mitarbeitern noch gleichviele wie 2008. Damals waren es 145 Angestellte. «Wir wussten Anfang 2010 nicht, wohin der Weg führen wird», sagt Axel Förster. Ab Mitte Jahr nahm der Bestellungseingang aber rasant zu. «Wir können heuer bauen und ausliefern, was wir letztes Jahr verkauft haben», sagt Förster. Um die grosse Nachfrage befriedigen zu können, will die Rychiger AG neues Personal fest und temporär anstellen. Allerdings arbeitet der Maschinenbauer auch darauf hin, dass die Zulieferer vermehrt nicht nur einzelne Teile für Rychiger-Maschinen liefern, sondern gleich ganze Baugruppen. «Wir können nicht mehr alles selber machen», sagt Förster. Den eigenen Personalbestand drastisch zu erhöhen sei zu riskant. «Niemand weiss, was nächstes Jahr sein wird.» Axel Förster lässt durchblicken, dass er mit Sorge auf das Umtauschverhältnis zwischen Euro und Franken blickt (vgl. Text unten). Derzeit bedeutet dieses einen Vorteil für Rychigers Konkurrenten im Norden Italiens und im Süden Deutschlands. Ziel: Pharma-Markt Haupttreiber für das Umsatzwachstum der Rychiger AG ist derzeit das Portionengeschäft, insbesondere der Kaffeekapseln. Doch die Rychiger AG bewegt sich seit längerem auch in Richtung der Pharma-Industrie. «Pharmazeutik und Nahrungsmittelindustrie kommen sich in der Produktion immer näher», erklärt Axel Förster und betont: «Wir wollen da mit dabei sein.» Deshalb erfüllt die Firma seit 2010 die «Good Manufacturing Process»-Vorgaben. «Das ist zwingend, wenn man Maschinen an Pharma-Firmen liefern will.» Für dieses Marktsegment entwickelte die Rychiger AG im Jahr 2010 eine neue Maschinenplattform, auf welcher 2011 zuerst ein grosses Projekt für Functional Food realisiert wird und später Projekte im Bereich der diagnostischen Pharmazie umgesetzt werden sollen. «Dies ist die erste Rychiger-Plattform, die den spezifischen Standards der zuständigen US Behörden entspricht – was uns neue Geschäftsfelder eröffnet.» Um solche Entwicklungen realisieren zu können, ist kompetentes Personal gefragt. In diesem Bereich ortet Förster allerdings ein Problem in der Region Thun: «Wir haben hier rund 3000 Arbeitsplätze im Maschinenbau und der Metallverarbeitung – das ist die höchste Dichte in der Schweiz. Doch uns fehlen qualifizierte Maschinenbau-Ingenieure.» Er glaubt, dass sich die Region mit gezieltem Standort-Marketing in diesem Segment einen Vorteil verschaffen könnte. Förster sagt: «Die Privatwirtschaft und die öffentliche Hand sollten gemeinsam einen Effort leisten.» Doch zuerst soll jetzt einmal gefeiert werden. Wenn der letzte Schliff an den neuen Gebäuden gemacht ist, lädt die Rychiger AG im Mai oder Juni zum Tag der offenen Türen ein.Marco Zyssetwww.rychiger.com>

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