«Der First-Flyer wird nicht kopiert»

Wengen

«Das Timing hat gestimmt», meint Christoph Egger bezüglich seiner Wahl zum neuen Direktor der Schilthornbahn AG zum 1. Juli 2012. Im Interview spricht er über Konkurrenz unter den Bahnen im Oberland und erklärt, dass jeder Berg seinen eigenen Charakter hat.

Noch in Diensten der Firstbahn: Christoph Egger freut sich aber schon auf seine neue Aufgabe als Direktor der Schilthornbahn AG.

Noch in Diensten der Firstbahn: Christoph Egger freut sich aber schon auf seine neue Aufgabe als Direktor der Schilthornbahn AG.

(Bild: Claudius Jezella)

Christoph Egger, für Aussenstehende kommt Ihre am Montag bekannt gewordene Wahl zum Direktor der Schilthornbahn AG überraschend. Ist sie auch für Sie überraschend gekommen? Christoph Egger: Ich freue mich sehr über die Wahl. Ich habe darauf gehofft, wie jeder andere Bewerber. Ich verfüge über Kenntnis in der Branche und kom-me aus der Region, insofern habe ich mir schon Chancen ausgerechnet.

Was waren die Gründe dafür, dass Sie sich für die Position bei der Schilthornbahn beworben haben? Zunächst einmal die Schilthornbahn als solche. Mit dem Schilthorn verfügt das Unternehmen über ein international bekanntes Ausflugziel und ist dadurch eines der wenigen Unternehmen in der Schweiz, die auf dem internationalen Markt tätig sind. Das ist eine sehr reizvolle Aufgabe. Dann haben wir das höchstgelegene Skigebiet im Oberland. Insgesamt also eine sehr reizvolle Aufgabe. Ein weiterer Grund ist sicherlich, dass das Timing gestimmt hat. Ich bin verfügbar gewesen, und mein Ziel war, in der Bergbahnbranche zu bleiben.

Ihr Vorgänger Peter Feuz hat in 29 Jahren als Direktor der Schilthornbahn Grosses geleistete. Sie treten also in grosse Fussstapfen. Worin wird Ihre grösste Herausforderung bestehen? Es ist immer eine grosse Herausforderung, die Nachfolge einer Persönlichkeit wie Peter Feuz, der das Unternehmen dermassen geprägt hat, anzutreten. Er wird dem Unternehmen aber auch weiterhin zur Verfügung stehen. Eine Herausforderung wird aber auch ganz sicher sein, die starke Position, die die Schilthornbahn auf dem Bergbahnmarkt einnimmt, zu halten und allenfalls auszubauen.

Eine Herausforderung wird auch die Zusammenarbeit mit der Jungfraubahn sein. Als wie gross stufen Sie die Konkurrenzsituation zwischen den Bahnen ein? Hier vor Ort wird die lokale Konkurrenz massiv überbewertet. Es entspricht auch nicht dem Alltag. Wir pflegen unter den Bergbahnen eine gute und konstruktive Zusammenarbeit, und das wird auch weiterhin so sein.

Soll die Zusammenarbeit also noch weiter ausgebaut werden? Mit Angeboten wie den Tarifverbunden Jungfrau Ski Region oder Regionalpass Berner Oberland haben wir schon seit Jahren eine Zusammenarbeit, von der die Gäste profitieren. Ich sehe auch keine Anzeichen dafür, dass das schlechter wird, im Gegenteil. Die konstruktive Zusammenarbeit ist einer der Faktoren für den Erfolg der Bahnen in der Region.

Sie sind noch bis zur Wintersaison 2011/2012 Mitglied der Geschäftsführung bei den Jungfraubahnen. Ist der Wechsel von der einen grossen Bahn im Oberland zur anderen aus Ihrer Sicht problematisch? Nein.

Bei der Firstbahn haben Sie den First-Flyer realisiert, kennen sich also aus im Bereich Fun und Adventure. Werden Sie auch bei der Schilthornbahn ein ähnliche Attraktion aufbauen? Solche Ideen wie der First-Flyer werden sicher nicht kopiert. Jeder Berg hat seinen eigenen Charakter und muss sich mit seinen eigenen Gegebenheiten und Möglichkeiten positionieren.

...und bei der Schilthornbahn ist das die Vergangenheit als ehemalige Kulisse für einen James-Bond-Film? Wie zeitgemäss ist das 007-Image noch? Ich kenne die Bahn bisher nur aus der Optik des Gastes, nicht aus der Unternehmensoptik. Ich kann mir bis zu meinem Amtsantritt nun Zeit nehmen, um mich in die Thematik ein- und danach mit meinem Team zusammen entsprechende Ideen auszuarbeiten. Deswegen wäre es jetzt verfrüht, mich zu solchen Details zu äussern. Darüber können wir in einem Jahr reden.

Berner Oberländer

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