Oberhofen

Auch bei den Oberhofer Burgern läuten die Alarmglocken

OberhofenDen Initianten des Hängebrückenrundwegs um den Thunersee weht ein eisiger Wind entgegen: Auch die Burger von Oberhofen wollen für das Projekt kein Land zur Verfügung stellen.

Treichler weihen die Hängebrücke zwischen Sigriswil und Aeschlen ein. Dass es in Oberhofen gar nicht erst so weit kommt, ist das Ziel der dortigen Burgergemeinde.

Treichler weihen die Hängebrücke zwischen Sigriswil und Aeschlen ein. Dass es in Oberhofen gar nicht erst so weit kommt, ist das Ziel der dortigen Burgergemeinde. Bild: Markus Hubacher

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Mit 42 zu 3 Stimmen sagte die Burgergemeinde Oberhofen am Freitagabend Nein zu einer Hängebrücke über den Riderbach. «Es gibt mehrere Gründe, warum wir kein Land für die Realisierung zur Verfügung stellen wollen», sagte Burgerrat Thomas Zumbach gestern auf Anfrage. «So ist die Burgergemeinde Oberhofen überzeugt, dass eine Hängebrücke dem Dorf weder touristisch noch wirtschaftlich nützt.» Dass sie für Touristen attraktiv wäre, wird zwar nicht bestritten. «Ausschlaggebend ist jedoch, dass die Benutzer des Panorama-Rundwegs gar nicht durch unser Dorf kommen und sich somit kein wirtschaftlicher Vorteil für die Betriebe im Dorf ergibt.»

Die Ausgangslage sei somit nicht mit derjenigen in Sigriswil zu vergleichen, wo die Hängebrücke über die Gumischlucht im Oktober eingeweiht wurde. «Ein weiterer Unterschied betrifft die Tatsache, dass die Brücke nicht mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar ist. Wir befürchten, dass viele Benutzer mit dem Auto kommen – aber Parkiermöglichkeiten gibt es auf beiden Seiten der Brücke kaum.»

«Geologisch instabil»

Die Burgergemeinde Oberhofen befürchtet zudem Konflikte zwischen den verschiedenen Benutzergruppen, wenn beispielsweise Basejumper die Hängebrücke für ihre Sprünge benutzen. Dass der Zugang zur Brücke nicht rollstuhlgängig ist, bemängeln die Burger von Oberhofen ebenfalls. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Eingriff in die Natur und die geologische Situation: «Das Gebiet Allmend, in welchem der Verein Panorama-Rundweg die Brücke bauen möchte, ist sehr instabil. Um die Brückenpfeiler sicher zu verankern, wären sehr starke Verbauungen nötig.»

Auch punkto Finanzen besteht in den Augen der Burgergemeinde Oberhofen Handlungsbedarf: «Nicht einmal für die bestehenden Hängebrücken hat der Verein das Geld zusammengetragen. Wenn nun weitere Brücken gebaut werden und sich der Verein plötzlich auflösen sollte, werden die Einwohner- und die Burgergemeinden zur Kasse gebeten werden.» Ins Thema Geld spielt auch ein weiterer Aspekt, der den Burgern Sorgen macht: «Die Haftbarkeit für den Fall, dass auf der Brücke etwas passiert, ist nicht geklärt.» Er befürchtet, dass die Versicherungen auf die Burgergemeinde Regress nehmen könnten, da sie das Gelände zur Verfügung stellen soll.

«Planung auf lange Zeit»

Peter Dütschler, Präsident des Vereins Panorama-Rundweg, mag die Hängebrücke über den Riderbach noch nicht abschreiben. «Wir warten jetzt mal ab, wie sich der Gemeinderat von Oberhofen äussern wird», sagte Dütschler gestern. «Denn er findet unser Projekt eigentlich gut.» Er verwies auch darauf, dass das Projekt des 56 Kilometer langen Thunersee-Rundwegs mit den sechs Hängebrücken nicht heute oder morgen realisiert werden müsse. «Wir rechnen mit einem Zeithorizont von fünfzig Jahren. Davon sind erst sieben Jahre verstrichen», meinte er vielsagend.

Drei Brücken infrage gestellt

Von den sechs Brücken sind bereits zwei realisiert worden: in Sigriswil über die Gumischlucht und in Leissigen über den Spissibach. Die anderen vier sollen in Beatenberg über den Chrutbach, in Oberhofen über den Riderbach, in Hilterfingen über das Chelli und in Thun über die Cholerenschlucht führen. Doch gegen die beiden letztgenannten regt sich Widerstand – und zwar einmal mehr von einer Burgergemeinde. Die Thuner Burger haben sich gegen Hängebrücken in ihren Wäldern ausgesprochen. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 04.12.2012, 07:33 Uhr

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