Hünibach

Ab 2015 gibts kein «Poulet im Chörbli» mehr

HünibachZur alten Pinte ist nicht bloss ein Restaurant, sondern mit ihrem «Poulet im Chörbli» in der Region Thun eine Institution. Nächstes Jahr wird der Güggeli-Buri, wie die Pinte unter Eingeweihten heisst, Geschichte sein.

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«Ja, es stimmt, Ende Jahr schliesse ich das Restaurant», sagt Inhaberin Hildegard Buri auf Anfrage. «Ich möchte in Pension gehen und habe die Liegenschaft verkauft.» Sie hatte den Betrieb seit Mitte der Sechzigerjahre zusammen mit ihrem 1979 verstorbenen Mann geführt und bekannt gemacht.

Hobby zum Beruf gemacht

Die Buri-Erfolgsstory begann 1959. Damals kaufte der talentierte Hobbykoch Hans Bernhard Buri aus Bern das Gebäude der 1894 eröffneten Pension Hünibach und richtete darin sein Restaurant ein. Um sich von anderen abzuheben, begab er sich auf die Suche nach einem kulinarisch speziellen, aber zugleich preislich günstigen Gericht. Auf einer Reise durch die Innerschweiz stiess er in einem Restaurant auf das «Poulet im Chörbli» und erhielt die Erlaubnis, diese Spezialität künftig auch in Hünibach anbieten zu dürfen.

Buri liess die Körbchen bei der Korbflechterei Leutwyler in Thun herstellen und fand schliesslich heraus, wie er die Hühnchen zubereiten musste, um das beste Ergebnis zu erzielen. Der Erfolg gab ihm recht: In den folgenden Jahrzehnten drehte sich in der Alten Pinte alles um das «Poulet im Chörbli».

100 Portionen täglich

Wie viele Portionen verkauft wurden, weiss Hildegard Buri nicht genau. Aber mehr als eine halbe Million waren es auf jeden Fall. «In den besten Zeiten haben wir 100 Portionen pro Tag verkauft. Heute sind wir froh, wenn es 40 Portionen sind», sagt Hildegard Buri. Weil nicht alle Leute Güggeli-Fans sind, gibt es in der Buri-Pinte auch ein beschränktes Angebot anderer Speisen wie das panierte Schnitzel mit Pommes frites und ein Entrecote, zudem diverse Saisonsalate mit pikanten Saucen.

Die Buri-Poulets geniessen einen hervorragenden Ruf. Schon viele Gäste – und auch Journalisten – haben sich gefragt, was das Geheimnis der Zubereitung ist. Doch Hildegard Buri weigert sich seit Jahren standhaft, das Rezept preiszugeben. Auch jetzt, wo das Ende des Traditionsbetriebes absehbar ist, lässt sie sich das gut gehütete Geheimnis partout nicht entlocken. Stattdessen erklärt sie: «Selbstverständlich darf jeder zu Hause ausprobieren, ob er die Poulets so gut hinkriegt wie wir.»

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag jeweils von 16 bis 23.30 Uhr, Sonntag von 10 bis 22 Uhr. Montag und Dienstag geschlossen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.07.2014, 12:36 Uhr

Wirtin Hildegard Buri vor ihrem Restaurant: Sie geht Ende Jahr in Pension und nimmt das
Geheimnis vom «Poulet im Chörbli» mit sich. (Bild: Christian Ibach)

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