25'000 bei der ersten Party des Jahres

Der Neujahrstag bot viel Spannung mit drei sehr unterschiedlichen Bands und einem fulminanten Feuerwerk mit neuen Elementen. Über 25'000 Personen waren am Neujahrsanlass «Touch the Mountains» in Interlaken dabei.

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«Es war wunderschön, beim Eindunkeln der Bergwelt ein Konzert zu geben. Es war die Lunik-Zugabe im neuen Jahr», sagte Sängerin Jaël Malli nach ihrem Konzert. Mit gefrorenen Fingern und einem Lächeln, das trotz anschliessender Interviews in Serie nicht eingefroren war. Die Fans, und es waren viele in Interlaken, wissen es: Die Band Lunik hat sich im Sommer aufgelöst.

Und ja, Jaël wird weiterhin singen. Eigene Songs, und oft mit den Musikern, die in Interlaken dabei waren, wie der Keyboarder Cedric Monnier und der Gitarrist Domi Schreiber. Der sanfte Stimme von Jaël und das sphärische Timbre von Keyboard und Perkussion, unterstützt von Bratsche und Cello, machten das Intermezzo Lunik für viele Zuhörerinnen und Zuhörer zum Hauptact des dreiteiligen «Touch the Mountains»-Konzert. Lunik bezauberte mit Songs aus der 15-jährigen Bandgeschichte.

Die Dance-Floor-Kings Remady&Manu-L blickten am Nachmittag von der Bühne aus nach Westen und damit direkt in die Sonne. Die Jungs trugen denn auch coole Sonnenbrillen und hatten viele jugendliche Fans für ihre Hits wie «No Superstar», «Single Ladies» oder «Hollywood Ending», der 2013 sofort in die Single-Charts kam.

Mit Bündner Charme

Nach Lunik wurde 77 Bombay Street erwartet. Leere Bühne, dann Motorsägengekreisch. Hatten sich die vier Bündner Brüder einen Auftrittsgag ausgedacht? Das wars aber nicht: Drei weiss verkleidete Gestalten demonstrierten auf dem Dach des Restaurants Des Alpes für das Weiterleben des Mammutbaums. Wenig später demonstrierten 77 Bombay Street auf der Bühne, dass sie zu Recht als Schweizer Pophimmelstürmer gelten.

Drei Gitarren als Frontline, ein Drummer, weisser Rauch, Bündner Skilehrercharme, Hüpfen, Springen, Headbangen und Körperverrenkungen. Wer im Publikum nur annähernd mitmachte, hatte wieder warm. Dabei ist bei den vier Brüdern im Zirkusdirektorengewand die Musik die Hauptsache. Sie ist gradlinig, eigenständig und eingängig. Neues kam mit dem Album «Oko Town». Dargestellt wird die Fantasiestadt der Brüder Buchli durch Mont-Saint-Michel, das einen wirkungsvollen Bühnenhintergrund abgibt.

«Up in the Sky»

«Up in the Sky» lenkte kurz nach dem Konzertende das traditionelle TOI-Feuerwerk Tausende von Augenpaaren. Der einwöchige Einsatz von Mitarbeitern der Hamberger Swiss Pyrotechnics AG, jetzt in Spiez daheim, hatte sich gelohnt. Zu rasch aufeinanderfolgenden Bildern stiegen 1000 Schuss grosskalibrige und 8000 Schuss kleinkalibrige Feuerwerkskörper in den Himmel. Es gab neue Bilder wie ineinander verschlungene Kreise, die in Rot manchmal von der Ferne wie Herzen aussahen. Besonders schön war die Front aus goldenen Fächern.

Es gab zwei Abschusspositionen dafür, das Feuerwerk breit wirken zu lassen. Ein von einem beachtlichen Geräuschpegel begleiteter Goldrausch an Sternexplosionen bildete den Abschluss. Der zuständige Pyrotechniker Steffen Bräunlich und die «Touch the Mountains»-Organisatoren haben Pläne, in Zukunft einmal Musik und Feuerwerk gemeinsam auftreten zu lassen – aufs 10-Jahr-Jubiläum mit seinen über 25'000 Besuchenden hats noch nicht gereicht.

Berner Oberländer

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