2 Millionen Franken für den Ausbau der Lämmerenhütte?

Kandersteg

Rund 7'500 Alpinisten besuchen jährlich die Lämmerenhütte oberhalb des Gemmipasses. Die SAC-Sektion Angenstein will das Gebäude für 2 Millionen Franken ausbauen und modernisieren.

So soll die erweiterte und sanierte Lämmerenhütte einmal aussehen.

So soll die erweiterte und sanierte Lämmerenhütte einmal aussehen.

(Bild: zvg)

Seit 1949 betreibt die SAC-Sektion Angenstein (Basel) oberhalb des Gemmipasses auf dem Gebiet der Gemeinde Leukerbad die Lämmerenhütte. Das heutige Gebäude wurde 1992 erstellt, nachdem die Vorgängerhütte durch eine Staublawine zerstört worden war. «Mit bis zu 7'800 Besuchern, die jährlich in unserer Hütte absteigen, gehört sie zu den beliebtesten aller SAC-Hütten», sagt Sektionspräsident Gilbert Münger. Und tendenziell dürfte die Nutzung weiter steigen.

Die zwanzig Betriebsjahre gingen an der Hütte nicht spurlos vorbei, eine Erneuerung kombiniert mit einem Ausbau drängte sich auf. «Es gibt vier Gründe, die uns dazu veranlassen», erklärt Hans Zürcher, Präsident der Arbeitsgruppe Optimierung Lämmerenhütte. «Zunächst geht es um den Umweltschutz, den Umgang mit Frisch- und Abwasser sowie den vermehrten Einsatz von sauberer Energie. Weiter muss entsprechend der Besucherzahlen das Raumangebot qualitativ verbessert und erweitert werden. Ebenso müssen zweckmässig konzipierte Infrastrukturräume erstellt werden, die suboptimale Lösungen ablösen sollen.»

Das Projekt ist bestimmt

Der Projektwettbewerb ist entschieden, die Bürgi Schärer Architekten aus Bern löse die Aufgabe «in jeder Hinsicht am besten. Finanziell unterschreitet es mit den erwarteten Kosten von 2 Millionen Franken den vorgegebenen Investitionsrahmen», hiess es bei der Vorstellung. Der Charakter der Lämmerenhütte bleibe trotz einer Erweiterung von rund 6,5 Metern in der Längsrichtung erhalten. «Die einfache und kompakte Form mit entsprechender Konstruktion und Materialisierung in Stein und Holz gibt der Lämmerenhütte eine hohe Symbolkraft und strahlt eine angenehme Atmosphäre aus. Diese gilt es zu halten», versichert Architekt Hanspeter Bürgi. Konkret erhalten so alle Geschosse mehr Nutzfläche, die innerbetrieblichen Abläufe werden optimiert und die technischen Räume neu organisiert und erweitert wie etwa die Küche. Neue Wege geht man beim Sammeln des Abwassers und dem Aufbereiten der Fäkalien (Trockentoilette) und auch energetisch setzt man mit optimierter Isolierung und der Verwendung von Holzenergie respektive thermischen und fotovoltaischen Sonnenenergieelementen auf umweltfreundliche Lösungsansätze. Die Lämmerenhütte auf 2'504 Metern über Meer verfügt über 96 Schlafplätze – diese werden nicht erweitert – und ist im Sommer und im Winter offen.

250'000 Franken fehlen noch

Die Arbeiten können in drei Etappen ausgeführt werden, wobei der Hüttenbetrieb mit Einschränkungen weitergeführt werden kann. Die Kosten sollen mit erhöhten Beiträgen der gut 1500 eingetragenen Mitglieder, mit Beiträgen durch Sektionsmitglieder, des SAC Schweiz und von kantonalen Institutionen sowie Spenden gedeckt werden. Derzeit fehlen noch rund 250000 Franken. Der definitive Kredit- und Bauentscheid wird 2015 gefällt, die Eröffnung ist für Frühling 2017 geplant.

Berner Oberländer

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