1914 – zwei Schüsse aus einer alten Pistole in Sarajevo

Matten

Gespannt lauschten am Montag rund hundert Zuhörer Heinz Häslers Betrachtungen über den Ersten Weltkrieg und die damalige Rolle unserer Armee.

Heinz Häsler, der Erzähler: Mit einfachen, klaren Worten zeichnete der Alt-Generalstabschef aus Gsteigwiler in Matten die Geschichte des Ersten Weltkriegs nach.

Heinz Häsler, der Erzähler: Mit einfachen, klaren Worten zeichnete der Alt-Generalstabschef aus Gsteigwiler in Matten die Geschichte des Ersten Weltkriegs nach.

(Bild: Peter Wenger)

«Überrascht, dass der Wagen genau vor ihm hielt, sprang der Serbe Gavrilo Princip zum offenen Wagen und feuerte mit seiner alten Pistole auf den Kronprinzen von Österreich-Ungarn und seine Gattin. Die Folgen des Attentats von Sarajevo vor 100 Jahren kennen wir.»

Packend, mit einfachen Worten in Gsteigwilerdütsch beginnt Heinz Häsler die Geschichte des Ersten Weltkriegs aufzurollen. Als ehemaliger Generalstabschef der Armee weiss er die komplizierten Verflechtungen der europäischen Staaten und den Verlauf des Krieges nachzuzeichnen. Heinz Häslers Art zu erzählen lässt Bilder entstehen, die berühren.

Nicht die grosse Zahl der Gefallenen, nein, das unermessliche Leid einzelner Menschen macht betroffen. Gespannt folgten rund hundert Zuhörer den Schilderungen der Katastrophe, die den Untergang des alten Europas bedeutete. Zum ersten von drei Abenden, im Gedenken an den Ersten Weltkrieg, hatte der ökumenische Arbeitskreis Bödeli ins Kirchgemeindehaus Matten eingeladen.

Und die Rolle der Schweiz?

Ungeschminkt beschreibt Heinz Häsler die Rolle der neutralen Schweiz vor hundert Jahren. Unsere Armee, schlecht ausgebildet, miserabel ausgerüstet mit veralteten Waffen, wäre kaum in der Lage gewesen, unser Land zu verteidigen.

Die Zuhörer – einige von ihnen hatten den Zweiten Weltkrieg aktiv miterlebt oder dienten in der Nachkriegszeit als Wehrmann in der Schweizer Armee – waren gespannt auf die Meinung von Heinz Häsler zur heutigen Situation. «Bis heute war unsere Milizarmee im Ausland beachtet und geachtet. Das Volk hat mit seiner Abstimmung im letzten Jahr klar gesagt, was es will: die Wehrpflicht für eine starke Armee beibehalten», sagt Heinz Häsler.

Sorgen bereitet ihm der fehlende Wille, die Mittel für eine moderne Ausrüstung und schlagkräftige Waffen bereitzustellen. Die Verkürzung der Dienstzeit und die Verkleinerung der Mannschaftsbestände entsprechen seiner Vorstellung von einer motivierten, im Volk verankerten Milizarmee in keiner Weise.

Weitere Vorträge im Gedenken an den Ersten Weltkrieg, organisiert durch den ökumenischen Arbeitskreis Bödeli: am Dienstag, 4.November, um 19.30 Uhr im Kirchgemeindehaus Futura in Unterseen und am Montag, 10.November, um 19.30 Uhr im Beatushaus bei der katholischen Kirche in Interlaken.

Berner Oberländer

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