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Thomas Morgenstern – der Goldjunge von Oslo

ski nordischDer Österreicher Thomas Morgenstern ist der Überflieger der WM. Er gewann überlegen im Einzel und mit dem Team Gold von der Normalschanze.

Am Goldrush von Thomas Morgenstern gab es nichts zu rütteln. Der Saisondominator flog an der WM in Oslo überlegen zu den Siegen im Einzel- und im Teamspringen von der Normalschanze. Der Österreicher fand nach einer kleinen Baisse im Weltcup, den er sich bereits vorzeitig gesichert hat, auf die Titelkämpfe hin wieder zur Topform. Seinen bestechenden Eindruck aus den Trainings bestätigte der Kärtner mit 101,5 und 107 Metern im Wettkampf am Samstagnachmittag. Dies bedeutete jeweils Bestweite. Die Differenz zum zweitklassierten Teamkollegen Andreas Kofler betrug 9,1 Punkte. Der Sieg der Österreicher im Teamspringen stand nie zur Diskussion. Letztmals hatten die Austria-Adler an der WM 2003 mit dem Team an einem Grossanlass Gold verfehlt; damals gewann Finnland. Seither erklang in Oberstdorf, Turin, Sapporo, Liberec, Vancouver und nun in Oslo immer die österreichische Nationalhymne. Gregor Schlierenzauer (im Einzel enttäuschender Achter), Martin Koch, Kofler und Morgenstern sprangen gegen die überraschenden Norweger einen Vorsprung von 25 Punkten heraus. Bronze ging an Deutschland, das vom früheren Schweiz-Trainer Werner Schuster gecoacht wird. Kompletter Palmarès Morgenstern schloss bereits mit 24 Jahren eine Lücke in seinem Palmarès, die bei Ammann wegen des fehlenden Sieges an der Vierschanzentournee noch klafft. Er hat als vierter Skispringer bei den Big Four triumphiert. Die vier Eckpunkte bilden seit der Einführung des Weltcups in der Saison 1979/1980 der Einzel-Olympiasieg, die grosse Kristallkugel, der Sieg an der Vierschanzentournee und der Weltmeistertitel. Einzig der exzentrische Finne Matti Nykänen, der Deutsche Jens Weissflog und der Norweger Espen Bredesen haben in der Neuzeit den Grand Slam eingeheimst. Schweizer Serie gerissen Die Schweizer Skispringer zeigten bei den Wettkämpfen auf der kleinen Schanze keine herausragenden Leistungen. Simon Ammann flog am Samstag als Vierter am Podest vorbei, beim Mannschaftsspringen resultierte bloss Rang 10. Für die Schweizer Adler ging eine aussergewöhnliche Serie zu Ende. Seit der Nullnummer an den Olympischen Spielen 2006 in Turin stand in jedem Einzelspringen an einem Grossanlass ein Schweizer auf dem Podest: fünfmal Ammann, einmal Andreas Küttel. Zumindest rangmässig fehlte nicht viel, damit dieser Folge ein siebentes Element sowie die 17.Schweizer Medaille an nordischen Weltmeisterschaften hinzugefügt worden wäre. Doch gemessen an den Leistungen war das Verdikt klar. Die Österreicher Morgenstern und Kofler sowie Bronzemann Adam Malysz (Pol) waren am Samstag eine Klasse besser als Ammann. Die Flüge des Schweizers auf 97,5 und 101,5 Meter fielen zu kurz aus, die Landung im ersten Umgang war zudem fehlerhaft. Zum Podest fehlten 7,5 Punkte, was umgerechnet vier Metern entspricht. «Das Resultat ist sicher nicht schön für unser Land», sagte der Toggenburger in Anlehnung an die Serie von vier «ledernen» Medaillen der alpinen Sportler von Swiss-Ski bei der WM in Garmisch-Partenkirchen. «Aber ich bin mir nicht zu böse.» Der 29-Jährige schaute sich am Sonntagmorgen seine Flüge nochmals im Video an. «Es hat die schlimmsten Erwartungen übertroffen», meinte er lachend. «Ich habe die Kante zweimal nicht voll getroffen.» Der Olympiaheld, der an Grossanlässen schon oft das Glück auf seine Seite zwang, wusste zunächst nicht recht, wie er auf die undankbarste Platzierung bei Titelkämpfen reagieren sollte. Von einer grossen Enttäuschung wollte er nicht sprechen, andererseits war ihm auch klar, dass es an einem perfekten Tag zur Medaille gereicht hätte. Hans Leuenberger, OsloResultate auf Seite 29>

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