Zum Hauptinhalt springen

Teppiche helfen Menschen

MeiringenDie Familie Häfliger verkauft Teppiche aus Afghanistan. Mit dem Erlös finanziert sie Hilfsprojekte in diesem Land, das unter den Taliban leidet. Nun ist dieser Handel gefährdet.

«Ich bin zufrieden mit dem Verkauf und dem Aufmarsch der Besucherinnen und Besucher hier in der Tennishalle Meiringen», sagte Johanna Häfliger aus Guttannen am Samstag. Gemeinsam mit ihrem Mann Sepp Häfliger stellte sie am Wochenende dort handgeknüpfte und gewobene Teppiche jeder Grösse aus, die auch regen Absatz fanden. Weniger zufrieden ist das Ehepaar Häfliger allerdings mit der Situation in Afghanistan. Dort beziehen sie die Teppiche direkt bei den Herstellenden. Oft kaufen sie auch solche, die bereits verwendet wurden. Der Erlös geht zu Gunsten ihres Hilfsprojekts «Schulen für Afghanistan» in Nuristan im Hindukusgebirge. Wie Johanna Häfliger berichtete, wurden die Dörfer im Tal im vergangenen Sommer allerdings von den Taliban überfallen. «Die Menschen flüchteten in die Bergdörfer und die Amerikaner gaben den verlassenen Ortschaften den Rest, indem sie ihre leer stehenden Häuser zerstörten, damit sich die Taliban dort nicht verstecken konnten», schilderte die Guttannerin. Die Bewohner der Talschaft hätten vorsichtshalber Schulmaterial vergraben, bis sich die Lage entspanne. Teppiche werden rar Doch nicht nur die Taliban erschweren dem Hilfswerk die Arbeit. «Das Material für die Teppiche kann wegen der bedrohlichen Lage nicht mehr angebaut, selber gesponnen und gefärbt werden. Dadurch geht viel Originalität und Kreativität verloren. Die typischen Teppiche werden allmählich rar», bedauert Johanna Häfliger. Sie sieht dadurch ihren Teppichhandel gefährdet. Trotzdem wollen sie und ihr Mann im kommenden Frühling erneut nach Afghanistan reisen, um ihre Hilfsprojekte besuchen sowie neue Teppiche kaufen zu können. «Wir haben dort zum Glück gute Vertrauensleute, die für unser Hilfswerk arbeiten», sagt Johanna Häfliger. Hoffen auf Safran Die Stiftung «Schulen für Afghanistan» hat in diesem Jahr eine Grossfamilie unterstützt, in dem sie eine Starthilfe von 100 Kilogramm Safranzwiebeln gab. Häfliger: «Die Voraussetzungen für den Safrananbau sind im Hindukusgebirge eigentlich gut. Wir sind sehr gespannt, wie sich das Projekt entwickelt.» Dank der Stiftung konnte ein Arzt im Inselspital eine Weiterbildung besuchen und erhielt für seine Praxis in Afghanistan ein medizinisches Gerät. In Nuristan unterrichtet das Hilfswerk aus dem Oberhasli in fünf Dörfern und bildet rund 450 Kinder sowie Erwachsene, vor allem Frauen, aus und ermöglicht den Besuch von weiterführenden Schulen. Susanna Michel Konto Stiftung Schulen für Afghanistan, Raiffeisenbank Region Haslital-Brienz RAIFCH22/ CH 49 8084 3000 00 44 02921 >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch