Zum Hauptinhalt springen

Täglich werden sechs Velos gestohlen

stadt bernIn Bern werden im Vergleich zu anderen Städten viele Velos gestohlen – und wenig Diebstähle aufgeklärt.

Bern ist eine Hochburg für Velodiebe. Dieses Bild zeigt jedenfalls eine Studie des deutschen Internetportals www.geld.de – eines Anbieters von Haftpflichtversicherungen. Das Portal hat in 127 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz Zahlen zu Velodiebstählen gesammelt. Ein Fazit: Fast 90 Prozent der Diebstähle werden nicht aufgeklärt. Und: In Bern werden sehr viele Velos gestohlen – und sehr wenige Diebstähle aufgeklärt. Mehr Velos kommen laut der Studie nur noch im deutschen Münster weg (1828 pro 100000 Einwohner). In Bern waren es im letzten Jahr 1826. An vierter Stelle liegt als nächste Schweizer Stadt Basel mit 1502 Diebstählen pro 100000 Einwohner. Total wechselten in Bern 2254 Velos illegal (Vorjahr: 2378) ihren Besitzer, täglich also deren sechs. Das sind zweifellos viele Diebstähle. Stefan Jordi, Präsident von Pro Velo Bern, bezeichnet die Erhebung allerdings als «sehr zweifelhaft». Die Anzahl Diebstähle müsse mit der Anzahl Velos und nicht mit der Anzahl Einwohner verglichen werden. «Kein Wunder, schneidet Lugano so gut ab. Hier fährt kaum jemand Velo», so Jordi. Und Münster sei eine ausgesprochene Velostadt. «Viele Gebrauchsvelos» Ähnliche Einwände zur Studie hat Peter Hirter von der Kantonspolizei. Er verweist zudem auf die besondere Situation am Bahnhof Bern: In kaum einer grösseren Stadt gebe es so zentral derart viele Veloparkplätze. Hier würden viele «Gebrauchsvelos» stehen: ältere Velos, die von ihren Besitzern für kürzere Strecken verwendet und schlecht gesichert seien. Dies könne auch ein Grund sein, weshalb Bern eine derart schlechte Aufklärungsquote habe, so Hirter. Nur 1,2 Prozent der Diebstähle werden laut Geld.de nämlich aufgeklärt. 2009 etwa habe die Polizei rund 1500 besitzerlose Velos eingesammelt, so Hirter. Wegen fehlender oder mangelhafter Anzeige konnten nur knapp 240 an die Besitzer zurückgeben werden. Velo an Pfosten binden Die Suche wird 2012 schwieriger: Die Velovignette wird abgeschafft und damit die einfachste Möglichkeit, den Besitzer zu identifizieren. Private Registrierungsdienste sind noch nicht stark verbreitet. Fachleute raten, sichere Abstellplätze mit Pfosten oder Velostationen zu benützen. Am wirksamsten sei ein gutes Schloss um einen Pfosten – wie auf dem Kornhausplatz oder beim Hirschengraben vorhanden. «Solche Pfosten müssten dringend auch in der Altstadt stehen», fordert Stefan Jordi von Pro Velo. Wolf Röcken>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch