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SVP gibt Präsidium kampflos ab

In Uttigen überlässt die SVP der SP das Gemeindepräsidium. Das ist kein Zeichen der Schwäche, sondern entspricht dem Modell, das sich im Lauf der Jahre bewährt hat: Ausgewogenheit und

Uttigen hat seit Jahren ein stabiler Zweiparteiensystem. SP und SVP belegen aktuell je drei Sitze im Gemeinderat, hinzu kommt der Gemeindepräsident, der in den letzten acht Jahren Armin Schulthess hiess und der SVP angehörte. Wegen der Amtszeitbeschränkung kann er am 29. November nicht mehr antreten. Einziger offzieller Kandidat für seine Nachfolge ist Andreas Epprecht (SP), der seit 2002 als Vizegemeindepräsident im Gemeinderat ist (vgl. Interview). Epprecht ist der einzige Kandidat, der portiert wird. Das heisst aber nicht, dass er damit still gewählt ist. «Bei Majorzwahlen fürs Gemeindepräsidium muss man sich nicht im Voraus melden», sagt Gemeindeschreiber Jürg Hauert. Theoretisch sei es also möglich, dass eine Bürgergruppe hinter den Kulissen einen Gegenkandidaten aufstellt, dessen Name am Wahltag zum ersten Mal offiziell auftaucht. Wenn niemand das absolute Mehr erreicht, gibt es einen zweiten Wahlgang. Zwei Rücktritte Bei der SP treten neben Bildungsvorsteherin Monika Ulmann fünf Neue zu den Gemeinderatswahlen an (Peter Bähler, Christine Braun-Gabriel, Lars Kauz, Liliane Müller-Oberli und Daniel Schenk). Nicht mehr kandidieren wird Hugo Halbeisen, der zuletzt das Finanzressort betreute. Bei der SVP ist es Margrit Kipfer (Gesundheit, Soziales) die aus der Exekutivpolitik ausscheidet. Im Gemeinderat bleiben wollen Beat Fischer (Bauten, Strassen, Wasser, Abwasser, Abfall) und Markus Sterchi (Öffentlichkeit, Raumplanung, Agglomerationswesen). Neben diesen beiden hat die SVP bloss einen Namen auf der Liste (Albert Baur). Neben dem Gemeinderat werden auch die Mitglieder der Schul- und der Bau- und Wasserkommission gewählt. Die Schuko besteht derzeit aus je drei Vertretern von SP und SVP, in der BWK hat die SP drei, die SVP zwei Sitze. Hinzu kommen die Gemeinderäte mit den jeweiligen Ressorts und im Fall der BWK Gemeindeschreiber Jürg Hauert in seiner Funktion als Vorstandsmitglied der Wasserversorgung Blattenheid. Bescheidene SVP Die SVP tritt mit drei Leuten zu den Gemeinderatswahlen an, hat es also nicht auf einen weiteren Sitz abgesehen. Auch das Gemeindepräsidium gibt sie kampflos preis. Warum so bescheiden? «Unser Ziel heisst: Sitze halten in Exekutive und Kommissionen. Hinzu kommt folgendes: In Uttigen gibt es das ungeschriebene Gesetz, dass die beiden Ortsparteien sich beim Präsidium abwechseln», sagt SVP-Präsident und Gemeinderat Markus Sterchi. «Andreas Epprecht ist seit acht Jahren Vizegemeindepräsident und macht seine Arbeit sehr gut. Da wäre es nicht angebracht, wenn Beat Fischer oder ich gegen ihn antreten würden – schliesslich wurden wir erst vor vier Jahren gewählt.» Parteipolitik spiele in Uttigen ohnehin eine untergeordnete Rolle. «Wenn ein Aussenstehender an einer Gemeinderatssitzung dabei wäre, könnte er nicht sagen, wer welcher Partei angehört.» Breite Auswahl Auf der SP-Liste für den Gemeinderat finden sich die Namen von drei Frauen und drei Männern. Visiert die Partei also einen weiteren Sitz an? «Nein», sagt Daniel Schenk, Präsident der SP Uttigen. «Wir haben sechs Personen auf der Liste, weil wir den Wählerinnen und Wählern eine breite Auswahl bezüglich Geschlecht und Alter präsentieren möchten.» Wahlziel der Sozialdemokraten sei – neben der Besetzung des Präsidiums – der Erhalt der Mandate in Exekutive und Kommissionen. «Daneben wollen wir die Dorfpolitik weiter bringen», sagt Schenk. «Wir denken dabei an die künftigen Herausforderungen wie das Bevölkerungswachstum, die Entwicklung der Gemeinde und die Vorgaben des Kantons, die wir erfüllen müssen.» Und die BDP? Uttigen ist eine der sechs Gemeinden, die zur Sektion Glütschbach der BDP gehören. Doch eine Liste eingereicht hat die noch junge Partei nicht. «Wir haben niemanden gefunden, der bereit war zu kandidieren», sagt Präsident Philipp Schlosser. Eine Liste um der Liste Willen einzureichen mit Leuten, die nicht wirklich gewählt werden wollen, sei «den Wählern gegenüber nicht ehrlich», so Schlosser weiter.Marc Imboden Die Kandidierenden Gemeindepräsidium: Andreas Epprecht (SP, bisher Vizegemeindepräsident). Liste 1 SVP Gemeinderat: Beat Fischer-Messerli (bisher), Markus Sterchi-Kohler (bisher), Albert Baur-Gurzeler (neu). Bau- und Wasserkommission: Markus Schertenleib-Damelico (bisher), René Baur-Recher (neu, parteilos), Thomas Neuenschwander-Morgenthaler (neu, parteilos), Maya Ruchti-Baur (neu). Schulkommission:Peter Niederhauser-Sommer (bisher, parteilos), Susanne Beyeler-Fankhauser (neu, parteilos), Jacqueline Jaun-Schelling (neu, parteilos), Philipp Gafner-Zimmermann (neu, parteilos), Daniel Hirschi-Fiechter (neu, parteilos). Liste 2 SP Gemeinderat: Monika Ulmann-Trachsel (bisher), Peter Bähler (neu), Christine Braun-Gabriel (neu), Lars Kauz (neu), Liliane Müller-Oberli (neu), Daniel Schenk (neu). Bau- und Wasserkommission: Stefan Spicher (bisher), Mathias Engel (neu, parteilos), Simon Künzi (neu, parteilos), Hans-Peter Marthaler (neu, parteilos), Jakob Schenk (neu, parteilos).Schulkommission: Marion Gempeler Bürki (bisher), Karin Eggimann (neu, parteilos), Sabine Müller-Utiger (neu, parteilos), Andreas Nydegger (neu, parteilos), Andreas Reber ( neu, parteilos), Elisabeth von Känel (neu, parteilos).>

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