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SVP gibt das Präsidium ab

In Uttigen überlässt die SVP der SP das Gemeindepräsidium. Das ist kein Zeichen der Schwäche, es entspricht einem Modell.

Uttigen hat seit Jahren ein stabiles Zweiparteiensystem. SP und SVP belegen aktuell je drei Sitze im Gemeinderat, hinzu kommt der Gemeindepräsident, der in den letzten acht Jahren Armin Schulthess hiess und der SVP angehörte. Wegen der Amtszeitbeschränkung kann er am 29.November nicht mehr antreten. Einziger offizieller Kandidat für seine Nachfolge ist Andreas Epprecht (SP), der seit 2002 als Vize-Gemeindepräsident im Gemeinderat ist. Epprecht ist der einzige Kandidat. Das heisst aber nicht, dass er damit still gewählt ist. «Bei Majorzwahlen fürs Gemeindepräsidium muss man sich nicht im Voraus melden», sagt Gemeindeschreiber Jürg Hauert. Theoretisch sei es also möglich, dass eine Bürgergruppe hinter den Kulissen einen Gegenkandidaten aufstellt, dessen Name am Wahltag zum ersten Mal offiziell auftaucht. Zwei Rücktritte Bei der SP treten neben Bildungsvorsteherin Monika Ulmann fünf Neue zu den Gemeinderatswahlen an. Nicht mehr kandidieren wird Hugo Halbeisen, der zuletzt das Finanzressort betreute. Bei der SVP ist es Margrit Kipfer (Gesundheit, Soziales), die aus der Exekutivpolitik ausscheidet. Im Gemeinderat bleiben wollen Beat Fischer (Bauten, Strassen, Wasser, Abwasser, Abfall) und Markus Sterchi (Öffentlichkeit, Raumplanung, Agglomerationswesen). Neben diesen beiden hat die SVP bloss einen Namen auf der Liste. Bescheidene SVP Die SVP tritt mit drei Leuten zu den Gemeinderatswahlen an, hat es also nicht auf einen weiteren Sitz abgesehen. Auch das Gemeindepräsidium gibt sie kampflos preis. Warum so bescheiden? «Unser Ziel heisst: Sitze halten. Hinzu kommt Folgendes: In Uttigen gibt es das ungeschriebene Gesetz, dass die beiden Ortsparteien sich beim Präsidium abwechseln», sagt SVP-Präsident und Gemeinderat Markus Sterchi. «Andreas Epprecht ist seit acht Jahren Vize-Gemeindepräsident und macht seine Arbeit sehr gut. Da wäre es nicht angebracht, wenn Beat Fischer oder ich gegen ihn antreten würden – schliesslich wurden wir erst vor vier Jahren gewählt.» Parteipolitik spiele in Uttigen ohnehin eine untergeordnete Rolle. Breite Auswahl Auf der SP-Liste für den Gemeinderat finden sich die Namen von drei Frauen und drei Männern. Visiert die Partei also einen weiteren Sitz an? «Nein», sagt Daniel Schenk, Präsident der SP Uttigen. «Wir haben sechs Personen auf der Liste, weil wir den Wählerinnen und Wählern eine Auswahl bezüglich Geschlecht und Alter präsentieren möchten.» Ziel der Sozialdemokraten sei – neben der Besetzung des Präsidiums – der Erhalt der Mandate. «Daneben wollen wir die Dorfpolitik weiterbringen», sagt Schenk. «Wir denken dabei an die Entwicklung der Gemeinde und die Vorgaben des Kantons, die wir erfüllen müssen.» Uttigen ist eine der sechs Gemeinden, die zur Sektion Glütschbach der BDP gehören. Doch eine Liste eingereicht hat die noch junge Partei nicht. «Wir haben niemanden gefunden, der bereit war, zu kandidieren», sagt Präsident Philipp Schlosser. Marc Imboden Die KandidierendenGemeindepräsidium: Andreas Epprecht (SP, bisher Vize-Gemeindepräsident). SVP Gemeinderat: Beat Fischer-Messerli (bisher), Markus Sterchi-Kohler (bisher), Albert Baur-Gurzeler (neu). SP Gemeinderat: Monika Ulmann-Trachsel (bisher), Peter Bähler (neu), Christine Braun-Gabriel (neu), Lars Kauz (neu), Liliane Müller-Oberli (neu), Daniel Schenk (neu). >

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