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Stipe Matic sorgt für neue Gefühle

FC ThunTore in der Nachspielzeit sind bei Thun-Spielen nichts Neues. Zum ersten Mal durften sich die Oberländer aber über einen Treffer in der 94.Minute freuen. Stipe Matic erzielte das 1:0 in St.Gallen.

Eigentlich wollten alle Beteiligten eine Entscheidung. Die St.-Gallen-Fans forderten vor dem Kräftemessen mit dem FC Thun salopp ausgedrückt drei Punkte oder den Kopf von Trainer Uli Forte. Im Lager der Thuner war von Bedeutung, ob die Equipe von Trainer Murat Yakin in den nächsten Wochen um den Abstieg kämpfen muss oder sich nach oben orientieren darf. Ein Unentschieden, das war jedem klar, würde keine Entscheidung bringen. So gesehen erhielt am gestrigen Tag jeder, was er verlangte. Jubeln aber taten darob nur die Thuner und deren paar Dutzend mitgereiste Fans. Jubel in der Nachspielzeit Es war in der 94.Minute als Benjamin Lüthi einen Freistoss trat, sich Stipe Matic im Rücken der St. Galler freilief, den Ball unbedrängt annahm und über die Torlinie bugsierte. «Es war eine Standardsituation, wie wir sie im Training geübt hatten», erklärte der Torschütze nach dem Spiel. Völlig neu waren die Gefühle, die das Tor bei den Berner Oberländern auslöste. Nachdem sie in dieser Saison bereits viermal in der Nachspielzeit ein Gegentor hatten hinnehmen müssen und um den Sieg gebracht worden waren, durften sie nun erstmals jubeln. Kein Wunder, sprach Trainer Yakin von Genugtuung. Die drei Punkte für den Sieg sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der FC Thun gegen den Tabellenletzten St.Gallen sehr schwertat. Yakin sah sich nach einer schwachen ersten Halbzeit gezwungen, taktische Änderungen vorzunehmen. «Wir standen nicht nahe genug beim Gegner. Die Raumaufteilung stimmte nicht.» Er brachte nach dem Seitenwechsel Sekou Sanogo für Markus Neumayr. Das Geschehen glich sich aus, was weiterhin fehlte, war die Kreativität in den Angriffsbemühungen. «Die Erwartungen an uns sind gestiegen. Wir stehen mehr unter Druck», bemerkte Murat Yakin und fügte an: «Dabei sind die Spieler immer noch jung. Die fehlende Routine macht sich immer wieder bemerkbar.» Oscar Scarione, der bis jetzt für das Kreative im Thuner Spiel zuständig war, spielte gestern bereits beim Gegner. Der Argentinier war bei St.Gallen an jeder gefährlichen Offensivaktion beteiligt. «Wir haben ihn nicht speziell beschattet», erklärte Trainer Yakin, «denn wir wollten uns auf unser Spiel konzentrieren. Komisch war es aber schon, ihn plötzlich als Gegner vor sich zu haben.» Dass Scarione definitiv kein Thuner mehr ist, bekam er nach gut einer Stunde Spielzeit zu spüren, als Roland Bättig ziemlich rustikal in einen Zweikampf stieg. Weil das Spiel arm an spielerischen Höhepunkten war, wurde bald einmal klar, dass nur ein «Lucky Punch» die Entscheidung bringen konnte. In der 55.Minute hatte Thuns Ifet Taljevic eine ausgezeichnet Torchance. Mit seinem Schuss aus 16 Metern zwang er St.-Gallen-Torhüter Germano Vailati zu einer Parade. Die Ostschweizer wiederum hatten ihre beste Möglichkeit unmittelbar nach dem 0:1. In der 95.Minute legte Nico Abegglen den Ball mit dem Fuss nur wenige Zentimeter neben das Tor. Der Sieg ist für die Thuner der ideale Einstieg in die «englische Woche». Bereits am Mittwoch steht der nächste Einsatz im Cup zu Hause gegen Xamax auf dem Programm. «Das Erfolgserlebnis bringt uns für die nächsten Spiele in Schwung», ist Murat Yakin überzeugt. Eine Entscheidung ist gestern allerdings ausgeblieben. Trotz Niederlage ist Uli Forte noch Trainer des FC St.Gallen. «Es gibt von uns jetzt kein Statement zum Trainer», sagte Sportchef Heinz Peischl unmittelbar nach Spielschluss. Stattdessen verwies er auf die Sitzung des Verwaltungsrates vom Dienstag. «Dort werden wir in Ruhe intern die Lage diskutieren, ehe wir an die Öffentlichkeit gehen.» Die Luft für den Trainer ist zweifellos sehr dünn geworden.Stephan DietrichNoten Seite 24>

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