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STI testet Hybrid-Gelenkbusse

thunSeit heute fährt ein blaugrüner Gelenkbus durch die Stadt. Der Grund: Die Verkehrsbetriebe STI machen einen Langzeittest mit der Hybrid-Antriebstechnologie. Dieser soll zeigen, ob sich diese Technologie ökologisch und ökonomisch bewährt.

Weshalb fährt auf dem Netz der Thuner Verkehrsbetriebe STI ein Gelenkbus mit der Basler Nummer 59327? Die Antwort: Es ist ein in der Rheinstadt immatrikulierter Hybrid-Testbus. «Wir sind bestrebt, den CO2-Ausstoss zu reduzieren – es muss aber auch wirtschaftlich stimmen», erklärt Direktor Thomas Wegmann. Neu gibt es Hybridbetrieb auch für 18 Meter lange Gelenkbusse. Noch fehlen aber verlässliche Daten unter Praxisbedingungen. Solche sollen Langzeittests bis 2012 liefern. Die STI ist einer von sieben Testverkehrsbetrieben in der Schweiz. Ab heute fährt ein blaugrünes Gelenkfahrzeug bis zum 22.August auf dem Thuner STI-Netz. Was ist Hybrid? Hybridtechnologie ist die Kombination von Verbrennungs- und/oder Elektromotor, Kraftstofftank und/oder Batterie. Es gibt die Systeme paralleler und serieller Hybridantriebe. Der serielle eignet sich nach bisherigen Erfahrungen wegen gleichbleibender Durchschnittsgeschwindigkeit sowie häufigem Anfahren und Bremsen besonders für Stadtbusse. Getestet werden Fahrzeuge zweier Anbieter: Der Gelenkbus der Carrosserie Hess AG ist mit Supercaps als Energiespeicher und zwei elektrischen Achsantrieben ausgerüstet. Jener von Mercedes-Benz ist mit Lithium-Ionen-Akku und vier Radnabenmotoren unterwegs und aktuell im Test. Und so funktioniert die Hybridtechnologie vereinfacht gesagt: Ein kleiner Dieselmotor produziert und liefert der Batterie Strom. Zusätzlich wird die 26 kWh Lithium-Ionenbatterie auch durch Bremsen und Starten gespeist. Solange diese genug Strom hat, fährt der Bus rein elektrisch. Ohne Abgasschwaden Gestern demonstrierte die STI Medienleuten auf der Jungfernfahrt zwischen Steffisburg und Spiez die Vorteile des Citaro G Blue Tec (Mercedes-Benz). Die Beobachtung: Beim Anlassen des Motors entweicht keine stinkende, schwarze Abgasschwade mehr. Das Fahrzeug ruckt beim Anfahren kaum noch. Es fährt ruhiger und wesentlich leiser. Der Wechsel zwischen Diesel- und Hybridbetrieb ist kaum respektive nur im hinteren Busteil leicht spürbar. Fährt der Bus rein elektrisch, verursacht er praktisch keine CO2-Emission. Das schont die Umwelt und spart Kraftstoff. Der Hersteller geht von etwa 30 Prozent aus. Weniger Asphaltverformung In jüngster Zeit verformte nach unten entweichende Wärme aus den Bussen beim Terminal am Thuner Bahnhof immer wieder den Asphalt (wir berichteten). Das könnte sich mit einem Hybrid-Bus laut Werkstatt- und Projektleiter Marco Rossinelli minimieren. Der Hybridbetrieb produziert keine ungenutzt entweichende Wärme. Ausserdem sind die wichtigsten technischen Anlagen auf dem Fahrzeugdach untergebracht. Früher waren sie unter dem Unterboden und gaben Hitze auf den Asphalt ab. Mit der Einführung der Niederflurfahrzeuge und dem damit schwindenden Platz auf der Unterseite dislozierten die Anlagen zunehmend aufs Dach. So läuft der Test In Thun fährt der Testbus hauptsächlich auf den Linien 2 und 5 (Neufeld–Dürrenast–Schorenfriedhof), Linie 1 (Steffisburg–Spiez) und am rechten Seeufer. «Mit längeren geraden Strecken und wenig Steigungen sind das ideale Rahmenbedingungen», ist Wegmann überzeugt. Die Datenerfassung erfolgt im Vergleich zu einem konventionellen Fahrzeug der neueren Generation. auch im Winter Ein Hybridbus wird auch im Winter getestet. Die STI befragt auch ihre Kunden. «Nebst der Wirtschaftlichkeit und Ökologie ist uns auch die Akzeptanz seitens der Kundschaft wichtig», sagt Thomas Wegmann. Ein Bus hat eine Lebensdauer von circa 12 Jahren. Die STI beschafft alle zwei Jahre rund 15 neue Fahrzeuge. Nelly Kolb>

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