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Start ins grosse Jubiläumsjahr

MattenDie Tellspiele Interlaken sind 100-jährig und

Als Schiller ist er im «Gutschli» nach Matten gefahren, ist in Walter Fürsts Schenke eingekehrt und hat auf dem «Läubli» Platz genommen: Peter Wenger. Am Samstagabend sass er als Präsident der 100-jährigen Tell-Freilichtspiele auf der Bühne des Kirchgemeindehauses Matten und leitete wortgewandt und unterhaltsam die Hauptversammlung, an der 145 Tell-Spielerinnen und –Spieler sowie 11 Gäste teilnahmen. «Ist auch der Saal nicht voll, die Besten sind zugegen», schillerte der Präsident. Sven Allenbach spielte ein Jahr lang im Volk, dann sieben Jahre den Melchtal und vier Jahre den Tell. 2011 war er zudem Regieassistent und nun führt er im Jubläumsjahr Regie. Es soll eine traditionelle Inszenierung mit Substanz und Qualität, viel schillerscher Sprache und der Musik von Rossini werden. 800 und 700 Mal Viele Spielerinnen und Spieler bleiben den Tellspielen während Jahrzehnten treu. Die Ehrung der «Vorstellungs-Jubilare» bildet denn auch einen Höhepunkt der Hauptversammlung. Weit über den Kreis der Tellspieler hinaus ist klar, wer gemeint ist, wenn von Geisse-Anni die Rede ist: Anna Buchs aus Matten. Seit 1972 ist sie mit ihren braunen Oberhasli-Brienzer-Ziegen auf der Freilichtbühne am Rugen dabei. Im vergangenen Sommer feierte sie ihre 800. Aufführung. Macht sie weiter? Es gehe nicht mehr so ring, sagt die 83-Jährige. «D Bei möge nümme so rächt.» Aber weil der «Hundertste» gefeiert werde, sei sie noch einmal dabei. Mit Hilfe eines Stockes werde es schon gehen. Zudem könne sie sich an einer Geiss – «I weiss scho weli, u si weiss es o» – festhalten. Und auch ihr Urenkel Lars, der Erstklässler, ist dabei, als Hirtenbub. Luana, das zweite Urgrosskind von Anna Buchs, spielt als Stauffacherkind seine erste Rolle. Seit 1976 und seither an 700 Aufführungen ist Alfred Horisberger dabei. Es spielte zehn Jahre lang Kuoni, der Hirte, dann neun Jahre Werner Stauffacher, acht Jahre Walter Fürst und seither den Freiherr von Attinghausen. Zudem hält er als Aktuar das wertvolle Tellspielarchiv in Ordnung und ist derzeit mit den Vorbereitungen für die Tell-Sonderausstellung beschäftigt, die im kommenden Sommer im Touristikmuseum in Unterseen gezeigt wird. Horisberger zum Ehrenmitglied ernannt. Nur Petrus machte nicht mit Irgendwie habe man den Eindruck, die Tellfamilie sei wieder näher zusammengerückt und habe Kraft und Mut getankt für das anspruchsvolle Jubiläumsjahr, schreibt Peter Wenger in seinem Jahresbericht. Monika Wild, die Regisseurin, habe es verstanden, «einen würdigen Abschluss des Jahrhunderts hinzuzaubern». Nur einer habe nicht mitgespielt: Petrus. Trotzdem: Die Besucherzahl stieg trotz einer Vorstellung weniger als im Vorjahr um 701 auf 25 800 und bewegt im Durchschnitt der letzten Jahre. Die Billetteinnahmen beliefen sich 2011 auf 935 000 Franken. Die Jahresrechnung schliesst mit einem Überschuss von rund 29000 Franken ab. Das Eigenkapital beträgt 120000 Franken. Trotz des befriedigenden Ergebnisses schreibt Jürg Brönnimann in seinem Finanzbericht: «Die grossen Herausforderungen der kommenden Jahre werden die Steigerung der Umsätze, die gleichzeitige Reduktion der Kosten und die Optimierung der Abläufe sein.» Der Voranschlag 2012 sieht einen Gewinn von 10000 Franken und Investitionen von 49 000 Franken vor. Im Budget nicht inbegriffen ist die sich im Bau befindliche, spezialfinanzierte Neugestaltung des Eingangsbereichs von rund 2,3 Millionen Franken (wir haben berichtet). Esther Pensa wurde an Stelle von Erika von Allmen in die Spielleitung gewählt. Deren Präsident, Kari Bieri, zeigte sich froh darüber, dass er auch im Jubiläumsjahr eine Truppe beisammen hat, auf die er sich verlassen kann. Er stellte die neuen Sprechrollenträgerinnen und -träger vor, unter denen es auch einige Rückkehrer hat. Tell auf Briefmarke Bauchef Jürg Kübli berichtete über den Stand der Infrastruktur-Neubauten. Geschäftsführer Marcel Furer stellte neue Werbemittel und -aktionen vor, unter anderem ein Video mit Tell in der Jungfraubahn. Die Tellspiele gingen zudem eine Partnerschaft mit den PAX-Versicherungen ein. Über eine zweite Partnerschaft werde noch verhandelt, verriet Furer. Am 2. Mai lanciert Die Post eine Tellspiel-Jubiläumsmarke (Wert: 1 Franken). Am 19. Mai 2012, genau 100 Jahre nach der ersten Tell-Vorstellung, schauen die Spielerinnen und Spieler auf die Geschichte des Freilichtspiels im Rugen zurück. Nach Abschluss der Spielsaison ist die Tellspiel-Familie zu einer Jubiläumsfeier in «Das Zelt» auf der Höhematte Interlaken eingeladen. Ueli Flück >

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